Verschneit und verschnupft

Sollen die, nennen wir sie mal „volkstümlichen Anfälle“ von Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt, auf der Europa League-Tour und zwischendurch, etwa einen illegalen Hintergrund haben?

Die Staatsanwaltswchaft Frankfurt ist am Ball bei Fischer wegen unerlaubten Besitzes und Konsum von Kokain. Sein jüngerer Sohnemann, 13, hat wohl was von dem Zeug in die Schule mitgebracht. Der Mutter eines Mitschülers fiel das veränderte Verhalten ihres eigenen Sohnes auf. Bei Fischers daheim lag sowas wohl offen zugänglich herum, wie eine Durchsuchung ergeben haben soll.

Von der Eintracht kommt nichts. Vortsandssprecher Hellmann möchtenichts dazu sagen, Trainer Glasner spricht von Leuten, denen es nicht so gut gehe und die dann andere Leute brauchten, die zu ihnen halten.

Ganz sicher sollte man erst einmal auf das offizielle Ergebnis warten. Andererseits laufen Ermittlungen aufgrund der gefundenen Dinge im Hause Fischer. Wiederum dritterseits laufen in den letzten Jahren so oft (Vor-)Verurteilungen aufgrund von Vermutungen und Beschuldigungen. Vielleicht sollte mna darauf vertrauen, dass Fischer selbst weiß, wann er als Präsident von Eintracht Frankfurt nicht mehr tragbar ist.

Keine Macht den Drogen – der Slogan der damaligen DFB- Kampagne ist eben nicht nur Eighties, sondern nach wie vor gültig.

Am Abend spielt die Eintracht in der Fortsetzung des Achtelfinals das Derby gegen Zweitliga- Spitzenreiter Darmstadt. Da werden bestimmt ein paar Leute drauf achten, ob die Seitenlinien vollständig sind. 😉 Sportlich ist Frankfurt natürlich Favorit, für Darmstadt dürfte es ein Bonus- Spiel sein und ein Vorgeschmack darauf, was sie dann in der nächsten Saison in der Bundesliga erwartet.

Ebenso klar sind die Rollen zwischen Sandhausen und Frankfurt am frühen Abend verteilt. Auch für die Kurpfälzer ist die 2.Liga wichtiger, da geht es um den Verbleib als kleinster Standort und man will auch diesmal wieder die Experten Lügen strafen, die Sandhausen nun schon zehn Jahre lang als Absteiger Nummer eins sehen.

Freiburg will erneut ins Finale nach Berlin. Nach zwei Auswärtspleiten um Punkte mit elf Gegentoren kommt da die Reise nach Sandhausen vielleicht genau richtig um wieder in den Groove zu kommen.

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Hopp- ala

Hopp-ala, da senkte sich der Daumen bei der TSG Hoffenheim aber schnell für den breiten Reiter. Sieben Monate war er Trainer, der nach eigener früherer Aussage derjenige im Stadion ist, der am meisten Ahnung vom Fußball habe. Doch was hilft es, wenn wettbewerbsübergreifend zehn sieglose Spiele dafür sorgen, dass der Laden von Platz 4 mitten in den Abstiegskampf gesegelt ist und in Bochum gleich fünf Gegentore kassiert?

Einmal noch durfte Breitenreiter einen Rundumschlag starten.“Wir hatten elf Totalausfälle haben uns nicht gewehrt. Fehler gemacht, die mit Profifußball wenig zu tun haben.“

Was aber auch schon auf früheren Stationen auffiel: Niederlagen verschuldeten stets die Spieler, Siege gingen schon mal eher auf sein Konto. Ich denke, auf Dauer mag das keine Mannschaft so gern.

Gut aber, dass schon direkt nach dem 2:5 in Bochum Manager Schröder mal größere Fragen stellte: wie es sein kann, dass man schon wieder mit einem Trainer abstürzt in der Tabelle. Hatte man doch vor Jahresfrist dies Sebastian Hoeneß zum Vorwurf gemacht und ihn dann durch Breitenreiter ersetzt. Nun also ein Déja-Vu und die dritte Entlassung nach dem Weggang vom Nagelsmann damals.

Der wiederum hat mit seinen Bayern mal wieder punktgenau geliefert und mit 4:2 in Wolfsburg gewonnen nach einem Blitzstart und frühem 3:0. München ist damit wieder an der Tabellenspitze nd kann sich nun ganz in Unruhe der Aufarbeitung von Neuers neuestem Interview widmen. Gibt ja auch sonst nichts anderes zu tun.

Oder doch: mal drauf wetten, ob Neuer oder Nagelsmann diesen Knatsch nicht übersteht. Und es scheint gar nicht so sicher, dass es den Trainer treffen könnte.

Eng für Bayer, Druck im Keller

Ob das schon eine kleine Vorentscheidung gewesen ist hinsichtlich der CL- Teilnahme von Bayer Leverkusen in der nächsten Saison? Das 0:1 in Augsburg sorgt dafür, dass es am Sonntagabend mehr als zehn Punkte Rückstand sein könnten zur Gelddruckmaschine Champions League.

Lediglich Freiburg und der BVB könnten sich die Punkte gegenseitig wegnehmen, wobei diese Begegnungen in Dortmund ja stets eine klare Sache für Schwarzgelb gewesen sind. Will Freiburg wirklich nicht „nur“ EL spielen, täte einPunktgewinn aber gerade in diesem Spiel gut.

Union Berlin spielt gegen Mainz, zwar ohne Real-Neuzugang, aber der ist als Kuriosum längst abgehakt. Ein Sieg und Union wäre zumindest bis Sonntag am frühen Abend neuer Tabellenführer. Dann tritt Bayern in Wolfsburg an und müßte bei Ex- Trainer Kovac schon gewinnen, um wieder vorne zu liegen. Ein viertes Liga- 1:1 in Serie würde nicht reichen. Wie gut, dass da Manuel Neuer sich aus dem Krankenstand meldet und nochmals auf die Sahne haut bezüglich der Trennung der Bayern von seinem, nein, von ihrem Torwarttrainer.

Sollten Union und Bayernnicht gewinnen, könnte sogar Leipzig bei einem eigenen Sieg in Köln als Erster in die nächste Woche gehen. Das klingt alles wieder unglaublich spannend, oder?

Am Tabellenende kann sich Augsburg nach dem Sieg eggen Leverkusen ein wenig Luft verschaffen. Die Konkurrenz muß nachziehen. Schalke in Gladbach etwa oder Hertha bei Frankfurt. Da braucht es jetzt allmählich malÜberraschungs- Zähler für die Teams unten drin. Bochum kann Hoffenheim mit in den Abstiegskampf ziehen, Stuttgart mit einem Sieg gegen Bremen ebenso zur TSG aufschließen.

Wechselwild und Mülleimer

Es gibt ja doch noch Vereine, bei denen Transferwechsel geklappt haben. einer davon und fast unbemerkt in seinen Aktivitäten, ist der FC Augsburg. Die wollen angeblich ein wenig weg vom physisch bestimmten Fußball. Mal wieder die feinere Klinge schlagen nach so vielen Jahren, dass man sich kaum noch dran erinnern kann, dass sie das mal getan haben. Kraftaufwändig, Schneid abkaufen und irgendwie dann doch noch die Klasse halten. Davon will man nun ein wenig weg, vom Klassenverbleib natürlich nicht.

Sieben Neue sind gekommen, überwiegend junge Leute. Wie viele von denen nun gleich zu Beginn des nächsten Spieltags in die Startelf rücken werden, wenn es gegen Leverkusen geht? Abwarten. Schließlich sind die Anderen eingespielt und mit einem Sieg über Xavi alonso und sein Team kann Augsburg die Konkurrenten im Abstiegskampf unter Druck setzen.

Leverkusen hingegen muss den Faden wieder aufnehmen in Sachen Aufholjagd Richtung Europa. Zehn Punkte beträgt der Rückstand auf Dortmund auf CL-Platz 4. Gegen die hatte man am Sonntag verloren, ein Zwischentief kann sich Bayer nicht weiter erlauben. Alonso muss zeigen, dass er nicht nur als Spieler einen großen Namen hatte. Und gleichzeitig nimmt auch er ein wenig Umbau an Kader und Spielweise vor.

Sein Mainzer Kollege Svensson darf übrigens doch am Wochenende an der Seitenlinie stehen. Die rote Karte aus dem Pokalspiel gegen Bayern muss er im Pokal absitzen. Also im Sommer bei irgendeinem Erstrunden- Kick auf dem Land. Tolle Strafe. Ob das Schiedsrichter-Gespann blind sei, hatte er den vierten Offiziellen gefragt. Schiri Aytekin mit gut sichtbarem Rot gekontert.

Schiedsrichter seien nicht „die Mülleimer der Nation“, so Aytekin. Womit er sicherlich recht hat – allerdings liegt da die Meßlatte für einen Bankverweis jetzt schon recht tief. Bin mal gespannt, ob andere Unparteiische dem Beispiel folgen werden.

Gestreckt

Tja, so ein richtiger Pokalabend sieht natürlich anders aus – aber wenn man aus Vermarktungsgründen das Achtelfinale so streckt, dass quasi nur Einzelspiele laufen, dann heißt es halt: gucken oder nicht gucken.

Denn weder bei Titelverteidiger Leipzig gegen Hoffenheim noch bei Mainz gegen Bayern kam Spannung auf. Vier zu null siegen die Münchener, drei zu eins gewinnt RB im Duell der Ex- Vereine vom Nagelsmann. Sind also beide mühelos weiter, Bayern nutzte dieses Achtelfinale dann sogar, um seinen Neuen einzuspielen. Cancelo heißt der, kam am Vortag neu in München an und bereitete gleich den ersten Treffer vor. Irgendwofür ist Pokal halt gut…

Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem über zwei Wochenmitten gestreckten Achtelfinale halten soll. Man hat sich das bei der CL abgeschaut. Das mag manch einer für modern halten und sich freuen, weil man sogar bei einem Elfmeterschießen im ersten Spiel des Tages den Beginn des zweiten nicht verpaßt. Aber es gibt halt auch keine Parallelspiele, die bei fehlender Spannung herhalten können. Vielleicht taugt auch das Achtel einfach nicht dafür oder der Zuschauer hierzulande tickt anders als anderswo?

Der Rest läuft dann nächste Woche. Ob Sandhausen gegen Freiburg da eher für ein Einzelspiel taugt? Oder Nürnberg gegen Düsseldorf? Und ob jemand mal die Zuschauerquote rausrückt?

Brutto, Netto, Isco – und Double- Gefahr

Brutto und Netto – das ist ja beinahe schon ein Klassiker. Und natürlich ist es ein Unterschied, was man da aushandelt. Und genau daran soll in letzter Minute der Wechsel von Ex- Real- Mann Isco zu Union Berlin gescheitert sein. Kann man sich kaum vorstellen, aber in Spanien sollen Netto-Verträge handelsüblich sein und hierzulande halt nicht. Nun gut, immerhin einen frischen Medizincheck hat er bekommen, bevor es wieder heim ging.

Da ist ihm dann der 2:1- Erfolg der Unioner gegen Wolfsburg entgangen – kurzweilig war die Partie, auch wenn beiderseits einige Stammspieler geschont wurden. Seltsam, ist doch der Pokal der kürzeste Weg nach Europa und zumindest für die Wolfsburger ein Plan B, den man gut und gern hätte nutzen können.

Doch am Sonntag kommen die Bayern und man kann sich vorstellen, dass Trainer Kovac gegen seinen Ex-Verein keinerlei Motivation benötigen wird.

Stuttgart siegte in der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit mit 2:1 in Paderborn. Und jeder, der nur auf Ballbesitz und Eckball- Statistik achtet, wird etwas von hochverdient erzählen. Aber mal ehrlich: wer aus 17:0 Ecken 94 Minuten lang nichts rausholt,… dann darf man auch mal die Defensiv- Leistung der klassentieferen Mannschaft erwähnen.

Ein Schmankerl für’s Internet ist auf jeden Fall Stuttgarts Eigentor aus 48,10 Metern. Rekord für den DFB- Pokal.

Teil zwei des gestreckten Achtelfinals steigt am späten Nachmittag mit dem Klassiker zwischen Leipzig und Hoffenheim. Da sollten die Rollen klar verteilt sein, schon angesichts des Durchhängers der TSG in den letzten Spielen.

Und abends geht es dann für die Bayern darum, mal nicht 1:1 zu spielen. Ob der Nagelsmann das kommuniziert kriegt gegenüber seienr Mannschaft? Ihm selbst dürfte man wohl in ganz klarer Form mitgeteilt haben, dass es mal schön wäre, ein Double zu gewinnen. Und er selbst weiß, dass auch ein Double schon Kollegen wie Felix Magath nicht gerettet hat.

Verspätet in die Schlagzeilen

Gut, andere gehen ins Dschungelcamp. Und wenn dort schon voll ist, muss man sich halt anderweitig in Erinnerung bringen. Dennis Aogo etwa, Ex-Experte bei Sky, nachdem er „Trainieren bis zum Vergasen“ empfohlen hatte.

Nun kommt er um die Ecke in Sachen Gnabry. Zwar erst nach knapp einer Woche, aber dafür mit einer Einschätzung, bei derman sich fragt, ob er die wirklich hat oder ob er sie hat, damit er irgendwo zitiert wird. Medienprofi ist er halt.

Die Einschätzung der Bayern, das Verhalten von Gnabry – Stichwort Fashion Week – sei amateurhaft und unprofessionell, kontert Aogo damit, solche Maßstäbe an das Verhalten von Spielern seien „veraltet“. Und wenn Gnabry statt seinem Hobby Mode zu frönen in Paris im Louvre gewesen wäre, dann würde das nicht solche Wellen geschlagen haben.

Da soll der Aogo gern seine Meinung haben, das kann man aushalten. Aber ich glaube nicht, dass man von einer „Hetzjagd“ sprechen kann, zumal Gnabry ja seine Follower stündlich über sein frisches Outfit meinte auf dem laufenden halten zu müssen. Und wer weiß, bei welchem Label er einen Vertrag haben mag? Ausschließen würde ich das nicht, dass sich ein Modelabel die Followerschaft eines Fußballers zu nutzen macht.

Und mal ehrlich, lieber Dennis Aogo, warum soll ein Verein, der eine Menge Kohle in Spieler investiert, nicht auch mal Vorstellungen davon haben dürfen, wie sich der Kicker am freien Tag verhält. Dass man ihm das nicht minutiös vorschreiben kann und darf: soweit richtig. Aber ein Verein darf schon erwarten, dass jemand in bestmöglicher Verfassung seinem Job nachgeht. Und wenn der Körper das Arbeitsmittel ist, heißt es eben auch: nicht übermüdet, nicht versumpft, etc.

Assistiert wird Aogo bei anderer Gelegenheit und zum selben Thema von Frau Kemme, aktive Spielerin ihres Zeichens.

Die öffentliche Kritik seitens des Vereins sei respektlos. Und wenn ihr Sportdirektor das bei ihr so handhaben würde, würde sie in Konfrontation gehen.

Klar, Frau Kemme, einen Expertinnen-Vertrag haben, zu dem es gehört, Andere öffentlich zu kritisieren, ist eine feine Sache. Selbst aber öffentlich kritisiert zu werden, geht natürlich nicht.

Warum hat man nur den Eindruck, dass da Leute bei ihren Verträgen gern nur die Seiten mit ihren Rechten lesen?

Jobsicherheit

Wenn es um Schlagzeilen geht, dann ist die Hertha ja wirklich in den letzten Jahren ganz vorne mit dabei. Nun also flog der Manager Bobic am Samstag kurz nach dem verlorenen Derby gegen Union – und dennoch ergebnisunabhängig, so scheint es. Da ist es natürlich ganz großer Stil, wenn Bobic noch vor und nach dem Spiel seine Jobgarantie für Trainer Schwarz wiederholen darf.

Die Nachfolger Neuendorf und Weber betreten Neuland auf diesen Positionen, zwei Tage bevor das Transferfenster schließt. Und hier nochmalös tätig zu werden, sei der Hertha dringend geraten – auch wenn der Auftritt gegen Union so schlecht gar nicht war, die Mannschaft von Beginn an griffig wirkte als habe Boateng das Heißmachen höchstpersönlich übernommen.

Vielleicht sollte die Hertha den Schnitt auch komplett machen und auch auf der Trainerposition einen Neuländer hinstellen. Boateng halt. Kloppo hat ja auch mal über Nacht als Coach angefangen, lange ist es her. Wenn Risiko, dann richtig – oder etwa nicht?

Wie sicher ist eigentlich der Trainerjob in München? Das dritte 1:1 in Folge – diesmal gegen Frankfurt – dürfte auch die Bosse dünnhäutig werden lassen. Nebenbaustellen hatten sie in den letzten Tagen auch ausreichend und vielleicht merkt jetzt auch der letzte Spieler, dass Nebengeräusche nicht ganz so förderlich sind für das Klima rund um den Verein?

Ein einziger Punkt beträgt noch der Vorpsrung vor dem Zweiten Union, der inzwischen auch die glanzlosen Spiele im Stile einer Spitzenmannschaft für sich entscheiden kann. Auch das ist eine Qualität!

Die Aufholjagden von Wolfsburg und Leverkusen sind vorübergehend ausgebremst worden, Dortmund springt wieder auf einen CL- Platz und Nachbar Schalke hat am anderen Ende der Tabelle nun immerhin eine zweistellige Anzahl von Punkten. Sechs Punkte Rückstand auf Platz 15 könnte manch einer wieder für machbar halten.

Selbstläufer vielleicht

Da haben Viele sicherlich höher getippt als lediglich das 2:1 von Leipzig gegen Gladbach. aber so läuft es halt häufig mit den vermeintlich so klaren Spielen. RB klettert auf Platz 2, Stuttgart kann theoretisch von Hertha und Bochum am Wochenende überholt werden.

Wohlgemerkt theoretisch, denn deren Gegner können am Leipziger Spiel halt auch mitnehmen. Nämlich, dass Selbstläufer mitunter keine sind. Auch nicht das Berliner Derby für Union trotz einer kleinen Siegesserie gegen die Hertha. Falls die nämlich wieder Erwarten mal mit ihrem Schattentrainer Boateng von Beginn an spielen sollte – solange er halt durchhält – könnte sie ein Spiel vielleicht offener gestalten als zuletzt. Andererseits verfügt Union über ausreichend Qualität um mit einem Abstiegskandidaten klarzukommen.

Wolfsburg, 11:0 Tore in den beiden Spielen nach der WM- Pause, muss in Bremen antreten. Klingt einfach, kann aber auch eine zähe Veranstaltung werden. Abhängig von Werders Lethargie. Oder einer extrem frühen Führung des VfL, der dann erst einmal den Matchplan des Gegners über Bord werfen würde. Sofern vorhanden.

Köln spielt auf Schalke. Nichts leichter als das? Nun, die Mannschaft von Baumgart kann zumindest sich schnell umstellen. Dürfte die Partie eher so angehen wie gegen Bremen statt wie gegen Bayern. Und darf nicht glauben, sie mache das mal eben mit links. Ein einstelliger Tabellenplatz am Sonntagabend wäre aber möglich.

Ob Dortmund erneut ein später Treffer zu drei Punkten verhilft? Immerhin geht es nach Leverkusen. Diese Spiele enden zwar fast traditionell torreich, aber Bayer ist voll auf dem Trip, die Aufholjagd schaffen zu wollen Richtung Europa. Und entdeckt zumindest phasenweise auch das alte Tempo im Spiel wieder.

Kriselnde Hoffenheimer empfangen auswärtsschwache Gladbacher, sich noch suchende Freiburger spielen gegen unangenehme Augsburger und Bayern gegen Frankfurt. Klingt nach einer engen Sache, aber gerade in solchen Spielen geben die Bayern ja gern eine Machtdemonstration ab. Schon damit Ruhe ist im Karton. Wer sitzt eigentlich Sonntagmorgen im Doppelpass?

Doch egal, wie alt?

Das ging ja bei so einer englishcen Woche nahezu unter – und beide Prozeßparteien waren ja auch nicht anwesend. Aber der Ex- Schiri Gräfe kriegt nun Geld vom DFB – wegen Altersdiskriminierung. 48500 Euro sollen das sein, einen Verdienstausfalle für seit seiner Verabschiedung entgangene Spiele gibt es nicht.

Was aber fast noch interessanter ist: die Altersgrenze von 47 Jahren für Schiedsrichter steht nirgendwo in den Statuten. Obwohl ja eigentlich immer klar war, dass dann Schluß wäre mit dem Pfeifen und Schiedsrichter früher in ihren regulären Beruf zurück gingen. Heutzutage wirst Du dann Experte oder hältst Motivationsvorträge.

Zukünftig wird sich der DFB und die „DFB Schiri GmbH“ etwas einfallen lassen müssen. Im Sinne des Landgerichts Frankfurt mutmaßlich sogar nach Leistung gehen, wenn es um die Beschäftigung als Spielleiter geht. Allgemein hält man es für zu wenig transparent nachzuvollziehen, wer Schiedsrichter sein darf und wer nicht.

Gräfe selbst wird von all dem nicht weiter profitieren – aber wie sieht es mit den Ex-Kollegen Brych oder Aytekin aus, die demnächst an der ja gar nicht festgeschriebenen Altersgrenze kratzen? Ist Gräfe nun der Schiri- Bosman geworden?

Der nächste Spieltag der Liga startet mit Leipzig und dem VfB Stuttgart in die Rückrunde. Die Favoritenrolle dürfte klar verteilt sein,zumal der VfB auf einige Leute verzichten muß. Auch auf den jungen Ahamada, der für den Jubel bei den Fans seine zweite gelbe Karte kassiert hatte. RB kann mit einem Sieg vorübergehend bis auf einen Punkt an die Bayern heran rücken, die Samstag gegen Frankfurt spielen.