Keller- Besetzung

Da denkst Du, das Duo Infernale bei Nitro an seinem Kölner Kommentatorenplatz sind eine Kröte, die es zu schlucken gilt – aber das Spiel von Leverkusen in Prag toppte dies dann noch. Lag an beiden Mannschaften.

Der Unparteiische paßte sich mit seiner wichtigsten Entscheidung an, dem Platzverweis gegen Bellarabi. Hier bekam manch einer Sehnsucht nach dem Video- Assistenten. – Mehr als eine Stunde in Unterzahl, das sah sogar bis zehn Minuten vor Schluß noch nach ’nem Punktgewinn aus. Wurde es aber nicht mehr.

0:1 verliert also Leverkusen, während Hoffenheim in Gent gleich mit 4:1 siegte.

Und schon geht die nächste Nonstop- Fußball- Woche in die Ligaspieltage. Schalke will gegen Stuttgart versuchen, zumindest den zweiten Saisonpunkt einzufahren. Mit einem Sieg würden sie sogar die Hertha für eine Nacht auf den Relegationsplatz schubsen, aber das interessiert wahrscheinlich nur noch Gelsenkirchener Nostalgiker.

Die Realsiten wollen sehen, daß Königsblau nicht allzu schnell den Anschluß ans Mittelfeld verliert. Dort hätten viele die Schalker vor Saisonbeginn verortet, nicht aber ganz unten. Ob sie den „Hamburger Weg“ gehen, der beim HSV jahrelang so gern propagiert worden ist? Das zu sagen, ist es natürlich noch viel zu früh. Aber vielleicht sind sie ja genau der Verein, der bis kurz vor Saisonende glaubt, man schafft es noch.

Aber Vorsicht: diesmal weiß man nicht genau, wann Saisonende sein wird. Ob wohl der Profifußball ja theoretisch durchspielen darf. Stand heute.

Apropos Hamburg: da gibt es das Stadtderby gegen St. Pauli. Die beiden letzten Aufeinandertreffen gewann St. Pauli jeweils mit 2:0. und auch diesmal dürfte es das Ziel des traditionellen Underdogs sein, dem HSV dessen optimale Startbilanz zu beenden.

Zeitgleich kämpft Absteiger Düsseldorf dagegen, weiter nach unten durchgereicht zu werden. Nicht, daß Fortuna darin nicht schon erfahren sei…

Lucky Luc

Nun schalte ich ja den Ton beim Fußball immer ganz weit runter – und dennoch hörte man da fast neunzig Minuten lang jemanden schreien. Ton also wieder ein wenig hoch – das war kein zweiter Kommentator, kein Simultan- Übersetzer, sondern Lucien Favre, dessen Stimme sich im leeren Stadion beinahe überschlug.

Gehört haben seine Stars ihn sicherlich, auf ihn gehört nur bedingt. Über die Außen sollten sie mehr spielen gegen St. Petersburg. Taten sie aber nicht. Mühten sich in der Mitte gegen ein Gästeteam, dessen vorderster Mann dreißig Meter vorm eigenen Tor war.

War das eine zähe Veranstaltung! Das 2:0- Endresultat täuscht darüber hinweg. Kein Tempo, kaum Überraschendes, viel Ballbesitz, aber der alleine gewinnt kein Spiel.

Ein von der Sankt Petersburger Abwehr geschenkter Elfmeter sowie ein Tor in der Nachspielzeit sorgten für ein gutes Ergebnis zum schlechten Spiel.

Ein wahres Spitzenteam regelt das anders. Und ohne allzu viel in Favres Coaching interpretieren zu wollen: man hat das Gefühl, daß er im Grunde der Laune seines Ensembles ausgeliefert ist. Wollen die nicht, hängt sein Job am seidenen Faden.

Zumal ja schon ganz offen Nachfoger gehandelt werden. Nagelsmann, der mit Leipzig ein 0:5 bei ManU kassiert hat. Oder Marco Rose, Gladbachs Trainer, der einen modifizierten Red Bull- Fußball spielen lassen könnte.

Favre kann spätestens seit diesen Diskussionen davon ausgehen, daß nach der Saison jemand anderes seinen Job macht. Ob es angenehmes Arbeiten ist, wenn das schon so früh durchsickert, sei mal dahin gestellt. Daß es den Trainer gegenüber der Truppe nicht stärkt, sieht man in unschöner Regelmäßigkeit.

Gegen Mailand und gegen Madrid

Das war ja ein Spiel für Nostalgiker in Mönchengladbach. Real Madrid gastierte und damit Erinnerungen an die gute alte Zeit. Und als müsse man dann dringend noch einen drauflegen, wurde ganz am Ende des Partie sogar noch die Aktualität Sepp Herbergers nachgewiesen.

Denn Real glich in der 93. Minute zum 2:2 aus. Gladbach hatte bis kurz vor Spielende 2:0 geführt. – Ähnlich also wie in der Vorwoche gibt es den späten Ausgleich. Zwei Punkte aus zwei Spielen statt zumindest deren vier oder gar sechs. Daß sie mithalten können mit den Großen des Kontinents, ist derzeit sicherlich kaum ein echter Trost.

Bayern hat sich dem Vernehmen nach bei seinem kurzen Moskau- Trip schwerer getan als erwartet. Hat aber dennoch gewonnen, 2:1 bei Lok – abhaken und nach Hause fliegen. Mit an Bord natürlich auch der zuletzt falsch positive getestete Gnabry.

Ins Theater der Träume in Old Trafford geht es für Leipzigs Rasenballsportler und Manchester United dürfte ein wahrer Prüfstein werden. Für die Engländer hingegen ist es ein Gegner, der schwerlich einzuordnen ist und unter normalen Umständen auch kein Kassenmagnet gewesen wäre. Sie haben da schon Erfahrungen mit Wolfsburg gemacht in dieser Hinsicht.

Dortmund geht als Favorit gegen Sankt Petersburg ins Spiel. Und wieder gutmachen sollen sie auch noch den pomadigen Auftritt vor einer Woche in Rom. Schlechter ginge es eigentlich auch kaum, aber mitunter neigt ja der BVB zu Überraschungen.

Immerhin ist die jeweilige Favre- Kritik angesichts der hohen Spielfrequenz immer schon nach einem Tag verpufft, weil es weiter geht zum nächsten Kick. Dem Trainer dürfte es gefallen, Rücjendeckung aus dem Verein bekommt er eh keine.

Vor anderem speziellen Hintergrund am interessantesten ist – leider – die Partie von Basaksehir Istanbul gegen Paris Saint Germain.

Mal eben schnell gekickt

Die ganz lebenserfahrenen werden sich noch dran erinnern, andere kennen die Story aus Überlieferungen oder Dokus: Anfang der 70er Jahre, Bayern spielt in Dresden und traf ordentlich Vorkehrungen vor der Reise in die DDR: eigener Koch, Zwischenstopp kurz vor der innerdeutschen Grenze, ab nach Dresden, spielen und baldmöglichst wieder nach Hause.

Ganz ähnlich geht es nun nach Moskau zum CL- Spiel: die Pressekonferenz und das Abschlußtraining noch in München, Hinflug, Hotel in Moskau, Spiel und dann per Sondererlaubnis nachts zwischen zwei und halb drei in München landen.

Dieses Prozedere um sich möglichst wenig Gelegenheiten zur Ansteckung auszusetzen, scheint die größere Herausforderung zu sein als das Spiel gegen Lok Moskau selbst zu sein. Nicht einmal der russische Winter hat sich bislang warm gelaufen und könnte den Gastgebern mitspielen.

Eher ein Feiertag dürfte es am Niederrhein werden, wo Gladbach auf Real Madrid trifft. Mittlerweile im leeren Stadion, due Gladbacher Spieler haben also ein Karriere- Highlight ganz für sich allein 😉 Favorit sind sie sicherlich nicht, aber Real ist auswärts ja immer mal schlagbar gewesen in der Vergangenheit.

Die Liga hat dann mal drei Tage Pause, Leverkusen rundete den Spieltag mit einem 3:1 gegen Augsburg ab und ist Vierter, während der FCA allmählich in die Regionen rutscht, wo man ihn am ehesten vermuten kann.

Das war also nun das erste Montagsspiel der noch jungen Saison und mangels Publikum auch nicht von Protesten begleitet wie es sich in den letzten beiden Jahren fast schon üblicherweise entwickelt hatte. Nächste Woche gibt es dann wieder eins und man fragt sich woran es liegen mag,, daß es einem kaum noch auffällt. Weil es insgesamt zu viel Fußball gibt in diesen Tagen? Oder weil man allmählich die Orientierung im Kalender verliert?

Eine Frage des Timings

Weder Werder noch Hoffenheim rangieren vorübergehend auf Platz 4 der Tabelle – die Folge des 1:1 zwischen den beiden, mit dem Bremen wohl besser leben können wird als die TSG, die nach schnellem Rückstand zu viele Chancen liegen ließ.

Zuvor rettete Wolfsburg einen 2:1- Erfolg gegen Bielefeld ins Ziel, pbwohl es zur Halbzeit schon klarer hätte sein müssen. Aber immerhin: für den Nicht- EL- Teilnehmer war es im fünften Versuch der erste Saisonsieg mit den ersten Heimtoren der neuen Spielzeit. Wofür der Besuch eines Aufsteigers halt gut ist…

Augsburg und Leverkusen werden am Abend die Tabelle endgültig begradigen – der Sieger wird Vierter, wie gehabt.

Wie schon im Frühjahr, so gab es auch diesmal komplett leere Stadien. Aber wirtschaftlich und vermarktungstechnisch ist dies wohl besser als nichts. Der daran mitgewirkt hat, daß der Ball wieder rollt, will sich Berichten zufolge eine „neue Herausforderung“ suchen: Christian Seifert.

Seinen Vertrag als DFL- Chef will er nicht verlängern, wenn der übernächstes Jahr ausläuft. 53 wird Seifert dann sein – Zeit, sein Netzwerk vielleicht auch anderweitig zu nutzen?

Immerhin hat er es verstanden, daß jetzt zweieinhalb Mal so viel an Vermarktungsgeld fließt wie zu Beginn seiner Amtszeit 2005. Das heißt, in den fünfzehn Jahren ging es von 400 Millionen auf eine Milliarde pro Saison.

Da kann es eigentlich nur zurück gehen, wenn neue Vermarktungsverträge verhandelt werden. Und unter die soll dann wer anders seinen Wilhelm setzen. Gutes Timing, oder?

Ob Mailand oder Madrid,…

…Hauptsache, man gewinnt auch in Mainz. Das dürfte die Devise der Gladbacher Borussen gewesen sein und mit dem 3:2 haben sie drei Punkte eingefahren, die sie zumindest vorübergehnd in die internationalen Plätze der Tabelle bringen. Dabei war es allerdings spannender als gewohnt, doch der dritte Treffer zog dem Gegner endgültig den Zahn.

Mainz bleibt weiterhin punktlos am Tabellenende und ist dabei in guter Gesellschaft. Hertha verlor in Leipzig, das weiterhin Tabellenführer bleibt, und hofft nun wahrscheinlich auf ein Sonntags- Unentschieden zwischen Bielefeld und Wolfsburg, damit beide in Reichweite bleiben.

Union Berlin kam über ein Unentschieden gegen Freiburg nicht hinaus und die Fans schleppten alles an, was Krach macht und für gewöhnlich nicht ins Stadion mitgenommen werden darf: Eimer, Töpfe nebst Deckel, etc. – aber es sind halt besondere Zeiten…

Das erfuhren auch die Würzburger Kickers vor ihrem Auftritt beim HSV. Nachts um ein Uhr kam das Test- Ergebnis: drei Spieler positiv getestet. Vormittags bei der Testung waren jene drei Leute wieder negativ. Würzburg hielt sie dennoch vom Spiel fern. Das Spielresultat war ein erwartbares 1:3, über die Testergebnisse wird sicherlich mehr diskutiert. Zumal sie sich am Abend noch als „falsch positiv“ herausgestellt hatten.

Bayern fertigt Frankfurt mit 5:0 ab, das ist nun wahrlich keine Überraschung und wahrscheinlich wird es auf die direkten Duelle mit Leipzig und Dortmund ankommen – alle anderen in der Liga scheinen derzeit nicht in der Lage, die Übermannschaft zu ärgern oder mehr.

Und dann war daja noch das einseitige Revierderby. Allen Debatten zum Trotz: es war völlig wurscht, wer da nun im BVB- Tor stand. Er hatte nichts zu tun.

Denn Schalke hatte mit der Defensive genug zu tun, 55 Minuten klappte es auch gegen anrennende Dortmunder, die erst dann in Führung gingen. Von den Königsblauen kam danach noch weniger, minutenlang in der eigenen Hälfte festgemacht. Das 3:0 für den BVB spiegelt eher das tapfere Verteidigen der Schalker als die wahren Kräfteverhältnisse wider.

Ähnlich klar soll auch das kleine Derby zwischen Essen und Oberhausen in der Regionalliga abgelaufen sein – mit dem gleichen Ergebnis übrigens.

Mit einem Sonntags- Sieg können Werder und Hoffenheim auf den vierten Platz vorrücken, was das Wochenende entsprechend abrunden würde. Aber nur einer kann es schaffen, da sie gegeneinander antreten.

Je nach Stimmungslage

Man kann es halt immer drehen, wie es paßt: „Kölns Sieglos- Serie unter Gisdol hält an“ oder aber „Köln punktet zum zweiten Mal in Folge“. „Stuttgart klettert auf CL- Rang“ oder „VfB verpaßt Tabellenführung“.

So darf denn zwischen halb vollen oder halbleeren Gläsern sich jeder das heraussuchen, was für seine eigene Stimmung zutrifft nach diesem 1:1 zum Auftakt des Spieltags.

Es ist die erste Woche, in der wirklich jeden Tag irgendwo Fußball läuft. Und trotz aller CL- Qualität findet man dann doch die Bundesliga noch am spannendsten – jetzt mal abgesehen von der bayerischen Dominanz.

Diese zu brechen, dürfte auch Eintracht Frankfurt kaum gelingen. Zwei Busse vorm Tor zu parken, auch das sieht Adi Hütter nicht als probates Mittel an. Zwischen Realismus und Kapitulation, aber da ist er nicht der Erste. Dabei könnten die Eintracht- Adler mit einem Sieg die Münchener überflügeln in der Tabelle.

So aber wird es wieder ein paralleles Laufen zwischen Bayern, Dortmund und Leipzig werden. Wer stolpert? Wahrscheinlich keine der drei Mannschaften.

RB spielt gegen Hertha, Tempo trifft auf gewisse Findungsprobleme und vielleicht mag ja im Umfeld manch anderes vom Sportlichen ablenken.

Dortmund trifft – schon wieder in einem „besonderen Derby“ – auf Schalke. Dreihundert auserwählte Zuschauer dürfen dem Ganzen beiwohnen. Die Blicke in beiden Lagern gehen aber in Richtung der Torhüter. BVB- Favre ließ Bürki zuletzt draußen und brachte seinen Ersatz- Schweizer Hitz. Jetzt soll wieder zurück gewechselt werden. Angeblich eine einsame Entscheidung des Trainers. Aber Rückenstärkung für ihn dringt aus dem Verein ohnehin nur selten nach draußen.

Schalkes aussortierter und nun wieder aktivierter Keeper Fährmann fehlte zuletzt verletzt und Ersatzmann Rönnow machte seine Sache ordentlich. Wird Trainer Baum also den Ex- Frankfurter weiter halten lassen oder die alte Rangordnung wieder herstellen?

Und wie sehr wird anschließend wieder über Favre diskutiert, wenn der BVB ähnlich lustlos wie in Rom auftreten sollte?

Union gegen Freiburg, diese Partie tritt ebenso in den Hintergrund wie die punktlosen Mainzer gegen Gladbacher, die ein gelungenes CL- Comeback zeigten und mit dem Sieg beim Schlußlicht in die obere Tabellenhälfte vorrücken können.

Gestochere

Daß keine Zuschauer zugelassen waren im Sinsheimer Stadion, war halb so schlimm. Denn die neunzig Minuten zwischen Hoffenheim und Belgrad boten herzlich wenig. Ein 2:0 mit viel Gestochere und einem Gast, bei dem den Ball zu treffen oftmals erst die zweite Option gewesen ist.

Wesentlich attraktiver scheint der Kick in Leverkusen gewesen zu sein. Zwar ist die Anzahl der Tore nicht immer ein Indikator für eine hohe Spielqualität, aber so ein 6:2 gegen Nizza mit starker Schlußphase dürfte für Leverkusen auch Nachwirkungen auf den Bundesliga- Alltag haben. Man weiß nun, wo der Ball hin soll 🙂 Das ist ja ein Punkt, an dem man noch arbeiten muß. Montag schon gegen Augsburg.

Den Liga- Spieltag beginnt Aufsteiger Stuttgart. Der VfB ist ja wirklich unerwartet gut in die Saison gestartet. Sieben Punkte aus vier Spielen, das macht hochgerechnet… Aber genau das soll man ja nicht, hochrechnen. Sondern von Spiel zu Spiel denken, die meistgeliebte Trainerphrase. Und doch träumt manch einer in Stuttgart sicherlich von einer ruhigen Spielzeit.

Ein Sieg gegen Köln würde da schon drei Punkte weiter helfen. Der FC muß also an diesem Spieltag vorlegen gegenüber den Konkurrenten aus Mainz und Schalke. Mal sehen, ob das eine günstigere Ausgangslage ist für die Mannschaft von Trainer Gisdol. Der wird in seinem Amt verteidigt, und doch hat man das Gefühl, heftigere Diskusssionen um den Trainer werden nur Woche für Woche aufgeschoben.

Doch auf Stuttgart folgt Bayern und dann schon ein Sechs- Punkte- Spiel in Bremen. Scheint als würde sich Köln bis zur nächsten Länderspiel- Unterbrechung so durchlavieren. Aber ewig geht das nicht gut.

Überstehen

So richtig war es nichts mit dem „Spiel auf Augenhöhe“, das der Flickhansi im Vorfeld gegen Atletico Madrid – zumindest öffentlich – gesehen hatte. 4:0, das ist halt doch eine klare Sache, bei der die Bayern komplett den Ton angaben. Machen die nach ihrer Triple- Nummer etwa gleich so weiter? Wenn man sie so spielen sieht, dann wird desto klarer, wie sehr die Liga für sie nur Beiwerk sein muß.

In Mailand nutzte Inter die letzten Minuten zum Ausgleich der kurz zuvor erzielten Gladbacher Führung. Aber ein 2:2 beim Comeback ist aller Ehren wert. Was es darüber hinaus bringt jenseits der Punktprämie, wird die Hammergruppe in den nächsten Wochen offenbaren.

Wer jetzt immer noch nicht genug hat vom europäischen Fußball, der kann sich noch den EL- Nachschlag holen. Der besteht für Leverkusens Trainer Bosz vor allem darin, daß die Kritik an dem Saisonstart wächst. Und damit halt auch an ihm, so darf er das wohl interpretieren.

Und die maue Offensive kann man in der Statistik ablesen. Daß Leverkusen seine Abgänge kaum kompensiert hat, weiß man auch so. Aber ob es dem Coach auf lange Sicht helfen wird? Ich habe da so meine Zweifel, daß Bosz am Ende der Saison auch noch Trainer in Leverkusen ist. Aber erstmal geht es gegen Nizza.

Hoffenheim und Belgrad – das ist vor allem die Story von Drittliga- Meistertrainer Hoeneß, der nun plötzlich Europa League coachen darf. Und sich gleich mal vorgenommen hat, mit der TSG besser abzuschneiden als sein Vorgänger Nagelsmann. Also gilt es die Gruppenphase zu überstehen – für den Zuschauer die Übertragung bei RTL Nitro.

Schlafmützen, Figaro und ein Test

So eine Portion Schlafmützigkeit kommt abends um neun ziemlich unpassend, wenn Du ein CL- Match spielen sollst. Aber sag das mal einer den Dortmundern. Insbesondere deren erste Halbzeit in Rom war so dermaßen schwach – da paßte es, daß ausgerechnet ihr einstiger Flop Immobile die frühe Führung für Lazio erzielte.

Erst nach der Pause sprach die Statistik für den BVB, doch die wichtigste Statistik nicht: 1:3 heißt es am Ende, schön anzusehen war das alles nicht und mitunter machte es den Eindruck, als mache da jeder sein Ding und als hätten ganz selten zwei Leute mal dieselbe Idee.

Aber den Schrott spielt ja der jeweilige ehemalige Wunschspieler, nicht sein Ensemvle, nicht wahr? Und so wird bis zum Revierderby wieder über Favre diskutiert werden…

Leipzig schlug Istanbul, diskutiert aber über den erneuten Friseurbesuch. Aber was willst Du machen, wenn die Haarschneider in Sachsen entweder zu schlecht oder nicht teuer genug sind? 🙂 Und man muß den Jungs ja auch ihre Sparsamkeit zugute halten – sie haben sich den Figaro immerhin zu dritt geteilt. Da tun 8000 Euro für den Haarschnitt doch weit weniger weh.

Um ganz andere Dosen geht es, wenn Gladbach auf Inter Mailand trifft. Fast auf den Tag genau vor 49 Jahren fand das so genannte Büchsenwurfspiel statt – und genau das werden die Ur- Fohlen ihren galoppierenden Enkeln heute nochmals mit auf den Weg geben. Vielleicht reicht es ja als Motibation?

Bayern spielt gegen Atlético Madrid findet definitiv ohne den positiv auf Covid getesteten Gnabry statt. Aber so lange dreizehn negativ getestete Spieler zusammengebracht werden können, sieht die UEFA ja keine Spielverlegung vor. So schnell kann es leider gehen – vor zwei Tagen war solch ein Fall noch Theorie.