Flattermann

Für so einen Adler, denkt man ja, gehöre Fliegen zu dem, was er am besten kann. Nur ist das Exemplar bei der Frankfurter Eintracht am Spielfeldrand eines, das keine Einreisegenehmigung nach Spanien bekommen hat. Und man muß es dem Tier auch nicht antun.

Also wird „Attila“ wohl beim Rudelgucken im Frankfurter Stadion zuschauen, wenn die Eintracht in Sevilla gegen Glasgow spielt. Die Rangers wollen den Hattrick hinkriegen, schon zwei deutsche Mannschaften haben sie aus dem Wettbewerb geworfen mit Dortmund und Leipzig. Da dürfte der Tabellen- Elfte der Bundesliga zu knacken sein.

Genau so dachten aber auch bereits West Ham und Barcelona, bevor sie die Wucht des Frankfurter Spiels zu spüren bekamen.

Die Eintracht ist in der Europa League schlichtweg ein anderer Verein, eine andere Mannschaft. Klingt seltsam, trifft es aber. Unter Trainer Glasner genauso wie unter Ex Hütter. Hat der eigentlich eine Einladung erhalten zum Finale oder schaut er’s daheim?

Ex-Manager Bobic schaut das Spiel im Trainingslager seiner Hertha im brandenburgischen Kienbaum. Da muß er halt durch.

Nebenher ist er auf Trainersuche für den Felix- Nachfolger. Aber ein Drittel der Liga ist am Suchen. Nun auch noch Hoffenheim, das sich von Trainer Hoeneß getrennt hat. Neun sieglose Spiele zum Saisonende hin waren wohl deutlich zu viele.

Er stand ja bereits mehrfach vor dem Aus, wird hoffentlich auch ein wenig was mitnehmen aus der Situation für seinen nächsten Job. Ist ja wie im Leben an sich auch, daß man dann weiß, was man nicht mehr will.

Sinneswandel und Strippenzieher

Dass auch und gerade im Fußball recht häufig der alte Adenauer- Grundsatz mit dem Geschwätz von gestern gilt, ist ja nichts wirkich Neues.

Wohl aber, dass man ihn mitunter wörtlich nehmen kann. Siehe Wolfsburgs Manager Schmadtke, der am Samstag noch von der neuen Saison mit Trainer Kohfeldt spricht, um am Sonntag dann den „Rucksack“ von dessen Rücken zu schnallen, mit dem er in die nächste Spielzeit gegangen wäre.

Sollte der Schmadtke auf den letzten hundert Metern seiner Laufbahn wirklich eine 180- Grad- Wendung hingelegt haben wie ein Anfänger im Job? Oder können wir aus dem „sinneswandel“ schließen, daß der Aufsichtsrat beim VW- Verein anderer Meinung war? Dann aber kann Schmadtke eigentlich gleich bei nächstbester Gelegenheit den VfL verlassen. Und ich traue ihm zu, daß er keinen Bock auf lame duck hat.

In Augsburg hat der Manager offenbar – zunächst – gewonnen. Und zwar gleichermaßen gegen den Ex- Präsidenten und den Ex- Trainer Weinzierl. Der nutzte immerhin das Live- Interview nach Spielende dazu, ganz offen darüber zu reden, daß er sich so sehr hingehalten fühle, daß er nun keine Gespräche über einen neuen Vertrag mehr führen wollte.

Wir erinnern uns: Markus Weinzierl war vor seiner Rückkehr nach Augsburg zwei Jahre lang auf Jobsuche. Weiß also um das Risiko hinzuschmeißen und „ohne was“ dazustehen. Wenn man dennoch hinschmeißt, läßt es tief blicken dahingehend, daß in Augsburg nicht alles Puppenkiste ist. Strippen werden gleichwohl gezogen, nur der Erfolg hängt inzwischen traditionell am dünnen Faden.

Drei – Stand jetzt

Hach, wo fangen wir denn mal am besten an? Vielleicht mit den Glückwünschen nach Bayreuth, Bremen, Essen und Elversberg, weil sie demnächst nach der kurzen Sommerpause eine Liga höher antreten?

Gleich danach aber kann man in die Vollen gehen. Heißt, auf die leeren Trainerbänke. Wolfsburg wechselt mal wieder, nach einem Dreivierteljahr trennt sich der VfL von Kohfeldt. „Wir haben uns am Ende auch die Frage stellen müssen, wie belastbar eine weitere Zusammenarbeit wäre. Dabei sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass wir von Beginn an einer Druck-Situation ausgesetzt wären, die eine zu große Bürde für Mannschaft, Trainer und Klub bedeuten würde.“ So erzählt es Manager Schmadtke der Bild.

Heißt frei übersetzt was genau? Dass man diesen Schritt dann wieder nach ein paar Wochen in der neuen Saison vollzogen hätte? Dass man eingeknickt wäre, wenn von außen ein Trainerwechsel gefordert worden wäre? Oder aber, daß man den Schnitt mit Kohfeldt eigentlich schon längst hätte vornehmen können oder müssen?

Pauli- Trainer Schultz wired gehandelt, die Herren Maaßen und Farke ebenso. Und ob das Dreivierteljahres- Engagement der Karriere von Kohfeldt nun genutzt oder geschadet haben wird? Es sind ausreichend Gelegenheiten zum fliegenden Wechsel vorhanden.

Die Kollegen Hütter und Weinzierl waren da schon zuvorkommender gegenüber dem Pay-TV. Wer viel bezahlt, soll auch die Demission gern live haben.

In Gladbach war es wenigstens noch zwischen den Verantwortlichen abgesprochen, daß Hütter demissioniert und damit das Etikett 7,5- Millionen- Mißverständnis tragen darf. Da hat der Max Eberl anscheinend einen Trainer geholt, dessen Fußball nicht zu den Gladbacher Spielern paßte und umgekehrt. Wenigstens muß der Kader nun nicht mehr nach Hütters Präferenzen umgebaut werden.

Hütter soll in Verbindung gebracht werden, während Gladbach wohl retromäßig Favre kontaktiert haben soll.

In Augsburg nutzte Weinzierl seinen Live- Auftritt dazu, in den Sack zu hauen. Manager Reuter erfuhr es aus dem Fernsehen. Auch (k)eine Art – aber wenn man diesen Schritt wählt, dann hat man einen Grund. Der liegt offenbar darin begründet, daß bis zum Spieltag noch keine Gespräche geführt worden waren, ob und wie es weitergeht. Die braucht es auch nicht mehr.

Spät geklärt

Nun ist also Klarheit da – bis auf einen Fall: da muß die Hertha dann doch in die Relegation und am späten Nachmittag wissen wir auch, gegen wen.

Spät fiel das entscheidende 2:1 der Dortmunder gegen die Mannschaft von Felix Magath, der – ganz abgezockt – sogleich darauf hinwies, daß man beim Vizemeister gezeigt habe, „dass wir Erstligist sind“. So macht das ein Vollprofi, der ganz genau weiß, daß dieser Spruch in die Schlagzeilen kommt und seine Spieler ihn lesen werden.

So steuert man halt dagegen, wenn die eigene Mannschaft zuletzt dreimal späte und entscheidende Gegentore gefangen hat. Und so eröffnet man auch schon einmal die Relegation, bevor man den Gegner kennt. Hamburg, Bremen oder Darmstadt könnten mit der Hertha um den letzten freien Platz für die neue Saison kämpfen.

Stuttgart hat mit einem Sieg gegen Köln alles klar gemacht. Wann hat man schon einmal mit 33 Punkten die Klasse gehalten? Aber auch das ist ein Produkt der Liga, die immer weiter auseinander driftet. Die unten stehen, sammeln die Punkte in den Spielen auf Augenhöhe. Und das werden immer weniger. Für den Rest der Liga sind sie Kanonenfutter und dann braucht es halt schon länger nicht mehr die magische 40 als Punktezahl, die den Verbleib garantiert.

Die Kölner spielen in der Conference League, während Union Berlin in der Europa League gelandet ist. An der Alten Försterei haben sie sich also wirklich noch einmal steigern können gegenüber der Vorsaison. Wer hätte das gedacht?

Freiburg spielt auch in der EL, muß aber aufpassen, daß man das auch wirklich als Erfolg sieht. Denn selbst die CL- Teilnahme war greifbar. aber zwei Niederlagen in den letzten beiden Spielen haben einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Vierter wurde schlußendlich Leipzig durch sein Ausgleichstor in der Nachspielzeit in Bielefeld.

Die Bayern, Dortmunds AG und zweimal Betriebssport sind auch diesmal wieder die CL- Vertreter. Scheint, als sei nicht nur der Meistertitel abonniert.

Zeitgleich

Nostalgisch zeitgleich endet dann die Saison irgendwann gegen 17.20 – dann wissen wir auch, für wen sie noch ein wenig weiter gehen wird: Hertha oder der VfB Stuttgart gegenn dann in die Relegation.

Der VfB hat ein Heimspiel gegen Köln und muß dieses zumindest erst einmal gewinnen, um überhaupt weiter rechnen zu können. Zu dumm nur, daß auch der FC die Punkte braucht, um aus der Conference- noch eine EL- Teilnahme machen zu können. Natürlich wiederum abhängig von Unions Spiel gegen Bochum.

Ein Sieg der Stuttgarter und sie würden Hertha überflügeln, sofern denn Berlin in Dortmund nicht punktet. Das Hinspiel übrigens gewann Hertha, einer der wenigen guten Auftritte unter Trainer Korkut, der schon längst Geschichte ist.

Kaum vorstellbar, daß das dem BVB noch einmal passieren wird bei der Abschiedsvorstellung vom Haaland und dann hätte der Magath doch recht (und Blogkollege Sigurd6 ebenso) und die Rettungsmission könnte am Ende scheitern.

Ganz besonders wird man auf Hertha- Keeper Lotka schauen, der ja inzwischen doch nicht mehr zu den Dortmundern in deren zweite Mannschaft wechseln will. Das klären aber wohl Juristen und die Finanzen, denke ich. Und der junge Mann kriegt unvermittelt einen Härtetest.

Dann wäre da ja noch das Rennen um die Champions League. Leverkusen und Freiburg treffen aufeinander, der Sportclub kann aber nur noch dann an RB Leipizg vorbei ziehen, wenn die Rasenballsportler wie im Hinspiel Bielefeld unterliegen sollten. Aber damit rechnet niemand mehr. Insofern wirkt diese vermeintliche Spannung ein wenig aufgebauscht.

Der Rest ist Schaulaufen. Verabschiedungen, Punkt- oder Siegprämien kassieren und dem Verein vielleicht noch ein paar Euro mehr an TV- Geldern besorgen. Wobei ich immer glaube, das letzte Argument ist schlichtweg keins für die kickenden Angestellten.

Und wer sich in den unteren Ligen ein wenig Spannung geben möchte, der schaut auf das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen RW Essen und Preußen Münster in der Regionalliga West. Da ist es fast schon schade, wenn einer von beiden weiterhin viertklassig bleiben wird.

Wie man geht, wenn man geht

Wehe, wenn sie losgelassen… Wenn die Presseabteilung nicht überwacht, was wer sagt oder jemandem Worte in den Mund legt, die derjenige erst noch erfragen muß (gibt es wirklich).

Da macht der Ginter nun in einem Fan- Podcast seinem Herzen Luft darüber, wie ihm peu à peu rübergebracht worden sei, daß man ihn verkaufen wollte. Wie ich finde, mit klarer Kante, aber nicht beleidigend gegenüber irgendwem. Und ja, nachtreten ist doof und gehört sich nicht – wie aber kann eine Vertragspartei ihre Sicht der Dinge darstellen? Wenn es schon sein muß, dann doch lieber vor dem Abgang als in ein paar Monaten von Freiburg aus.

Was mich viel mehr wundert: war sein Auftritt beim Podcast denn nicht im Verein bekannt oder abgesegnet worden? Oder ihm jemand zur Seite gestellt worden seitens der Medienabteilung? Es sei denn, Ginter habe das als „privaten Termin“ wahrgenommen. Das ist eigentlich das dünnere Eis.

Wie wird das wohl irgendwann mal der Lewandowski handhaben? Angeblich verdichtet sich ja sein Wechsel nach irgendwo. Es sei denn natürlich, Bayern läßt ihn erst nächstes Jahr und dafür ablösefrei ziehen. Immerhin kam er damals ja auch ohne Ablöse aus Dortmund und zwischendrin hat er mit für ein paar Titel gesorgt. Da kann sich also Bayern das eine Jahr Zeit lassen, um einen Nachfolger zu finden. Ob der Kahn und der Brazzo das gebacken kriegen?

Absteiger Bielefeld hingegen hatte Langezeit- Armine Fabian Klos schon vor einem Jahr begonnen zu demontieren. Lange Zeit war ein vertrag in der Schwebe, das Kapitänsamt sollte er abtreten und gleich drei potentielle Nachfolger waren verpflichtet worden. Mit bekanntem Nicht- Erfolg. Immerhin ließ man Klos verkünden, daß er sein Glück woanders suche nach der Saison, soweit kam man ihm im Frühjahr dann doch entgegen. Und nun muß er seine Alm- Abschied nach dem Schädelbruch in Zivil begehen.

Grasnarben

Sportfreund Mattuschka, früher mal bei Union Berlin, verdingt sich ja seit einiger Zeit schon als Experte, also Phrasenautomat, in der 2.Liga – wie so viele andere. Schlimm aber wird es bei all diesen Leuten, wenn sie glauben, sie wären Journalist.

Das hat schon der Scholl nicht begriffen. Und nun meinte auch Mattuschka nach Ende des Schalke- Spiels verkünden zu müssen, wie friedlich doch alles sei bei dem Platzsturm nach dem Wiederaufstieg der Königsblauen.

War natürlich dummes Zeug, wie nicht anders zu erwarten. denn Du kriegst einfach nicht mit, was hundert Meter in Deinem Rücken passiert. Ergo darfst Du auch solche Aussagen nicht treffen, nur weil Du das Dutzend Besoffener um Dich herum halbwegs im Griff hast.

Vielleicht liest der Experte dann mal den Bericht der Ordnungs- und anderer Einsatzkräfte, der von Notarzteinsätzen und Verletzten spricht.

Einmal abgesehen davon, daß wohl keiner auf dem Schirm hatte, daß die Konstruktion, die den Rasen in Schalke als Ganzes in die Arena rollt, nicht für ein paar tausend Leute auf ihm ausgerichtet ist. Klingt aber logisch.

Für Kölns Trainer Baumgart gehören Platzsturm und Rasenklau sowie das „Abbauen“ der Tore zur gelebten Fankultur. Sein Sportchef Keller spricht davon, „Energie zu kanalisieren“. Damit macht man sich natürlich Freunde bei der zahlenden Kundschaft und ein neuer Rasen muß in den modernen Stadien ja ohnehin des öfteren her in jeder Spielzeit.

Der mitgenommene wird jedenfalls schon in kleine Teilen bei ’nem Kleinanzeigenportal vertickt. Geschäftstüchtig ist also nicht nur der moderne Fußball an sich – seine Fans sind es halt auch mal.

Hoffen wir, daß die Platzstürme am Wochenende friedlich bleiben und verletzungsfrei.

Wechsel- Gelder

Nun ist er also ganz hochoffiziell weg – Man City und Dortmund meldeten den Wechsel vom Haaland. Für den Pep ein gutes Investment, für den BVB Kohle, die man gleich wieder investiert in Adeyemi.

Aus Salzburg kommt der neue Stürmer und es darf gewettet werden, ob auch für ihn Dortmund nur Durchgangsstation sein wird. Jung genug ist er ja mit gerade 20. Was aber bringt es unterm Strich dem Verein, wenn Du entweder die bei Bayern Aussortierten hast oder ein paar hochtalentierte Sprungbrett- Hüpfer? Mehr als Vize ist damit kaum drin.

Da müssen schon die Bayern dazu tendieren, auch die Dortmunder nicht ernst zu nehmen. „Wir müssen jeden Gegner ernst nehmen und das müssen wir mitnehmen in die neue Saison.“ Sagt Keeper Neuer. Heißt nichts anderes als dass man es mit dem Ernstnehmen nicht so ernst genommen hat. Oder sehe ich das falsch?

Vielleicht ist das aber auch die Gefahr in einer Liga, in der schon wieder die Über- Bayern, eine AG und zwei Betriebssportmannschaften die CL- Teilnehmer stellen. Wie bereits im Vorjahr auch.

Und selbst wenn Freiburg und Union andeuten, daß es auch anders geht: sie hängen halt auch stets davon ab, daß ein oder zwei Anwärter auf die Geldmaschine ihre Saison in die Grütze setzen. Diesmal Wolfsburg und wahlweise Gladbach und/oder Hoffenheim. Und auch das reicht nur zur Europa League bestenfalls.

Was hört man eigentlich aus Müncehn hinsichtlich Transfers? Gespräche mit Neuer sollen laufen, in der Sache Lewandowski gibt es aktuell öffentliches Schweigen. Und externe Neue? Allmählich scheint es, als würden der Brazzo und der Kahn ihre Jobs so dermaßen im Stillen machen, daß man Gefahr läuft, sie kaum noch wahrzunehmen. Oder sollten auch sie erst in Dortmund üben?

Anbahnung

Haben die ganzen Wasserstandsmeldungen um den Haaland bald endlich ein Ende? Soll etwa bereits zum letzten Spieltag Klarheit darüber bestehen, wohin es den Norweger zieht? Denn daß er Dortmund verlassen dürfte, das scheint ja eh klar. Und der Pep soll bei Man City auch schon die ersten Pläne mit ihm entworfen haben.

Da war er also zum Medizin- Check in Brüssel. Klar, so ein Mann ist eine Kapitalanlage. Und sein neuer Club halt, nennen wir es mal, inhabergeführt.

So weit, so ruhig und irgendwann wird nur noch in Vierzeilern darüber berichtet, wieviele Tore er gerade in der Premier League gemacht hat. Ähnlich wie beim Kloppo, als es zunächst so schien, als habe jede Zeitung einen Anfield- Korrespondenten. Das hat sich aber zum Glück auch reduziert.

Beim BVB dürften sie auch die angeblichen 75 Millionen dazu nutzen, weiter den Kader umzubauen. Schließlich hat Trainer Rose die RB- DNA und dann soll auch der Fußball ein wenig so ausschauen. Ob das mit den Altstars geht, von deren Gnaden Rose immer noch Trainer ist? Insofern ist ein Haaland-Transfer sicherlich nicht nur ein Stück Unabhängigkeit vom Stürmer.

Schade nur, daß Bald- Manager Kehl zwei Tage und zwei Anläufe brauchte um nach außen hin darzustellen, daß Trainer nicht wackeln würde. Aber er lernt halt noch, daß „davon gehe ich aus“ eben keine elegante Formulierung ist, sondern Spielraum für Deutungen bietet.

Beim Dauermeister aus München ist hingegen noch die Analyse auf dem Plan. Dabei soll es sogar um die Sprechgeschwindigkeit vom Nagelsmann gehen. Den versteht halt nicht jeder im Kader. Außerhalb auch nicht.

Ach ja, und die Herren Spieler möchten im Training gern des öfteren in Turnierform Unterhaltung geboten bekommen. Soviel sickerte schonmal durch. Darf’s sonst noch was sein?

So ein Pünktchen…

Hat er es nicht vor Wochenfrist gesagt, der Felix Magath? Und nun haben die Bayern tatsächlich nach ihrem Ibiza- Trip nicht voll gepunktet gegen den VfB Stuttgart. Ein 2:2 zur Übergabe der Meisterschale und zum letzten Heimspiel.

Dadurch ist Bielefeld abgestiegen (oder wer wettet auf ein 5:0 gegen Leipzig bei gleichzeitiger VfB- Pleite gegen Köln?). Und Stuttgart selbst kann jetzt bei einem Sieg gegen Köln bei zeitgleicher Hertha- Niederlage in Dortmund noch an den Berlinern vorbeiziehen. Dann hätte der Felix doch noch die herbeigeunkte Relegation – vielleicht sogar gegen „seinen “ HSV.

Schade nur, daß die bereits losgetretene Nachfolge- Debatte den Felix möglicherweise ein wenig schwächen dürfte. Das dürfte ihm kaum passen und ist nicht optimal vom Timing her.

Solche Geschichten schreibt nur der Fußball, ich weiß, und doch sollte man sich mit dem Dank an die Bayern für solch eine Geschichte zurückhalten. Und auch, wenn sie „nicht beim Komasaufen“ waren, wie Trainer Nagelsmann vor dem Spieltag zu beruhigen versuchte: irgendwie fühlt sich die Sieglosigkeit nach erreichter Meisterschaft seltsam an.

Sicherlich wird er nun auch auf die Dominanz seiner Mannschaft im Spiel verweisen. Aber das dürfte die mitbetroffenen Vereine ziemlich wenig interessieren. Weniger als das Ergebnis in jedem Fall.

Da lobt man sich beinahe schon die Frankfurter Eintracht, deren B- Team ein Unentschieden gegen Gladbach und Ex- Trainer Hütter holte. Für beide Teams ist die Saison gelaufen und es schadet keinem dritten Club.

Leipzig vollendet den Spieltag mit einem 4:0 gegen Augsburg und der Rückkehr auf den CL- Platz 4 in der Tabelle. Zwei Punkte Vorsprung vor dem SC Freiburg sollten im Auswärtsspiel in Bielefeld ins Ziel zu retten sein am nächsten und letzten Spieltag. Damit geht es für Freiburg, Union Berlin und Köln um die Verteilung der Plätze in der Europa League sowie der Conference League.