Ich frage mich ja seit Jahren schon ernsthaft, ob es angesichts einer weltweiten Übertragung und der Absicht, Werbung für die Bundesliga zu betreiben, wirklich klug ist, als Eröffnungsspiel einen Kantersieg der Bayern im Programm zu haben.
Denn Spannung der Liga suggeriert man den Kunden rund um den Globus damit keineswegs. Diesmal fing sich der VfB Stuttgart in der Neuauflage des Pokalfinales eine 1:5- Pleite ein, bei der er zunehmend harmlos erschien und sich über das eine oder andere Gegentor nicht hätte beschweren dürfen.
Stuttgart spielt immerhin CL, ist also nominell eine der vier besten Mannschaften Deutschlands und wird vom Titelverteidiger dermaßen dominiert. Ohne weiteren Kommentar.
Dass es eh nur um die Vizemeisterschaft geht, wenn alles normal läuft, sollte jedem klar sein, der das Geschäft ein wenig verfolgt. Wer dafür in Frage kommt? Am Ende wohl die üblichen Verdächtigen, von denen RB Leipzig das vermeintlich bequemste Auftaktspiel hat: daheim gegen Gladbach.
Dortmund empfängt den HSV, der ebenso zum Stolperstein werden kann wie Elversberg für Leverkusen. Im Pokal hatte der Aufsteiger aus dem Saarland gegen Bayer vor einigen Jahren mal gewonnen. Ob es wieder klappt? In jedem Fall wird Fußball- Deutschland am Abend ganz genau über die Einwohnerzahl bescheid wissen, sowas macht ja jede Fachberichterstattung ein wenig hübscher.
Die anderen Aufsteiger müssen auswärts ran. Paderborn in Mainz und Schalke in Augsburg. Das dürfte beiden Rückkehrern gleich ein wenig Orientierung geben.
In Liga 2 spielt die Hertha verrückt: 5:3 nach 0:2 in Braunschweig. Mit vielen Abgängen und neuem Torriecher. Bemerkenswert!
Sollte Liga- Favorit Wolfsburg in Karlsruhe Federn lassen, wüsste man beim VfL sicherlich kaum, ob man auf die Mannschaften vor sich schauen sollte oder in den Rückspiegel nach denen Ausschau halten, die am Ende einer langen Saison vorne vermutet werden. Denn die Absteiger St. Pauli und Heidenheim sind am dritten Spieltag vor allem auf der Suche nach sich selbst.