Spitze und Stresstest

Die Nummer in Posen war einseitig zugunsten von Leverkusen und der VAR war auch beschäftigt. Und Hoffenheim hatte zu Hause ein Auswärtsspiel und verlor es, wenn gleich knapp. Und irgendwie waren beides Spiele, die nur bedingt fesselten, eher ein Nebenbei- Programm.

Aber das war es dann auch schon für dieses Wochenende mit den beiden EL- Teilnehmern, denn sie sowie Freiburg und Gladbach sieht man erst am Sonntag wieder, das entsprechende Abo vorausgesetzt.

Dann, zum Abschluss der Spieltages spielen zwei Schießbuden gegeneinander und der Achtzehnte gegen den Siebzehnten. Mehr Keller geht eigentlich nicht. Wobei Gladbach ja gerade erst mit dem immerhin auch abstiegserfahrenen Blessin als neuem Trainer unterwegs ist und eine weitere Niederlage immerhin im friendly fire aus dem eigenen Fanblock eingenebelt werden kann.

Hoffenheim hingegen scheint der vereinsinterne Stress der Vorsaison zu fehlen. Er hatte die Mannschaft offensichtlich mehr zusammenrücken lassen als man von außen erahnt hat. Jetzt ist Ruhe, für Hoppenheimer Verhältnisse, und es läuft nicht mehr rund.

Union Berlin bekommt es mit dem BVB zu tun. Ob nach dem Sieg gegen Elversberg gleich der zweite Dreier folgt? Es scheint schon weit weg, dass man das bei diesem Duell mal ernsthaft in Erwägung ziehen konnte. Zumal Dortmund das Spiel nicht allzu leichtfertig angehen kann. Einerseits gilt es die Chance zu nutzen, Bayern weiter hinter sich zu lassen. Obendrein muss man selbst immer in den ersten Vieren einlaufen, da sonst wohl manches wackelt im Konstrukt.

Bayern muss sein Heimspiel gegen Leipzig auch erst einmal gewinnen. In der CL hat man sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, zuletzt in der Liga auch nur unter Einrechnung der VAR- aberkannten Tore Augsburg klar beherrscht. Und Kompany wurde in seiner Kritik mal öffentlich ein wenig deutlicher.

Augsburg tritt in Elversberg an – klingt zunäcsht langweilig, sind aber beides bislang positive Überraschungen in der jungen Saison. Bremen gegen Paderborn und Schalke gegen Mainz kann jeweils in sämtliche Richtungen ausschlagen. Währenddessen ist der Kick am Abend zwischen und Frankfurt und Köln schon ein gefühlter Krisen- Gipfel. Die Eintracht ist unter Neu- Alt- Trainer noch nicht wieder „seine“ Eintracht und in Köln ist ja fast immer Krise.

In Liga 2 können Hertha und Nürnberg beim Letzten in Kiel und beim Aufsteiger in Cottbus schon heute Abend klar machen, wer auf den Aufstiegsplätzen in die neue Woche startet. Morgen dann das Verfolgerduell zwischen Wolfsburg und Heidenheim.

Aura und Außendarstellung

War das jetzt eigentlich die viel und gern im Vorfeld der WM zitierte „Aura“ von Manuel Neuer, die ihm seinen Anteil am Tor- Rekord der Bundesliga beschert hat? Dämlich ausgesehen hat es auf jeden Fall, aber zum Glück steht der Keeper hinter einer Mannschaft, für die solch ein Handicap- Start kein Problem ist.

Dass es für die Bayern unterm Strich in Augsburg doch nur zu einem 2:2 gelangt hatte, ist auch dem Einsatz des VAR mitgeschuldet. Gleich viermal griff er ein.

Damit lassen die Bayern das Geschenk des BVB vom Freitagabend großzügig liegen und übernehmen nicht die Tabellenführung. Die geht aufgrund der besseren Tordifferenz an den SC Freiburg, wo man sich wohl oder übel mal vom Image des „etwas anderen Clubs“ oder des Überraschungskandidaten um Europa- Plätze etwas anderes einfallen lassen muss.

Apropos Überraschung: da tun nun wieder alle so, als hätte es Ausschreitungen wie beim Rheinderby am Sonntag noch nie gegeben. Gladbachs Rouven Schröder bedient die Phrase, dass Gewalt ja kein Mensch brauche und sein Kölner Kollege findet, es sei ja nicht komplett aus dem Ruder gelaufen.

Was soll man dazu noch sagen? Es wird doch seit Jahren so hingenommen, wie es ist. Manche Presseabteilungen machen sogar Werbung für den Stadionbesuch mit Hilfe von Pyro- „Stimmung“. Und die Clubs zahlen stillschweigend weiter die Strafen, Teile davon gehen angeblich in Anti- Prävenstions- Programme. Offensichtlich ohne großen Erfolg – vielleicht könnten das mal die Vereinsvertreter auch mal eingestehen.

Und der Rest der Kundschaft, die Bock auf Fußball haben, bleiben dann zu Hause. Macht aber nix, für die gibt es Pay-TV.

Zurück ins Business

Auch drei Wochen Liga- Pause gehen mal zu Ende und die Shownews rund um die mäßig erfolgreichen Spiele der Nationalmannschaft dürften ebenso pausieren. Und wenn ich mir was wünschen darf, gern auch die täglichen Schwangerschaftsstandsmeldungen der Kollegin Wontorra und des Kollegen Basile. Immerhin habe ich gelernt, dass er „deep talk“ macht, ich hätte das schlicht als Interview- Format bezeichnet, Nun denn, man lernt nicht aus.

Und der Kontrast hätte auch nicht viel größer sein können zwischen der Selbstdarstellerei mit eigenem Merchandising auf dem Bundestrainerposten und einem Peter Hermann, ewiger und damit zufriedener Co- Trainer in Leverkusen und München unter anderem, für den Leverkusen gestern die Gedenkfeier ausrichtete. Einer der stillen Stars der Branche.

Den Spieltag eröffnen der BVB, dessen Trainer Kovac der Break auch viel zu lang war. Aber er kennt eben auch die andere Perspektive eines Nationaltrainers, wenngleich ohne Experimentier- Baukasten. Gegner ist Werder, die sich sicherlich anders präsentieren dürften als beim Test- 0:7 in Enschede. Diesmal, liebe Bremer, sind wieder Zuschauer im Stadion, vor denen man sich blamieren kann. Also Obacht!

Mit einem Sieg bleibt Dortmund Tabellenführer, Bayern kann in Augsburg nachziehen. Sollte es dort aber angehen als beim Gastspiel in Elversberg. Stichwort: B-Team.

Apropos Elversberg: fast möchte man schon von ihrer Favoriten- Rolle sprechen beim Auswärtskick bei Union Berlin. Und sicherlich hätte man die Tabellenkonstellation vor der Saison ganz anders vermutet. So aber ist Union Vorletzter, die Saarländer sind Siebter. Mit einem Unentschieden könnten die Berliner ihre bisherige Punktausbeute auf einen Schlag verdoppeln.

Kellerkonkurrent Gladbach muss zum Derby nach Köln und wenn es auch unter dem neuen Trainer Blessin, der letzte Saison mit St. Pauli abgestiegen war, nicht besser läuft, dann wird auch das nächste Derby auf sich warten lassen.

Ein wenig untergehen dürfte am Samstagmittag das Debut von Sandro Wagner auf Hannovers Trainerbank im Spiel in Magdeburg. Und ebenso der West- Klassiker heute Abend zwischen Münster und Essen.

Oldschool Abend

Welch ein netter Retro- Abend gestern. Das gute alte Jahnstadion in Herford im Landespokal. Es wirkte fast schon wiederbelebt. Und wartete mit einer Premiere auf, die es selbst zu Herforder Zweitliga- Tagen in den späten Siebzigern nicht gegeben hatte: Flutlicht!

Kleine mobile Anlage aus Ostfriesland angemietet, innerhalb von drei Wochen nach dem Sieg in der vorherigen Runde. Aber wenn ein Verein gut organisiert ist, kann er auch in kurzer Zeit eine anfangs fixe Idee realisieren.

Ihren letzten Kick in der Liga wollten 100 Leute sehen – und dann kommen gestern tatsächlich 1300. Die Hälfte etwa vom Gegner aus Gütersloh, dazu noch ein paar Typen wie ich, die anscheinend Bock auf Oldschool- Fußball hatten – in diesen Wochen hat man den noch ein wenig mehr.

Den alten westfälischen Klassiker zwischen Herford und Gütersloh hatte ich mit meinem Vater mal vor 42 oder 43 Jahre dort gesehen. Fahrradtour und Stehplatz – damals, als beide Vereine noch drittklassig in der Oberliga spielten und abends Sport im westen von solchen Spielen berichtete. Lang ist’s her.

Gestern Abend hatte man nur die Tribüne geöffnet und zwei benachbarte Blöcke. Beide Fangruppen auf je einer Tribünenhälfte – das klappte wie damals. Friedlich blieb es, tolle Stimmung, Anfeuerungen und weder Dauergesang noch Feuerwerk.

Viele Handys hielten den Abend fest und für die Spieler des Sechstligisten war es auch mal was anderes, von den Kids der Jugendabteilung abgeklatscht zu werden und von den „Großen“ gefeiert nach dem 1:3 gegen den zwei Klassen höher spielenden Gegner.

Ob das auch Potential hat für den Alltag? Wer weiß. – Wünschen würde ich es nicht nur den Herfordern, dass man sie wiederentdeckt und dass sie sehen, dass durchaus Potential vorhanden ist. Vielleicht nicht nur an einem Abend wie gestern.

Testimonial on tour

Eine Doku, eine Sonder- Doku und sogar ein neuer Fan- Artikel. Einer von 83 Millionen – die neue Aufschrift auf die unvermeidliche Basecap. Was dem chronischen Herzensfall- Coach Baumgart recht ist, das ist dem DFB und seinem neuen Heilsbringer billig.

Und da der Verband ja stets vorgibt, klamm zu sein, sollte er gleich noch personalisierte Fan- Artikel für die Mitglieder des Kaders auf den Markt werfen. Man kann ja on demand produzieren, falls da im Kader ein Ladenhüter dabei sein sollte.

Geht eigentlich nur mir dieser Hype auf den Keks, der schon fast zum Personenkult mutiert? Der neue Bundestrainer kann ja dieser Tage absondern, was er will und es wird abgefeiert. Ich hatte übrigens schon vor den Kollegen vom Boulevard gesagt, er will sich jetzt gleich noch zum Kanzler oder Präsidenten quatschen. Zwei Tage später schlagen es die Kollegen vor – mit dem Unterschied, es ernsthaft zu diskutieren.

Wahnsinn – aber wenn es selbst die Ohrringe vom Nagelsmann in die Sport- Schlagzeilen schaffen, ebenso wie die Verlobung vom alten Ballack und der Wiesn- Auftritt von Kollegin Wontorra… Dann weiß man auch, wohin es mit der Berichterstattung geht.

Und das finde ich eigentlich das Schlimmste diesmal an der Nations League- Pause: dass sie so lange dauert und wir drei Wochen lang alles um die Ohren gehauen bekommen, was nur geht.

Weniger Familienbesuche bei der Nationalmannschaft und viel schlimmer, nicht einmal die Friseure sollen einfliegen dürfen. Beides eine Selbstverständlichkeit für Menschen mit normaler Auffassungsgabe. Die Jungs werden es überstehen. Können sich notfalls vom Kapitän erklären lassen, wie man Verstecken spielen kann.

Sportlich sollten wir uns am Abend einfach mal überraschen lassen. Denn auch dort ist mit Xavi ein neuer Trainer unterwegs, inklusive einer entsprechenden Erwartungshaltung. Und für die deutsche Mannschaft ist es eh ganz simpel: verliert sie, war es die Mannschaft. Gewinnt sie, lag es am Trainer.

Viel Spaß beim Gucken!

Antritte

Na, das nenne ich mal Bock auf Fußball: letzten Dienstag in Rostock gefeuert, war Ex- Trainer Daniel Brinkmann schon am Tag danach wieder auf dem Platz und kickte bei seinem Heimatverein in Horn- Bad Meinberg in der Kreisliga A und spielte 90 Minuten durch. Vielleicht ist es auch eine gute Art, nach einer Freistellung abzuschalten?

Nachfolger wird André Breitenreiter, der nach seinem letzten Engagement in Hoffenheim auch schon länger nicht mehr irgendwo als Kandidat gehandelt worden war. Und auch als Dauer- Schnacker an irgendeinem Mikro hat man ihn lange nicht mehr gesehen. Wie gut also, dass er in Rostock gleich „positive Energie“ gespürt hat. Vielleicht desto mehr, nach dem Steffen Baumgart abgewunken hat?

Hansa traut sich immerhin was, indem man (Ex-) Erstligatrainer anspricht. Was draus wird, bleibt abzuwarten, ob sich Ansprüche und Wirklichkeit annähern lassen.

Gladbachs Neuer hingegen ist Alex Blessin. Ein Klassenerhalt und ein Abstieg mit St. Pauli sind seine Empfehlung für die Fohlen. Und ja, belgischer Pokalsieger ist er geworden, mit dem Verein, der so klingt wie französische Fluppen. Ob das ausreicht bei der Borussia, die ihre Heimspiele immerhin attraktiver zu verlieren versteht als die Auswärtsauftritte?

Sandro Wagner hat das Schlagzeilen- Duell mit dem Bundestrainer aufgenommen, steht nun erstmals im Training bei 96 und kann Kind und Boldt zeigen, dass er als Alternative zum Konzept- Titz mit dessen Kader noch Fahrt aufnehmen kann.

Wo wackelt es noch? Ach ja, noch ein Wagner. René heißt er und steht in Köln unter Dauerbeschuss. Typisch Kölle halt. Wie lange ihm die Bosse noch den Rücken stärken werden? Immerhin ist die Länderspielpause diesmal ja lang genug, dass man zwischen den vier Spielen und dem Zirkus drumherum in aller Ruhe Personalien überdenken kann.

Spielen und spielen lassen

So ein paar Jahre ohne das passende Abo, und Du merkst beinahe schon gar nicht mehr, dass die CL loslegt. Hätte ich mir das mal träumen lassen? Ganz sicher nicht, aber inzwischen ist es so.

Und gefühlt wird über etwas, dass nicht alle sehen, auch weniger berichtet. Mal vom Fachblatt abgesehen, aber da gehen Spielberichte ja inzwischen unter all den Videoclips, Kooperationen und Quizzes unter.

Notieren wir also Siege für Stuttgart und Dortmund, einen klaren Dreier für die Bayern und Leipzig macht in der Ligaphase dort weiter, wo sie letztes Jahr aufgehört haben. Hätte man dazu Ole Werner feuern müssen? Zumal der „Mit- Feuerer“ und seine Vertrauten mittlerweile den Konzern verlassen haben?

Das „Top- Spiel“ zwischen Elversberg und München steigt erst zum Abschluss des Spieltages. Läuft alles erwartungsgemäß oder sollten die Saarländer etwa…? Ob ihr Trainer Wagner das Spektakel von der Tribüne ebenso wird genießen können wie, wenn er auf der Bank säße? Immerhin haben wir aus seiner gelb-roten Karte gelernt, dass das Auf-den-Schiri-Zugehen auch schon als Unsportlichkeit gewertet wird. Wollen wir mal auf die Umsetzung in unteren Ligen warten oder aber sollte Schiri Petersen vielleicht auch mal eine oder zwei Wochen pausieren, um realistisch eine „Bedrohungslage“ einschätzen zu können?

Mit Union und Schalke eröffnen des Spieltag zwei Teams, die sich tabellarisch weiter oben wähnen als zuletzt. Der Aufsteiger aus Gelsenkirchen wartet noch aufs erste Saisontor und hinten hat man ja den Karius… Ob das für einen Punkt reicht?

Mainz/Frankfurt und Hoffenheim/Stuttgart sind interessante Nachbarschaftsduelle, der Blick geht da wohl vor allem auf die Eintracht, bei der es so gar nicht rund läuft nach bereits sieben Gegentoren.

Sollte am Abend Hannover in Nürnberg verlieren, so wäre das Ergebnis sicherlich nicht überraschend. Doch die 96er würden dann noch ein wenig weiter den eigenen Ansprüchen hinterher laufen. Darmstadts Trainer Kohfeldt scheint ebenso nicht unangreifbar zu sein nach einer seit März anhaltenden Sieglos- Serie in der Liga.

Zum Einrahmen oder Vergessen

Der Sonntag hatte es in sich und da dürfen mal wieder Einige überrascht sein – ich meine, beim Fußball an diesem Wochenende.

Angesichts des Brodelns in Gladbachs Umfeld nach der Auftaktpleite in Leipzig hatten sich bestimmt schon Leute damit befasst, was wohl wäre, würden sie auch noch gegen Elversberg verlieren. Und ich vermute mal, beim zwischenzeitlichen 3:1 am Samstag hatten sich diese Bedenken bereits aufgelöst. Elversberg in der zweiten Halbzeit mit dem Trainer auf der Tribüne, was sollte da noch schiefgehen?

Und dann rappelt es in der Nachspielzeit aber mal so richtig. 3:4 am Ende und die Forderungen nach der Ablösung von Trainer Polanski werden lauter. Ob Gladbach noch bis zur Länderspielpause wartet?

Sein Kollege Hütter hatte sich seine Frankfurt- Rückkehr sicherlich auch anders vorgestellt als mit einem 1:4 gegen Augsburg. Inklusive Wackler des späten Torwart- Einkaufs Atobulu. wie bereits in der Vorwoche, übrigens.

Ob die Keeper- Rotation so kurz vor Saisonbeginn etwas gebracht hat? Das liegt wohl auf der Hand. Zetterer verkauft und den ursprünglichen zu ersetzenden Keeper Santos hat man immer noch im Kader, allerdings in leicht demontierter Form.

Augsburg und Elversberg sind oben in der Tabelle anzufinden, mit jeweils sechs Punkten auf dem Weg zum Klassenerhalt. Das wissen sie auch selbst und werden sich hoffentlich nicht auf Schlagzeilen wie „Bayern- Jäger“ einlassen.

Hamburg hat mit dem 0:5 einen Dämpfer kassiert und steht nach wie vor ohne Punkte am Beginn des zweiten Bundesligajahres nach der Rückkehr. Schalke hingegen mit einem überragenden Karius nimmt den Bayern ein torloses Unentschieden ab. Bremen schlägt immerhin Leipzig. Ob Unruhe im Umfeld auch manchmal motiviert?

Liga 2 sieht Hertha nach dem vierten Sieg im vierten Spiel weiterhin oben. Wolfsburg hat erneut Punkte hergeschenkt beim 4:4 gegen Cottbus und muss anscheinend erst noch in Fahrt kommen. Es sind Punkte, die der Favorit erst einmal aufholen muss – auch wenn ich mir schwer vorstellen kann, dass es am Ende der Saison keine Rückkehr in die Erstklassigkeit geben wird.

Kaum ist das Fenster zu,…

Fenster zu und nun müssen die Vereine mal so lange, wie die Spekulatius im Supermarkt stehen, mit dem Personal auskommen, dass sie gerade haben. Der Nachtrag zum Kicker- Sonderheft ist im Druck und der erste Spieltag nach Beendigung der Einkaufszeit hat begonnen. Änderungen gibt es nun nur noch durch vereinslose Kicker oder aber auf der Trainerposition.

Und da ging es dann gleich hoch her nach dem 1:4 der Kölner in Stuttgart. eigentlich ein normales Ergebnis, aber das Umfeld beim ständig hyperventilierenden FC trainiert schon wieder Schnappatmung. Dabei war die Idee, tief zu stehen und mit der Zeit dann immer offensiver zu werden, gar nicht mal schlecht. aber Stuttgart hat eben eine andere Qualität und schlägt dann in der besten Phase der Kölner zu.

Beim Nachbarn aus Leverkusen sollten gemäß der „Welt“ vom Montag schon erste Zweifel am neuen Trainer aufkommen. Manch einer wähnt sich da wohl auf dem Vorjahres- Trip, als ten Hag nach nur wenigen Wochen wieder gehen musste. Martinez Carles kommt jetzt nicht als Charmebolzen rüber und die Niederlage in Elversberg fuchst unterm Bayerkreuz doch mehr als man eingestehen möchte.

Gegen Union Berlin muss also eine Reaktion der teuren Truppe erfolgen. – Überraschungs- Debütant Elversberg hingegen scheint auch in Gladbach nicht von vornherein chancenlos zu sein. Erst recht nicht, wenn sie ihre Effektivität aufrecht erhalten und nicht nur ansehnlich spielen, sondern eben auch erfolgreich abschließen.

Die Mitaufsteiger aus Paderborn und Schalke sind gegen Freiburg und Bayern definitiv in der Außenseiterrolle, Werder gegen Leipzig schon auf Kurs Fehlstart.

Wesentlich spannender ist das Aufeinandertreffen zwischen Hoffenheim und Dortmund. Ob sie sich gegenseitig Punkte wegnehmen? Anderenfalls wäre es statistisch ein Fehlstart, für Hoffenheim noch mehr als für den BVB. Frankfurt und Hamburg gehen leicht favorisiert in ihre Sonntagsspiele gegen Augsburg und Mainz.

In der 2. Liga geht der Blick nach Hannover. Vier Spiele und nur vier Punkte – das ist zu wenig für die Ansprüche der 96er und es kommt drauf an, dass Trainer Titz diese Startbilanz gut verkauft – so lange man ihn noch lässt.

Ganz klar, logisch!

Ich frage mich ja seit Jahren schon ernsthaft, ob es angesichts einer weltweiten Übertragung und der Absicht, Werbung für die Bundesliga zu betreiben, wirklich klug ist, als Eröffnungsspiel einen Kantersieg der Bayern im Programm zu haben.

Denn Spannung der Liga suggeriert man den Kunden rund um den Globus damit keineswegs. Diesmal fing sich der VfB Stuttgart in der Neuauflage des Pokalfinales eine 1:5- Pleite ein, bei der er zunehmend harmlos erschien und sich über das eine oder andere Gegentor nicht hätte beschweren dürfen.

Stuttgart spielt immerhin CL, ist also nominell eine der vier besten Mannschaften Deutschlands und wird vom Titelverteidiger dermaßen dominiert. Ohne weiteren Kommentar.

Dass es eh nur um die Vizemeisterschaft geht, wenn alles normal läuft, sollte jedem klar sein, der das Geschäft ein wenig verfolgt. Wer dafür in Frage kommt? Am Ende wohl die üblichen Verdächtigen, von denen RB Leipzig das vermeintlich bequemste Auftaktspiel hat: daheim gegen Gladbach.

Dortmund empfängt den HSV, der ebenso zum Stolperstein werden kann wie Elversberg für Leverkusen. Im Pokal hatte der Aufsteiger aus dem Saarland gegen Bayer vor einigen Jahren mal gewonnen. Ob es wieder klappt? In jedem Fall wird Fußball- Deutschland am Abend ganz genau über die Einwohnerzahl bescheid wissen, sowas macht ja jede Fachberichterstattung ein wenig hübscher.

Die anderen Aufsteiger müssen auswärts ran. Paderborn in Mainz und Schalke in Augsburg. Das dürfte beiden Rückkehrern gleich ein wenig Orientierung geben.

In Liga 2 spielt die Hertha verrückt: 5:3 nach 0:2 in Braunschweig. Mit vielen Abgängen und neuem Torriecher. Bemerkenswert!

Sollte Liga- Favorit Wolfsburg in Karlsruhe Federn lassen, wüsste man beim VfL sicherlich kaum, ob man auf die Mannschaften vor sich schauen sollte oder in den Rückspiegel nach denen Ausschau halten, die am Ende einer langen Saison vorne vermutet werden. Denn die Absteiger St. Pauli und Heidenheim sind am dritten Spieltag vor allem auf der Suche nach sich selbst.