Der Spielplan ist zu bedauern :-)

In Zeiten, in denen ein Virus personifiziert wird („versteht nur Entschlossenheit“) darf man sich nicht wundern, wenn nun auch vom Spielplan der Bundesliga wie von einer Person geredet wird. Eine „Herausforderung für den Spielplan“ nennt DFL- Chef Seifert den Umstand dreier Verlegungen von Hertha- Spielen. Vielleicht stellt das sogar für die Mannschaft oder für jeden einzelnen Spieler eine „Herausforderung“ dar? Aber man kann eben auch so zeigen, wo man die Prioritäten setzt.

Was das für die Hertha bedeutet, läßt sich nur mutmaßen. Dresden stieg unter ähnlichen Voraussetzungen im Vorjahr aus der 2.Liga ab. Denn nach Quarantäne und somit ohne Team- Training gleich wieder von Null auf hundert zu beschleunigen, dürfte schwer fallen.

Das heißt, erst einmal schaut die Hertha zu, wenn die Konkurrenten punkten oder auch nicht. Köln etwa könnte mit dem Rettungsrentner Funkel durch einen Sieg in Leverkusen zu den Berlinern aufschließen. Man mag es für unwahrscheinlich erachten, aber Bayer setzt ja unter dem Aushilfs- Wolf eher auf Sicherheitsdenken um noch den Platz in der Europa League zu sichern. Auch wenn damit all das konterkariert wird, wofür Fußball unterm Bayerkreuz gewöhnlicherweise steht.

Bielefeld muß nach Augsburg, das Wiedergutmachung für die Niederlage auf Schalke anstreben sollte. Anderenfalls machen sich die Verantwortlichen beim FCA noch mehr Gedanken als ohnehin schon, wie sie die nächste Saison angehen werden. Und vielleicht wird dann ja noch ein Trainerstuhl frei im allgemeinen Bäumchen-wechsle-Dich. Mit einem Sieg zöge die Arminia übrigens an Hertha und an Mainz vorbei.

Spannung verspricht die Neuauflage der vorletzten Relegation zwischen Union Berlin und Stuttgart. Da sind immer noch greifbare Chancen, nächste Saison sogar europäisch zu spielen. Zwar „nur“ in der neuen „Conference“, aber egal. Für’s Renommée allemal gut, für die Fünf- Jahres- Wertung bei der UEFA vielleicht weniger.

Leipzig hat es wie so oft nicht gepackt, den Bayern ein wenig näher zu kommen. Ein 0:0 gegen Hoffenheim hilft nicht. Desto interessanter wird das direkte Duell zwischen Wolfsburg und München. Denn für den VfL besteht noch die Gelegenheit auf die Vizemeisterschaft zu schauen. Bis auf vier Punkte an Leipzig könnten sie heran rücken, das direkte Aufeinandertreffen steht auch noch aus.

Und in Gladbach trifft Noch- Trainer Rose auf seinen Nachfolger. Ist das brisant? Ich bin mir da uneinig.

Spiel oder kein Spiel?

Es ist ja zum letzten Mal gewesen mit dem Montagsspiel und dann wird sich auch diesmal niemand darüber aufregen, daß eine Mannschaft am Montag und am Freitag derselben Woche ran darf. Die TSG Hoffenheim kann nach dem 0:0 gegen Leverkusen nun in Leipzig erneut versuchen, daß eine Null steht. Zuletzt war ja die laue Offensive nach Aussagen von Trainer Hoeneß eher weniger wichtig, dafür aber die Null in der Defensive.

Und da dürfte es am Abend bei den Leipzigern ordentlich Druck geben für die TSG. Denn Nagelsmanns Mannschaft kann für eine Nacht bis auf zwei Punkte an die Bayern heran kommen. Und die müssen ihr Spiel am Samstag in Wolfsburg ja auch erst einmal gewinnen. – Hoffenheim hingegen hat noch die Chance, unten reinzurutschen. Sciherlich nicht die Ambition von Trainer und Verein. Wobei man die Spieler nicht automatisch mit einschließen sollte, wie immer mal wieder zu hören ist.

Natürlich kommt auch der Leipziger Trainer mit in die Diskussionsrunde um die vielen Trainerwechsel. Bayern soll schon mit ihm gesprochen haben, was Nagelsmann von sich weist. Was aber heißt das dieser Tage schon angesichts vieler Ausstiegsklauseln, die Vertragslaufzeiten obsolet erscheinen lassen.

Unterdessenn sucht Frankfurt weiter einen Trainer und Manager. Für beide Jobs in Personalunion war ja an Rangnick gedacht worden. Das aber wird nun nichts. Wenigstens ein Ergebnis nach einem Treffen. Ergo sucht di eEintracht zunächst ihren neuen Manager, der sich dann um den Trainer kümmern wird. Man hat Zeit und vor allem: die CL als Lockmittel. Sollte also klappen.

Derweil kann sich die Hertha auf ein spielfreies und Quarantäne- Wochenende einstellen. Die nächsten drei Spiele sind abgesagt, Covid- Fälle sind aufgetaucht. Der Rest ist eine Frage des Gesundheitsamtes.

Ob die DFL nun doch noch kurzfristig von der Idee Gebrauch machen wird, die Mannschaften der ersten und zweiten Liga in Hotels einzuquartieren als freiwillige Quarantäne um den Spielplan zu sichern? Dann müßte es schnell gehen, eine englische Woche steht an.

Can Can

Im Hinspiel war es ja nochmal gut gegangen für Emre Can und der Schiri nahm den Elfer zurück. Im Rückspiel des BVB gegen Man City tat er es nicht. Und das war dann der zwischenzeitliche Ausgleich und das Ende aller Dortmunder Halbfinalträume. Denn die Hoffnung hatte beim Stand von 1:0 ja durchaus bestanden.

So aber kann Can auf die Nachfolge vom Mats hinarbeiten, der Pep freut sich über seine erste CL- Halbfinalteilnahme überhaupt und von vier möglichen deutschen Trainern im Halbfinale steht einzig und allein Thomas Tuchel mit Chelsea. Denn auch Kloppo ist gegen Real ausgeschieden.

Und so sind also die deutschen Mannschaften rund fünf Wochen vor dem internationalen Saisonende allesamt raus. Die Konzentration gilt nun der erneuten Qualifikation oder den verbliebenen Titeln.

Alternativ natürlich um diverse Personalien. Womit wir auch schon beim Wunschkandidaten Tages wären. Der heißt diesmal Fredi Bobic und kriegt dieses Prädikat von Hertha BSC aufgedrückt. Wochenlang hat sich der Vertragspoker zwischen Frankfurt und dem abwanderungswilligen Manager hingezogen, nun ist alles geklärt. Und zwar, bevor angeblich Gespräche mit Rangnick stattfinden sollen.

Bobic geht ein wenig ins Risiko, Hertha steckt noch im Abstiegskampf. Zwar wird immer wieder kolportiert, daß die Berliner das leichteste Programm haben. Wer aber sagt, daß sie gegen Mainz und Schalke und Bielefeld und Köln gewinnen? Zumal, wenn die Dardai- Nachfolge dann verhandelt wird – es sei denn natürlich, Bobic befreit ihn von der 1,5- Punkte- Schnitt- Vorgabe. Wir werden sehen. Oder lüßt sich der Neuaufbau bei der Hertha etwa besser vollziehen, wenn man einen Schritt zurück gegangen ist?

Schauen wir also, welchen Wunschkandidaten der Wunschkandidat im Herzen trägt. Mainz‘ Trainer Svennsson wird es nicht sein. Der hat, erklärte Sport- Vorstand Heidel, keine Ausstiegsklausel.

Vorhang auf!

Ich dachte ja zunächste, der Neuer singt die CL- Hymne mit. War aber nur das tiege Durchatmen vor dem Rückspiel in Paris. Das gewannen die Bayern zwar mit 1:0 – aber das war halt auch ein Tor zu wenig. Und damit also volle Konzentration darauf, die Meisterschaft nach Hause zu schaukeln und noch ein paar Szenen im heimischen Theaterstadl an der Säbener aufzuführen.

Vergeigt haben sie das Weiterkommen in der CL im Hinspiel. Jetzt merkte man schon, daß PSG etwas zu verlieren hatte und Bayern deutlicher hätte gewinnen müssen. So freut sich – natürlich ganz korrekt im stillen Kämmerlein – einzig der Choupo-Moting über seinen Treffer gegen den Verein, der ihn loswerden wollte.

Nun darf es also Dortmund noch gegen Pep versuchen, als letzter deutscher Vertreter im Wettbewerb, das Halbfinale zu erreichen. Dem BVB würde ein 1:0 gegen Man City zum Weiterkommen reichen. Und es würde sicherlich ein wenig ablenken vom Rummel um Jungstar Moukoko und den Polizeibesuch bei ihm daheim. Außerdem würde Trainer Terzic die Meßlatte für Nachfolger Rose noch ein wenig höher legen.

Apropos Borussia, also die andere, die vom Niederrhein. Die kassiert ja für Noch- Trainer Rose 5 Millionen aus Dortmund, packt da noch zweieinhalb oben drauf und überweist die nach Frankfurt für den Hütter als neuen Fohlen- Dresseur.

Hütter führt also Frankfurt höchstwahrscheinlich in die CL und geht dann. Hat er nach der Meisterschaft in Bern auch gemacht, bevor er nach Frankfurt ging. Übrigens auch für Ablöse, allerdings unter einer Million. Der Trainer als steigende Aktie, wo anders als in Frankfurt sollte man sich über dieses Bild wundern?

Nun bricht die komplette sportliche Führung weg – Trainer, Sportdirektor, Manager. Zeit für Ralle Rangnick, mal wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Ob Schalke, Nationalmannschaft oder halt die Eintracht. Am Morgen hieß es noch, er berate einen Moskauer Verein… Allmählich sollte er dann aber auch wirklich mal irgendwo anheuern, oder?

Adi Hütter, der ende Februar sein Bleiben betont hatte, bekommt von Eintracht- Vorstand Hellmann via Bild übrigens Absolution für den Wechsel: „Im Übrigen muss man auch sehen, dass der Trainermarkt erst nach dem Zeitpunkt dieser Aussage in Fahrt gekommen ist. Ich habe keinen Zweifel, dass Adi Hütter, als er diese Aussage getroffen hatte, vorhatte, bei Eintracht zu bleiben.“ – Na, denn ist ja alles gut….

Freier Montag und freies Theater

Welch bessere Paarung hätte man sich für das – bis auf Weiteres oder „immer“? – letzte der ungeliebten Erstliga- Montagsspiele aussuchen können als ein wenig Betriebssport zwischen Hoffenheim und Leverkusen? Und welch passenderes Resultat hätte dies Ding haben können als ein 0:0 ?

Und sicherlich, es mag eine Errungenschaft sein für die Fans, insbesondere die auswärtigen, daß sie nicht den kompletten Montag frei nehmen müssen um ihrem Team hinterher zu fahren. Andererseits werden diese Spiele ab der nächsten Saison dann am Sonntag um 19.30 Uhr angepfiffen. Und ob die Reisewege dann immer so sein werden, daß man noch um eine halbwegs wieder zu Hause sein wird, darf bezweifelt werden. Denn genau das hatte man vor mehr als 20 Jahren ja auch den Zweitliga- Fans in Aussicht gestellt.

Aber erst einmal müssen ja überhaupt mal wieder Leute in den Stadien zugelassen werden und das ist realistisch kaum in Sicht. Auch wenn die UEFA im Sommer gern Bilder mit Publikum vermarkten möchte bei der Flugmeilen- EM.

Doch zuvor steht ein anderes Theaterstück auf den Spielplan: CL mit Bayern und Paris und der Versuch vom Flickhansi durch betontes Aussparen der Thematik selbige nicht hochkochen zu lassen – was natürlich gar nicht gelingen kann. Flick contra Salihamidzic, Fortsetzung folgt. Gegner des Trainers sei der eigene Verein, folgerte sie Süddeutsche.

Mal schauen, ob das ganze Thema noch eine Dynamik erhält, wenn die Bayern ausscheiden sollten. Daß der Kader schlechter sei als der des Vorjahres, hat der Flickhansi ja schon einmal kundgetan. Breitseite gegen Brazzo. Schafft er dennoch die nächste Runde: Top- Trainer. So einfach ist die Welt beim FC Hollywood.

Auf absteigenden Ästen

Ehre, wem Ehre gebührt. Deshalb erst einmal der Blick in die 2. Liga, wo der VfL Osnabrück die zehnte Heimniederlage in Serie kassiert hat. Rekord! Mutmaßlich einer für lange Zeit. Und da in der nächsten Woche gleich zwei weitere Heimspiele auf dem Zettel stehen, besteht die realistische Chance, hier noch nachzulegen. So erschreckend taumelt die Mannschaft durch die Liga.

Ein Heimspiel gegen Schalke können sie an der Bremer Brücke bald abhaken, wenn sie sich nicht fangen. Ausgerechnet Königsblau hat es vorgemacht.

Ein geschenktes Tor von Augsburgs Keeper früh im Spiel, eine für Schalker Verhältnisse gute erste Hälfte und aufwändiges Verteidigen der Führung in der zweiten Halbzeit – das war der zweite Saisonsieg für den designierten Absteiger.

Bemerkenswert war vor allem, daß Augsburg an Schalkes Führung wirklich zu tun hatte, bevor Heiko Herrlichs Mannschaft ihren Rhythmus einigermaßen fand. Wahrscheinlich hatten sie den Abstiegskampf für sich selbst schon ad acta gelegt. Aber Vorsicht: man steckt schneller wieder drin als einem lieb ist.

Und Köln steckt jetzt mittendrin nach dem 2:3 gegen den anderen Karnevalsverein aus Mainz. Der K.o. kam in der Nachspielzeit eines spannenden und nicht immer schönen oder gar flüssigen Spiels mit wechselnden Führungen. Bei nun drei Punkten Rückstand auf den Sechzehnten und noch sechs Spielen sieht man beim FC nun auch die letzte Gelegenheit für einen Trainerwechsel.

Gisdol bekam eine Stunde nach Spielende seine erwartete Freistellung, Friedhelm Funkel kommt für ein paar Wochen aus dem Ruhestand zurück und setzt sich nach fast zwanzig Jahren nochmals auf die Kölner Bank. Seit ein paar Wochen war er ja schon fest engagierter „Schattentrainer“, Gisdol damit nur noch auf Abruf im Amt gewesen.

Wahrscheinlich setzen sie in Köln ihre Hoffnung darauf, daß es in den letzten beiden Saisonspielen zur Hertha und gegen Schalke geht. Das ist aber eine Rechnung, die man ohne die Gegner aufmacht.

Rotiert und nichts passiert

Sicher, verletzungsgeplagt ist Tabellenführer Bayern auch. Und halt mit Abstand Tabellenfüher vor einem CL- Rückspiel, das es zu gewinnen gilt. Da kann man gegen Union schonmal rotieren, wenn es keinerlei Nebenwirkungen auf die eigene Tabellensituation hat.

Daß am Ende ein 1:1 rausgekommen ist? Egal, der Flickhansi zeigte sich zufrieden. Es geht eh um Paris und mehr noch um den Dauerstreit zwischen ihm und dem Ex- Brazzo, den er einerseits zum Teil selbst befeuert und andererseits keine Fragen dazu beantworten mag. Es würde auch kaum ineterssieren, da er ja auch mal „schauspielert“, wie er es neulich nannte. Vielleicht auch bezüglich der Spielbewertung diesmal? Auch wurscht.

Fünf Punkte dahinter liegt Leipizg nach einem 4:1 in Bremen, wobei die erste Halbzeit arg einseitig gewesen ist. Den Angriff auf die Vizemeisterschaft muß indes Wolfsburg vertagen nach dem 3:4 in Frankfurt. Ein klasse Spiel, gar nicht mal wegen der vielen Tore, sondern weil beide Mannschaften ein enormes Tempo und ebensolche Spielfreude an den Tag legten. Die hätten gern noch ein wenig weiterspielen können.

Seine Chancen aufs internationale Geschäft wahrte der BVB mit dem Sieg in Stuttgart, wobei dem VfB im Laufe der 90 Minuten der Faden und die Konzentration abhanden kamen. Dortmund setzt damit Konkurrent Leverkusen unter Druck und hat Glück, daß von unten her niemand dreifach gepunktet hat.

Unions Unentschieden war die positive Überraschung, Freiburgs Niederlage in Bielefeld eine negative und das Remis der Gladbacher nach langer Unterzahl bei der Hertha liegt irgendwo dazwischen.

Hertha kletterte immerhin wieder um einen Rang nach oben und kann nun abwarten, wie zum Ende des Spieltags Köln und Mainz sich gegenseitig die Punkte wegnehmen. Ob am Montag Friedhelm Funkel sein Kurzcomeback geben wird, entscheidet sich damit auch. Oder besser: von Spiel zu Spiel. Hilft dieses Herumeiern wirklich?

Schalke spielt noch gegen Augsburg und testet weiterhin für die 2.Liga. Gut, daß Trainer Grammozis den Segen dazu hat, auf Namen keine Rücksicht zu nehmen. Für Winterneuzugang Mustafi war eher Schalke die Nothilfe in seiner Karriere als umgekehrt.

Abstandshalter

Da kommt ja mal schon am Freitagabend ein wenig Bewegung in den Tabellenkeller: Bielefeld besiegt Freiburg mit 1:0 und ist vorübergehend Vierzehnter. Was den restlichen Spieltag noch ein wenig spannender erscheinen läßt.

Denn bevor Köln und Mainz direkt aufeinander treffen, darf auch noch Berlins Hertha ran gegen Mönchengladbach. Die Borussen dürften nach Freiburgs punktlosem Ausflug auf die Alm bei eigenen drei Punkten im Olypiastadion wieder näher an die Europa- Ränge heranpirschen. Gladbachs direkte Konkurrenten haben schwierige Gegner: Union muß zu den auf offener Bühne streitenden Bayern. Stuttgart spielt gegen Dortmund.

Wobei: das Hinspiel beim BVB gewann der Aufsteiger glatt mit 5:1. Das dürfte kaum wiederholbar sein – andererseits müssen die Dortmunder den Auftritt im Schwabenland irgendwie hinkriegen zwischen zwei Spielen gegen Man City und der Chance, die Mannschaft vom Pep wirklich aus dem CL- Wettbewerb kegeln zu können. Nimmt man da den VfB vielleicht ein wenig auf die leichte Schulter?

Bremen erwartet Leipzig und ganz offensichtlich keine Punkte. Dann also ein Freischuß, mit dem Werder den Abstand nach unten sicherlich nicht wird ausbauen können., es könnten nur noch vier bis zum Relegationsrang sein am Sonntagabend.

Das Topspiel aber läuft in Frankfurt, wo die Eintracht auf Wolfsburg trifft. Der VfL hat nur drei Punkte Rückstand auf Leipzig und könnte selbst Kurs auf die Vizemeisterschaft nehmen. Wer hätte das nach dem Streit zwischen Trainer und Geschäftsführer zu Saisonbeginn erwartet?

Unterdessen ist es wieder Frühling beim HSV und die Ergebnisse schlagen bzw. bleiben aus. 1:2 gegen Darmstadt, jetzt müssen sie beim selbsternannten Bundesligisten auf die Konkurrenz schauen.

Auf dem Markt

Da kommt noch ein Neuer aufs so genannte Trainer- Karussell, und zwar gar kein Schlechter: Steffen Baumgart wird nach der Saison Paderborn verlassen. „Zeit für was Neues“, heißt es offiziell, wobei es hinter den Kulissen in dieser Saison auch nicht immer so ruhig gewesen ist wie von außen vermutet. Und vier Jahre sind auch eine lange Zeit auf der Trainerbank.

Angeblich hat er noch keinen neuen Verein, auch wenn sich Schalke- Gerüchte hartnäckig hielten. Ich kann mir aber vorstellen, daß seine Art in Paderborn Fußball spielen zu lassen, durchaus ind er ersten Liga für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Nicht zuletzt beim Pokalaus in Dortmund.

In Köln soll er gehandelt sein, Was heißt, für Gisdol wäre spätestens nach der Saison Schluß. Verliert der FC- Trainer auf Abruf, übernähme Rentner Funkel. Gisdol würde also gleich zwei Nachfolger kennen, das hat man so auch nicht alle Tage. 🙂

Tempofußball und Gegenpressing – dazu könnten auch Gladbach und Frankfurt passen. Mich würde durchaus mal interessieren, wie Baumgart seine Stil umsetzen läßt, wenn er noch bessere Spieler zur Verfügung hat als bislang.

In der Liga- Gegenwart aber eröffnen Bielefeld und Freiburg den nächsten Spieltag. Arminia kann Hertha, Mainz und Köln unter Druck setzen – müßte dazu aber mal das gegnerische Tor finden. Diesbezüglich hat der Trainerwechsel nichts gebracht.

Freiburg hingegen hat Europa offiziell abgehakt – aber ob sie sich wirklich sträuben würden, wenn die Konkurrenz auch nicht erfolgreicher spielt?

Ein Sieg auf der Alm und die Breisgauer wären über Nacht Siebter in der Tabelle – falls Werder oder Kiel nicht den Pokal gewönnen, könnte das ja noch reichen. Auch wenn dann garantiert wieder über eine gestörte Vorbereitung lamentiert wird, hat ja inzwischen Tradition bei all denen, die noch auf den Europa- Zug aufspringen.

Wetterfühlig

Ging es nicht neulich noch darum, wieviele deutsche Trainer im CL- Halbfinale an der Seitenlinie stehen oder hampeln würden? Terzic, Kloppo, Tuchel und Flickhansi?

Aktuell sieht es da vor allem nach Tuchel aus – und zwar nur der Tuchel und Chelsea. Denn nach Liverpool und Dortmund verloren nun auch die Bayern ihr Viertelfinal- Hinspiel gegen Paris mit 2:3. Eine Ansetzung, die es dem Bundestrainer auf Abruf immerhin wert war, höchstselbst im Stadion zu erscheinen. Den Ligagipfel in Leipzig hatte er ja versäumt, wie es sich für einen Löw gehört.

Für die Bayern wird es nun eng nach eine Spiel, in dem beiderseits die Abwehr nicht unbedingt im Vordergrund stand. Neuer bekam früh von Mbappé einen Ball durch die Hosenträger verpaßt, später noch einen in die kurze Ecke. Lewandowski- Vertreter Choupo- Moting traf gegen den Ex-Club und zeigte zugleich, warum er dort nicht mehr gebraucht wurde. Das gelingt auch nicht jedem!

Und insgesamt scheint das Münchener Ensemble Probleme zu haben, wenn Schnee fällt. Sage nur Pokal in Kiel, Heimspiel gegen Bielefeld – und nun halt Paris. Ob ein Sieg mit zwei Toren oder aber ein torreicher mit einem Tor (ab 4:3) im Rückspiel gelingen wird?

Schnee hatten sich auch die Zweitligakicker aus Regensburg gewünscht. Der fiel nur, wenn man ganz genau hinschaute beim Pokal- Nachholer gegen Bremen. 0:1 hieß es am Ende, Osako stand beim entscheidenden Treffer so frei wie sonst kaum einmal im Training. Der Trainer beklagte im Anschluß des Stürmers schlechtes Image, gegen das er ankämpfen wolle.

Nun denn, schön war’s nicht und nun wartet Leipzig im Halbfinale. Da will man gewinnen, während man im Ligavergleich am Wochenende eine Niederlage einzukalkulieren scheint. Das sind wohl die eigenen Gesetze des Pokals…