Vollumfänglich

Und zwar sowas von vollumfänglich ist der Ball im Seitenaus, der Schiri- Assi läuft ein paar Meter hinterher. Aber er sieht es nicht oder anders und der Videokeller auch. Dummerweise fällt in Folge dieser Szene das 1:0 für Düsseldorf gegen Wolfsburg und nach dem Endstand von 1:1 zählen sie beim VW- Verein zukünftig zwei Punkte im Sinn, wenn sie auf die Tabelle schauen werden.

Den Sinn des Videokellers werden sie einmal mehr nicht verstehen und stehen damit gewiß nicht alleine da.

Damit ist also endlich der nächste Liga- Spieltag eröffnet und der Jogi spielt erst einmal keine Rolle mehr, außer, daß er angeblich Leipzigs Werner vom Wechsel zu den Bayern abgeraten haben soll. Was der Cremeboy nicht alles für seinen Kompetenzbereich hält…

Nun treffen also Leipzig und Bayern direkt aufeinander, dabei brauchen Kovac und seine Elf einen Sieg, um die Tabellenführung zu übernehmen. Für Leipzigs Orban ist der Kick „ein Testspiel“, in dem man die Entwicklung der Mannschaft sehen könne.

Verlieren die Bayern, so dürfte sich gleich Einiges wieder auf deren Trainer fokussieren. Kovac macht es eh verkehrt, hat man den Eindruck. Und bei dann fünf Punkten Rückstand auf RB hätte er auch nur schwache Argumente mit dem starken Kader, den er einsetzen kann.

Ob er deshalb gleich „wackelt“, wie der Boulevard meint? Eher schon Kollege Favre, der selbst kaum über Saisonziele reden mag und dem das Gerede um ihn herum und über ihn allmählich auf den Keks gehen dürfte. Auch er hat einen sehr starken Kader und trifft auf seinen gescheiterten Vor- Vorgänger Bosz und Leverkusen. Wer, wenn nicht Dortmunds Kicker dürften um die Lücken und Bruchstellen im Bosz- System wissen? Ob sie dieses Wissen anwenden können, liegt nun an Favre.

Ein Rheinderby ist immer spannend, Köln gegen Gladbach allemal, und wenn beide Clubs mit unterschiedlichen Ambitionen reingehen. Aber der FC muß aufpassen, nicht in eine Abwärtsspirale reinzurutschen, desto wichtiger waren die zuletzt geholten drei Punkte aus Freiburg. Gladbach würde aus einem mittelmäßigen im Fall einer Niederlage einen Fehlstart machen. Und ein Typ wie Netzer sitzt nicht einmal auf der Tribüne, sondern irgendwo in der Schweiz und feiert seinen 75. Geburtstag. Glückwunsch!

 

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Vom Halten, Shoppen und Aussetzen

Wer“s mag, kann sich ja in Statistiken ergehen ohne Ende. Egal, ob sie Sinn ergeben oder nicht. Und denen zufolge kommt der derzeit beste Torhüter aus Düsseldorf. Zack! Nit Nachnamen übrigens Steffen undneuer Ami- Goalie der Fortuna.

Zwanzig Schüsse hat er in drei Spielen abgewehrt, sechs Tore kassiert. Und unabhängig von Statistiken und ihren Lesarten sicherlich eine gute Neuverpflichtung. Das kann er auch gleich am Abend wieder unter Beweis stellen, wenn Wolfsburg zur Fortuna kommt und zumindest für eine Nacht die Tabellenführung mit an den Mittellandkanal nimmt.

Und das ohne Stammkeeper Casteels, dessen Haarriss im Wadenbein wohl längere Ausfallzeit beansprucht. Doch Pervan ersetzt Casteels nicht zum ersten Mal und der große Rest der Mannschaft ist eh eingespielt – wohl auch das große Pfund des VfL, mit dem er wuchern kann. Indes darf sich Ex-Trainer Labbadia vorm Fernseher freuen, welche Basis er gelegt hat und sich fragen was er denn falsch macht, daß er die Ernte nicht selbst einfahren darf.

Er wird schon nicht frustshoppen gehen, der Bruno. So wie es Kevin Prince Boateng gerade im Boulevard gesteht. Drei Autos am Tag will er zu seiner Zeit in Tottenham gekauft haben – weil man es ja hat und um bessere Laune an den Tag zu legen.

Ob es solchen Jungs zu gut geht? Naja, der Kevin Prince weiß es ja inzwischen selbst. Ob er damit aber die jüngere Kickergeneration erreichen wird? Die hat ja schließlich noch ein wenig schneller ausgesorgt als er, der seinen Karriereherbst in Italien genießt.

Die Schlagzeilen überläßt er inzwischen den Anderen. Etwa Ösi Hinteregger, der sich aus Augsburg weggestreikt hatte und nun auch noch beim Nationalteam zu sehr Geburtstag gefeiert hat und suspendiert wurde vom Spiel.

Landsmann Hütter will es ihm nachsehen. Es käme auch wirklich blöd rüber, würde Frankfirts Trainer ihn auch suspendieren, ausgerechnet vor dem Spiel bei Hintereggers Ex- Verein, dem FCA. Durch den Empfang dort muß es halt durch.

Aufarbeiter

Rund anderthalb Wochen sind vergangen, seit der BVB mit 1:3 bei Unions Klassenkämpfern den Kürzeren gezogen hatte – wieder einmal bei einem der Kleinen in der Liga, aber das kennen sie ja bereits aus der Vorsaison.

Grund genug, solch ein Spiel aufzuarbeiten- was aber willst Du analysieren, wenn der halbe Kader fehlt wegen diverser Länderspiele rund um den Globus? Skype- Konferenz und damit eine Art Theorie- Training und am Ende verwechselt der Reus dann noch den Jogi mit dem Favre?

Geht nicht, also gibt es in Dortmund die Kurzaufarbeitung bevor Leverkusen, Barca und Frankfurt binnen einer Woche auf die Jungs zukommen. Erschwerend hinzu kommen Gerüchte auf manchen Portalen, Favre solle Vorbehalte haben gegen den einen oder anderen Spieler, den Super-Mats mit inbegriffen.

Der Trainer wiederum dürfte auch nicht mehr frei von jeglicher Kritik arbeiten können. Aber so ist das halt, wenn Du viele Leute am Mitquatschen hast. Berater Sammer kommt ja noch als Sahnehäubchen dazu. Wie lange mag das noch gutgehen?

Wenigstens hat Reus schon einmal verlauten lassen, nach seiner Karriere weder als Trainer noch Manager arbeiten zu wollen. Schön, daß es noch welche gibt, die sich nicht vom Apparat versorgen lassen wollen.

Aber notfalls ginge sicherlich noch „Experte“. So wie beim letztjährigen Hannoveraner Trainer Breitenreiter, der den endgültigen Abstieg dann kollegial dem Doll überlassen durfte. Nun schnackt er bei Sky als Neuzugang herum. Sich verkaufen, das kann er ja. Und ganz toll findet er sich auch. Beste Voraussetzungen also neben seinen sportlichen Erfolgen als… ja, was denn? Ach ja, Auf- und Abstiegstrainer in Paderborn. Und auch in Hannover hatte er ja den Aufstieg „finalisiert“, wie man so schön sagt und ist rechtzeitig gegangen (worden). Von seinem Jahr auf Schalke reden wir gar nicht erst. – Also, ab ins wöchentliche Abo- Schaufenster!

 

Von Anderen

Tja, und dann schaut man einmal quer über die Plätze der EM-  Quali und findet da nette Fakten, die einem Jogis Truppe schlichtweg nicht mehr bietet. Gleich viermal trifft CR7 beim 5:1 in Litauen. Ja, es ist „nur“ Litauen, aber ich denke, die Fand der Portugiesen sind allemal zufrieden.

Die der Engländer haben immerhin viele Tore gesehen beim 5:3 im Kosovo. Mehr als vierzig Quali- Spiele in Folge sind die Engländer nun ungeschlagen. Dass es solch eine Serie mal von einem deutschen Team gab, liegt lange zurück. Muß noch unter Derwall gewesen sein, bestenfalls bei Vogts.

Ach ja, und die Kosovaren waren zuvor fünfzehn Mal unbesiegt. Können aber immer noch von einer Teilnahme an der EM träumen. Wahrscheinlich der Albtraum aller Organisatoren. Das fängt schon damit an, welchen anderen Mannschaften sie dann zugelost werden dürften und welchen nicht. Darauf achtet die UEFA ja ganz penibel auch bei Ländermannschaften.

Würde nur noch Israel fehlen beim Turnier, aber die erreichen ja nie etwas, sagte – besser: schrie – deren Trainer Andreas Herzog nach der letzten Niederlage in der Kabine. Welch ein Vertrauen in seine Leute, welch ein Mutmacher. Bei aller sicherlich berechtigter Kritik – dumm ist es, wenn es nach außen dringt…

Unterdessen überbrückt der Boulevard die Zeit bis zur Bundesliga- Fortsetzung mit dem Comeback- O- Meter. Wer wieder beim Jogi andocken sollte – Hummels, Götze, Draxler… Himmel, muß da aber Flaute herrschen, in der deutschen Abwehr und im Blätterwald.

Vermißt man wirklich einen dieser Spieler im Deutschland- Trikot? Würde man diejenigen vermissen, die am Wochenende gespielt haben? Wirklich? Ich weiß ja nicht… Letztlich wirken sie weder nahbar noch nett in ihrer Seifenblase, die sie für die Welt halten. So lange, bis sie platzt.

Phase des Lernens

Das war ja sicherlich ganz überraschend für den Jogi und mehr noch für seine Jungs – eine britische Mannschaft spielt mit viel Herzblut und versucht individuell fehlende Qualität mit Dynamik zu kompensieren. Glückwunsch an die Scouting- Abteilung, falls der Jogi sowas denn nötig hat.

Und so erzählt er hinterher von einer „Phase des Lernens“ nach dem 2:0 in Nordirland, mit einem Tor direkt nach der Pause und einem in der Nachspielzeit. Havertz durfte auch noch für gut zwanzig Minuten mitspielen. Mehr nicht. Wahrscheinlich, damit er im Verein nicht allzu sehr abbaut und sich nicht allzu viel vom DFB- Kick annimmt.

Interessant nur, daß es sich vor einer Woche noch so ganz anders angehört hatte, der Cremeboy noch was von Entwicklung, und zwar einer positiven, von sich gegeben hatte. Soll da noch einer schlau draus werden? Will das überhaupt jemand?

Beim DFB werden sie sicherlich betonen, daß sie Tabellenführer sind in einer Gruppe in, der man kaum scheitern kann. Was natürlich niemand hervorheben wird. Schade irgendwie, daß es in absehbarer Zeit die nächste Länderspielpause geben wird und der Liga immer wieder der Schwung genommen wird.

Vielleicht sollte man es allmählich auch so sehen wie mancher dieser Kicker: die Nationalmannschaft ist ein feinews Beiwerk und wenn es wirklich mal um irgendeine Wurst geht, kann man mmer nochmal reinschauen. Ansonsten steht der Vereinsfußball im Vordergrund. Für die Spieler eh und für uns, wenn wir kein halbes Dutzend Abos brauchen.

Sehnsucht

Wie doch schon der Springer- Döpfner sagte – man fährt mit der Bild im Aufzug nach oben und man fährt halt auch wieder runter. Bei den meisten stimmt  das ja auch – es sei denn, da funkt ein fremder Fahrstuhlführer dazwischen.

Zum Beispiel der Jogi als Liftboy. Jagr er doch den Mats, den Boa und den Müller auf dem Fahrstuhl, obwohl dieser noch längst nicht wieder unten angekommen ist. Also, „unten“ im Sinne der Bild halt.

Geht natürlich nicht – zumal der Mats und seine twitternde Frau natürlich wissen, welche Freunde man braucht auf dem Boulevard. Und umgekehrt halt auch. Denn irgendwo braucht es ja Inofrmationen her und die neue Generation tickt da doch ein wenig anders.

Also war es kein Zufall, daß der Mats auf seinem eigenen Account von einen klasse Spiel am Freitag schrieb. Dazu die Atmosphäre lobte – sich dabei allerdings nicht auf das deutsche 2:4 gegen die Niederlande bezog, sondern auf den eigenen Auftritt beim BVB- Kick in Cottbus.

Man kann dem Jogi also auch ganz subtil eine mitgeben… Und da kommt Bild wieder ins Spiel – einerseits mit der Frage an den Bundes- Cremeboy, ob er nach der schwachen Abwehrleistung denn den Mats wiederzuholen gedenke. Zweitens mit einem Kommentar, in dem sogar von Sehnsucht nach Hummels geschrieben wird.

Der wiederum läßt ja immer mal wieder verlauten, er könne sich ein Comeback mit dem Adler vorstellen und offen läßt, unter welchem Trainer.

Wer aber außer dem Boulevard hat denn wirklich Sehnsucht nach dem zweifach aussortierten weltbesten Innenverteidiger? Und ob alleine Tah und Süle die Partie gegen die Niederländer verloren haben?

Ersterer wird wohl gegen Nordirland aus der Startelf fliegen, die Abwehr auch umformiert. Und überhaupt: Nordiren sind keine Niederländer – eine Weisheit, die man andauernd hört. Anscheinend ist da was dran. Gewonnen werden sollte ohnehin und unabhängig von Netz und doppeltem Boden, den der Qualimodus für die „großen“ Teams bereit hält.

Und jetzt auch noch…

Das ist ja nichts Neues, daß im Fußball Politik in den Hinterzimmern gemacht wird, dazu noch ein paar Seilschaften – und Groupies hat es schon gegeben, als Telefone noch Wählscheiben hatten.

Hat da irgendwer drüber berichtet? Nicht, daß ich wüßte. Ronald Rengs „Der Traumhüter“ fällt mir dazu ein, die Geschichte des deutschen Keepers Lars Leese, der sich in den Neunzigern in die Premier League verirrt hatte.

Mittlerweile gibt es aber die Spielerfrauen, im „Nebenjob“ gern Model oder Influencerin, manchmal auch Moderatorin oder Designerin. Und vor allem im Besitz eines Insta- Accounts. Über den wiederum lassen sich  so ganz zufällig die passenden Kommentare zur unpassenden Zeit absetzen – oder umgekehrt.

Frau Aogo – ihr Mann kickt irgendwo, gerade in Hannover, glaube ich – hat da noch ein wenig Nachholbedarf gegenüber ihren Kolleginnen aus München und Dortmund. Und haut daher einen raus: Video- Dokumentation bei Bildplus. Sie „erzählt alles“, wird da versprochen und gegen Geld kann man sich das auch anschauen.

Wer aber tut das? Ob da ein paar Klicks auch gekauft werden? Schwerlich nachzuweisen, aber nicht unmöglich. Auch das gehört zum Geschäft.

Und dann wird der Stoff gleich so gestreckt, daß vier Teile entstanden sind. Da graust es einem doch schon bei der Vorankündigung, bei der sie auch wissen läßt, daß sie sich nun „alles leisten“ könne. Die Welt wird es wahnsinnig freuen und man kann im digitalen Zeitalter nur froh darüber sein, daß dafür weder Celluloid noch Papier verschwendet werden müssen.