Schnelle Tore, späte Tore

Ja, wird man sich bei den Bayern vielleicht mal einig? „Ich bin sehr enttäuscht“, durfte Sportdirektor und Ex-Brazzo Salihamidzic dem KIcker zu Protokoll geben. Trainer Kovac steigerte das Ganze in der PK „Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern auch verärgert.“

Erstmal natürlich über den Verlust der Tabellenführung an den BVB und das Gewinnen- Müssen im direkten Aufeinandertreffen in einer Woche. Das alles wegen eines 1:1 in Freiburg, dasselbe Ergebnis wie im Hinspiel übrigens.

Oder war es doch eher der Umstand, daß Kovac Süle und Gnabry nach dem Länderspiel zunächst draußen gelassen hatte? Regeneration oder Schonung für’s „schwere“ Pokalspiel gegen Heidenheim? Beide kamen dann im Verlauf der zweiten Halbzeit für Müller und Boateng, die sich eine Stunde lang in Jogis Sonnenbrille auf der Tribüne spiegeln durften. Und Kovac vollzieht Jogis Umbruch nach. Paßt, oder?

Konkurrent und Wieder- Tabellenführer Dortmund tat sich ohne Vadder Reus schwer bis in  die Nachspielzeit, dann traf Alcacer gleich zweimal gegen Wolfsburg und den BVB zwei Punkte in Führung gegenüber den Bayern.

Man verkauft das dann gerne als Moral, die bewiesen wurde. Normal im Geschäft. Aber überzeugend geht wohl anders.

Das sind Probleme, die man bei der anderen Borussia gerne hätte. Die im Winter ja noch als Überraschungskandidat für den Titel gehandelt wurde und nun berchtigte Befürchtungen hegt, aus den Top Vier zu fliegen.

0:3 nach sechzehn Minuten im Spiel in Düsseldorf, da gingen die Köpfe der Verantwortlichen ganz schnell runter. Das muß man wohl erst einmal sacken lassen. Und welche Lehren draus ziehen?

Nürnberg hat nach zwanzig sieglosen Spielen mal wieder einen Dreier eingefahren und Gegner Augsburg durch das 3:0 nicht den Anschluß ans Mittelfeld herstellen lassen. Vier Punkte sind es für die Franken bis zum VfB Stuttgart, der am Abend in Frankfurt antreten muß, das seinerseits die Chance hat, in die CL- Ränge zu rutschen.

Nürnbergs Sieg bringt Hannover unter Zugzwang im Spiel gegen Schalke – oder aber die 96er nähern sich noch ein Stückchen der Zweitklassigkeit.

 

Ausgebremst

Zwei Siege und drei Niederlagen aus den letzten fünf Ligaspielen – die Aufholjagd von Bayer Leverkusen ist ein wenig ausgebremst, scheint es.

Das 1:4 in Hoffenheim läßt Leverkusen aus den Europa League- Rängen fallen aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber Wolfsburg. Und die Nagelsmänner sitzen Bayer im Nacken.

Nun heißt es Abwarten, was die Konkurrenten machen. Werder etwa mit dem Heimspiel gegen Mainz, das schon einige Personalentscheidungen im Hinblick auf die neue Saison gefällt hat – mit dem aktuellen Personal aber erstmal eine Negativserie beenden müßte.

Werder hingegen würde mit einem Sieg punktgleich mit den Wolfsburgern sein, falls der VfL in Dortmund verlieren sollte. Was ja mehr als nur im Bereich des Möglichen liegt, schließlich ist da ja noch das Fernduell zwischen dem BVB und den Bayern.

Da soll auch die kleine Baustelle des BVB nicht weiter stören: über die Werbung für einen Wettanbieter auf der BVB- Website gelant man wohl auf ein Online- Casino. Heikle Geschichte, bei der sich die Borussen darauf berufen, ja lediglich für die Website des Werbepartners zu werben. Wie der WDR- Hörfunk berichtete, interessiert man sich aber amtlicherseits durchaus für die Angelegenheit.

Die Bayern hingegen planen Trainer Kovac zufolge einen Sieg beim SC Freiburg ein. So einfach und sicherlich auch der LIga- Dramaturgie förderlich. Oder spucken die Freiburger ihnen wie beim HInspiel in die Suppe? Damals gab es ein 1:1 in München.

Fortuna Düsseldorf kann Gladbach ärgern, bei denen es allerdings derzeit auswärts besser läuft ales zu Hause und Hertha könnte sich im Abendspiel den Leipzigern entgegen stemmen, brauchte aber einen Sieg um weiter von Europa zu träumen.

Und imersten von zwei möglichen Vorentscheidungen im Abstiegskampf an diesem Wochenende will Nürnberg nach schier endlosen zwanzig sieglosen Spielen gegen Augsburg Erfolg haben und Druck auf die Kellerkonkurrenz ausüben. Daß das mit lächerlichen dreizehn Punkten (von 78 bislang vergebenen) überhaupt noch möglich ist, ist im Grunde das Schlimmste daran.

Rekordgeld und Betriebssport

Und wer geht nun bei den Bayern nach ihrem neuen Rekord- Transfer, dem 80-Millionen- Mann? Doch nicht etwa Mats und Boa, das kongeniale Innenverteidigerpärchen, die dann binnen weniger Wochen zum zweiten Mal aussortiert worden wären?

Aber erst einmal schreit Horst Heldt vom anderen Ende der Tabelle und erbost sich über die neue Rekordsumme, die das Festgeldkonto der Bayern hergegeben hat. Ich kann ihn aber auch verstehen, daß er sich nochmal schnell bemerkbar machen muß, bevor er möglicherweise bald schon seinen letzten Tag im Amt in Hannover hat. Der Neuaufbau bei 96 braucht ihn wohl nicht.

Da ist man richtig froh, daß es in der Liga nach dieser letzten Länderspielpause wieder weiter geht. Ungestört von der DFB- Clique und dem, was sie unter Fannähe versteht.

Hoffenheim und Leverkusen spielen um Punkte für die Teilnahme am europäischen Wettbewerb, welcher es auch immer sein wird. Dabei steht die TSG eher unter Zugzwang, kann bei einem Sieg bis auf einen Punkt an Bayer heran rücken und ihrem Nagelsmann einen ordentlichen Abgang verschaffen.

Kollege Bosz auf der Bayer- Bank muß seine Mannschaft wieder auf Kurs kriegen. Nicht, daß man Parallelen zu seiner Dortmunder Amtszeit sucht am Ende. Zudem bleibt abzuwarten, wie die Wechselgerüchte um Top- Talent Havertz das Team beeinflussen werden.

Gleich hundert Millionen sollen für den jungen Mann aus München nach Leverkusen fließen. Was für ein pralles Konto der Bayern spricht – andererseits haben sie mit Robben und Le Franck, vielleicht auch mit Hummels und Boateng ein paar Positionen, die frei werden auf der Gehaltsliste.

Havertz ist immerhin erst 19 Jahre alt und vielleicht wäre es wirklich gar nicht so schlecht, würde erst noch ein oder zwei Jahre in Leverkusen bleiben. Wie sagt Trainer Bosz in der Bild? „Als Trainer kannst Du nur hoffen.“ Stimmt wohl, aber Vernunft bei Spielern und deren Beratern ist allzuoft die Ausnahme geworden.

Wer da alles feiert…

Dem Chefredakteur sind die Schlagzeilen wurscht. Wann auch sollte Bayerns Boateng zur Party laden, wenn nicht nach dem Kick gegen den BVB?

Vorher ? Gar nicht? In der Sommerpause? Dann können die Kollegen ja nicht und Le Franck freut isch schon so auf die Fete, daß er es gleich allen seinen Followern mal ganz privat verklick(er) hat.

Boateng ist schließlich mit seinem zweiten Standbein, (s)einem Lifestyle- Magazin, am Markt – und da braucht es im chichen München mal einen Samstag in der Nobel- Disco für all seine Unterstützer. Meint er halt und lädt ein. Actionreicher als ein Mitternachtsbankett mit Kalle und Uli ist es allemal.

Und wer weiß, wie lange die Kollegen samstags überhaupt noch Zeit haben werden? Schließlich sieht die UEFA ja die Reform der Champions League vor. Nicht etwa dahingehend, daß nur noch die Meister darin spielen sollen, das wäre zu old school und wirtschaftlich ein Rückschritt.

Nein, da geistert ein Modell herum, demzufolge insgesamt 96 Vereine in die CL sollen und in drei Ligen spielen. In Achtergruppen! Was heißt, vierzehn garantierte Spiele und die Kassen klingeln entsprechend.

Und das bekommst Du beim besten Willen nicht mehr allein an Wochentagen gestemmt. Also: CL (auch) am Samstag, und das Tagesgeschäft wird dann auf dem Rückflug erledigt oder Bayern oder der BVB schicken dann den zweiten Anzug nach, sagen wir, Freiburg. Wird dann schon klappen.

Der entsprechende Aufschrei dürfte auch nicht lange auf sich warten lassen. Aber ehrlich: interessiert das? Für die Einnahmen brauchen sie das Publikum schon lange nicht mehr. Und Merchandising geht immer, Geburtstage oder Weihnachten werden ja nicht abgeschafft, nur der klassische Bundesliga- Spieltag.

Kann ja Boateng mal drüber schreiben lassen in seinem Lifestyle- Hochglanz- Blättchen.

Rote und Rosen

Da haben wir es doch gerade noch hier diskutiert: wird Zeit, daß sich bei den „Roten“ in Hannover mal jemand desjenigen annimmt, der die beiden Trainer- Selbstpromoter Breitenreiter und Doll verpflichtet hat. Und der die Truppe zusammengestellt hat, die mit 14 Punkten einerseits grottig wenig aufweist, lachhafterweise aber immer noch den Klassenverbleib schaffen kann.

Also muß Martin KInd wieder ran. Vom gar nicht dollen Doll rückt er ab und Manager Heldt scheint auch keine allzu große Zukunft mehr zu haben bei den 96ern. Die Bild spekuliert schon darüber, ob beide bereits ihre letzte Arbeitswoche in Hannover verleben.

Gerade für Heldt hätte das natürlich was Ironisches, wenn ausgerechnet nach einer Pleite gegen Ex- Verein Schalke Schluß für ihn wäre bei Hannover. Die Kaderplanung für den Neuaufbau in der 2.Liga dürfte man wohl dann jemand anderem übertragen.

Und mit einem Abstiegstrainer macht man – außer in Freiburg – auch nirgendwo weiter. Schon gar nicht mit einem Doll, der anscheinend als Einziger alles richtig macht – dummerweise findet das in den Ergebnissen niemand wieder – sechs Niederlagen in sieben Spielen.

Ein neuer Trainer käme wohl kaum aus der Nachbarschaft. Bruno Labbadia verlßt zwar Wolfaburg, will aber gleich irgendwo weiter arbeiten. Im Chaosklub Hannover verdirbt er sich nur unnütz seinen Ruf. Aber da wäre ja auch noch Schalke im Sommer neu zu besetzen…

In Wolfsburg sind sie unterdessen auf Marco Rose fokussiert. Red Bull Salzburg will aber eine Million Ablöse. Was für beide Betriebsclubs kein großes Hindernis darstellen sollte. Doch Schalke will Rose ebenso und der genießt erst noch das seltene Gefühl, sich den nächsten Job aussuchen  zu könnn.

Mehr als ein Entwurf – leider

Da bin ich ja fast erschrocken und dachte, es sei schon wieder Karneval. Ist es aber nicht. Und bis jetzt ist es auch nur einer, der so komisch herumläuft. Undercut, Schlumpf und zu kurze Hose. Sieht aus wie Ronaldo nachempfunden, schielt allerdings.

Das also ist das Maskottchen zur Flugmeilen- Europameisterschaft 2020. Angeblich inspiriert vom Straßenfußball und Freestylern. In Wahrheit aber einfach nur… blöd, finde ich.

Bekanntermaßen gelingt es ja weder beim Song Contest noch auf anderem Parkett, einen paneuropäischen Geschmack hinzukriegen. Warum dann beim Maskottchen für die EM? Ich kann mir aber schlecht vorstellen, daß „Skillzy“ – so heißt der Entwurf übrigens – sich irgendwo auf dem Kontinent gut verkauft.

Da sehnt man sich ja fast nach Tip & Tap zurück, anno ’74 mit spartanischem Sportler- Charme oder Sommermärchen-Leo, der zwar untenrum nichts an hatte, aber Plüsch geht halt immer.

Andererseits zeigt dieser 2020er Agentur- Output natürlich hervorragend den Wandel vom Sportler hin zum Model und Influencer, den die Kicker hetzutage genommen haben. Und vielleicht vereint er Europa auch in der fehlenden Akzeptanz ihm gegenüber?

Seltsame Klamotten und Frisur – hätte man nicht Thomas Gottschalk diesen Job machen lassen können?

Älter als die UEFA (die 2020 ihren 60sten feiert), Quoten weit jenseits von „Wetten, daß“ (er würde glauben, seinetwegen) und reden würde er im Gegensatz zu „Skillzy“ auch noch. – Oder würde es manch einem zu heiß, wenn er sagt: „Top, die Wette gilt“? 🙂

Und dann war Schulz

Zweieinhalb Tage ohne Internet…. aber pünktlich zum Länderspiel war es dann wieder da, offenbar hatten die Guys in Magenta da gerade mal Zeit.

Und dann überrascht einen auch noch die deutsche Mannschaft mit einer richtig ordentlichen ersten Hälfte und einer 2:0- Paosenführung in Amsterdam. Die war aber dahin, nachdem die Niederländer ihre Agressivität entdeckt hatten.

Bondscoach Koeman hatte seinen Jungs wahrscheinlich erklärt, wie er selbst das anno 1988 in Hamburg erledigt hatte. Doch der beste Reus, den es je gab, kam als Joker zwei Minuten vor dem Ende und krönte seinen Kurzauftritt mit der Vorlage zu Schulz‘ 3:2- Siegtreffer in der 90. Minute.

Auf dem Papier ein gelungener Start in die Em- Quali und da versäumt es der DFB natürlich nicht, die telegenen Werbebanden in der Arena Amsterdam anzumieten und auf sein nächstes Spiel hinzuweisen. Irgendwann im Juni, gegen Hammer- Estland in – ja, wirklich – in Mainz. Da sorgt man sich um leere Ränge, hm?

Das Beste daran: jetzt wird die Saisonnicht mehr durch diese Löw- und- Co – auftriit gestört und zerbröselt. Jetzt, da die Entscheidungen in den Wettbewerben nahen.

Vollen Fokus also auf das Titelrennen und auf das Krabbeln am anderen Ende der Tabelle, wo sich Hannover auf der Mitgliederversammlung die nächste Baustelle eröffnet hat. Mit einem neuen Aufsichtsrat für den e.v., wo Kind abdankt. „Zum Kotzen“, findet er diese Entwicklung, nahm er wenigstens kein Blatt vor den Mund.

Daß die 96- Mannschaft mit nahezu voller erster Elf das Testspiel in Bielefeld mit 0:5 versemmelte, ließ zwar den Doll medienwirsam motzen. Aber wer nimmt davon außer ihm selbst schon Notiz?

Ob sich der Verein bis zum Sommer komplett zerlegt haben wird? Man wirklich Doll den Neuaufbau zutraut? Welchen guten Grund hätte man eigentlich dafür? Wir werden sehen, Internet vorausgesetzt… 😉

Symbole und Sympathie

Und was bleibt im schnellebigen Geschäft hängen von so einem Unentschieden gegen Serbien? Irgendwelche Erkenntnisse? Schließlich sollten die Serben ja die Niederländer vom Sonntag kopieren, damit der Jogi dann gut vorbereitet nach Amsterdam fahren kann und nicht wieder mit einem 0:3 wie im November nach Hause kommt.

Natürlich wird es keinen Torwartwechsel geben, Neuer auch in der EM- Quali im Kasten stehen. Davon könne man ausgehen, meint der Cremeboy.  So weit, so schön – für Zweitkeeper ter Stegen heißt es, weiter abzuwarten. Vielleicht darf er ja mal länger als 45 Minuten zeigen, was er kann, falls er zuvor die Champions League gewinnt.

Da fragt man sich doch glatt, weshalb sich Löw und Köpke neulich den Clasico der spanischen Liga vor Ort angeschaut haben. Wegen Querpaß- Toni und ihrem Ersatztorwart?

Und den Gündogan hat der Boulevard jetzt auch wieder lieb. Gesteht ihm sogar die Kapitänsbinde zu, die Neuer ihm in der Pause in die Hand gedrückt haben soll. Den Rest der Werbung in seiner Sache übernimmt indirekt der Özil für ihn – auch so geht Marketing.

Dennoch hat gerade die Werbe- Abteilung noch Luft nach oben. Die Stimmung in Wolfsburg war wohl „überraschend“ nicht so doll. Ist sie dort zwar nie, aber egal. Bei Länderspielen fällt das inzwischen schon auf.

Nur dem Bierhoff angeblich nicht. So genau habe er gar nicht drauf geachtet, erzählte er der Bild. Papier ist geduldig, heißt es ja.

Deshalb springt die Bild dem Bierhoff auch zu Hilfe und erklärt, daß zur Nationalmannschaft sowieso eher „Opern- Publikum“ käme, das „sich mal etwas Besonderes im Fußball gönnen“ wolle. Und daß Länderspiele immer leiser seien als Ligaspiele.

Ist es denn so schwer zu begreifen, daß die Leute keinen Bock haben, die Löwschen Planspiele mit Jubelstürmen zu begleiten? Und vielleicht möchten immer noch ausreichend Leute beim „Event“ Länderspiel dabei gewesen sein, hegen aber für das Team und die Verantwortlichen immer weniger Sympathien?

U 30

Meckern wir nicht rum, auch Wales hat sich gegen Trinidad & Tobago so richtig einen abgebrochen, erst in der Nachspielzeit gewonnen. Das allerdings haben die Waliser dem deutschen Team voraus, denn Löws Jungs kamen zu einem ausgepfiffenen 1:1 gegen Serbien mit seiner Frankfurt- Connection.

Dabei war die zweite Halbzeit besser als die erste, in der Jogis Mannschaft zwar mehr vom Spiel hatte, aber die Serben auch dicke Chancen versemmelten gegen Neuer und seine neu formierte Abwehrreihe, die in manchen Szenen wirkte wie die alte. Aber so lange man den Gegner mehr verwirrt als die eigenen Leute, geht sowas ja immer mal wieder gut.

Vor dem Anpfiff wurde den drei aussortierten Musketieren aus Müncehn dann sogar noch ein Danke zuteil. Nicht vom Jogi, nicht vom Olli, sondern von „den Fans“. Wobei das ja im Fall der Nationalmannschaft mit Vorischt zu genießen ist.

Denn „die Fans“, das ist ja der Bezahl- „Fanclub Nationalmannschaft“. Da dürfte eine Choreo seitens des DFB nicht nur goutiert, sondern auch finanziert sein. Ergo ein Einknicken von Hashtag- Olli vor der öffentlichen Meinung zum Abservieren von Mats. Müller und Boateng?

Olli wird auch das ausverkaufte Stadion in Wolfsburg als Erfolg werten. 26101 verkaufte Karten im Stadion des neuen Hauptsponsors VW. Der sich wohl kaum leisten mag, leere Plätze zu präsentieren. Dabei ist beim 20.45- Anstoß die Spät- und Nachtschicht der Autoschrauber nicht in der Lage, ins Stadion zu gehen. Es ist nur gemutmaßt, aber was würde man anstelle des neuen Sponsors dann tun? Karten kaufen?

Oder darben die Leute wirklich nach eiem Testkick, nach dem Beginn einer neuen Zeitrechnung? Da kommt dann Olli wieder um die Ecke. Erzählt was von Fan- Nähe. Daher will der DFB die selbst auferlegte Beschränkung nun aufweichen, nur in Stadien mit mehr als dreißigtausend Plätzen zu spielen.

Bisher gingen die Arenen in Hoffenheim und Leverkusen zum Beispiel gerade so eben noch durch. Man darf gespannt sein, wer zukünftig noch mit Länderspilen behelligt wird.

Für Freunde und Follower

Es sind eben doch nur Zauberlehrlinge, die da die Bälle durch die Gegend treten. Merken es aber selbst nicht inmitten all ihrer Follower und realen Schulterklopfer.

Sie selbst liefern Home Stories über ihre sozialen Kanäle, angeheuerte Agenturen erledigen das für sie. Die Spieler selst müssen nur noch verläßlicher Teil ihrer ach so blendenden Inszenierung sein.

Bei Millionen von Followern bist Du halt kein Privatmensch mehr – so einfach ist das. Nicht einmal dann, wenn Du heiratest. Und komme mir bitte keine mehr mit angeblicher Unwissenheit über das Ausmaß der Reaktionen, wenn Nationalspieler a.D. Özil den türksichen Präsidenten zum Ehrengats und Trauzeugen bei seiner Hochzeit erklärt.

Privatsache? Nicht nach all dem, was letzten Sommer passiert ist. Und auch dann nicht, wenn der Bräutigam es seinen vielen Followern selbst mitteilen läßt. Die Diskussion dürfte die Länderspielpause hinduch tragen.

Apropos „tragen“. Da rennt der Leroy Sané mit einem Oberteil vor den Kameras herum, das mich an eine umgenähte Rheumadecke erinnerte. Bißchen bunt verschmiert mit Graffitis wie von Kinderhand.

Sieht merkwürdig aus bei einem 23-jährigen, war aber teuer. Insgesamt soll der Ladenpreis für sein komplettes Outfit an die 25000 Euro betragen. Achtzehn davon angeblich auf den Rucksack entfallen.

„Privatsache“, sagt Werbefachmann Bierhoff. Und die Vorbildfunktion eines Nationalspielers? Da fragt man mit Hashtag-Olli sicherlich den Falschen, hm?

Mich würde mal interessieren, ob Sané Vater Souleyman mit ihm darüber redet, den man Anfang der Neunziger als ehrlich rackernden Stürmer in Wattenscheid erlebt hat.

Und bevor sich jemand aufregt: hey, der Junge hat schließlich nur ein Tages- Einkommen in Klamotten investiert. Das macht Otto- Normalzuschauer doch auch schon mal, oder? Es sei denn, er verzichtet auf neue Klamotten, um sich ’ne Karte für’s nächste Länderspiel zu kaufen.

Vielleicht aber bezahlt der Sané ja gar nicht so viel. Mit seinen Follwern ist er halt auch als laufende Litfaßsäule interessant. Prostituierter der Werbewirtschaft, Influencer auf neudeutsch. Klingelt’s? Bling, bling!