Zeit daheim

Als „Vorsichtsmaßnahme“ wechselte der Jupp den Lewandowski beim Leipzig- Spiel aus, schließlich soll er beim nächsten Gipfel in Dortmund am Samstag wieder fit sein. Und so ist Bayerns zentraler #Stürmer halt nicht mit nach Glasgow geflogen, wo die Rückrunde der CL- Gruppenphase eingeläutet wird.

Nutzt die Zeit daheim zur Reha und zum Interview geben. Sagt, er möchte gern mehr Pausen haben. Um Interviews zu geben? Nein, aber er brauche eine Back- Up. Was ja so verkehrt gar nicht wäre. Anders betrachtet: die Bayern sind zu sehr abhängig von Lewandowski, zumal Müller ja auch noch fehlt.

Darum bleiben seine Ratschläge wohl auch öffentlich unwidersprochen. Erst vor ein paar Wochen hatte Lewandowski ja seinen Chefs empfohlen, aus welchem Regal sie doch bitte Spieler kaufen mögen. Nun also erneute Ratschläge. Ob das so gut ankommt?

In Bremen ist die CL am Fernseher mittlerweile Gewohnheit. Immerhin haben sie nun das wochenlange Herumeiern und Phrasendreschen eingestellt und Nouri von seinen Aufgaben befreit. Und wieder geht der U23- Trainer hoch zu den Profis, Kohlfeldt heißt der. Vor allem für ihn hofft man, es wird nur vorübergehend.

Verträgt Werder einen Trainer von „draußen“ wie der immer wieder gelistete Labbadia? Oder gibt es den Retro- Anfall mit Schaaf, und wenn auch nur als Übergang? Ob allein seine Anwesenheit die Mannschaft pushen könnte und falls ja: wie lange mag das anhalten?

Offensichtlich riskiert man vor der Länderspielpause erst einmal eine weitere Pleite am Freitag in Frankfurt, bevor dann ein Neuer loslegen kann. Sonst wäre ja ein Trainer- Effekt auch verpufft. Und es ist ja schon witzig: neulich noch wollte jeder seinene Nagelsmann, jetzt sucht jeder seinen Jupp.

 

Kein Bauern- Opfer

Bremens Robert Bauer wurde gegen Augsburg schon zur Halbzeit ausgewechselt. Hatte also genug Zeit, sich was durch den Kopf gehen zu lassen, das er später in der Mixed- Zone in Mikrofone würde erzählen können. Und was kam dann? „Wir haben versucht, das umzusetzen, was uns der Trainer vorgegeben hat“.

0:3 ging das Spiel aus. Nur null zu drei. Und für viele klangen die Worte Bauers hinterher so, als wolle er seinen Trainer Nouri in Schutz nehmen.

Aber wollte er das wirklich? Ich meine, wenn man sich mal die Worte auf der Zunge zergehen läßt, gibt es ja noch eine andere Möglichkeit. Haben die etwa wirklich die Vorgabe des Trainers auf den Platz bringen wollen? War das, was man sah, etwa dessen Idee?

Nachdem Woche für Woche jeder Bremer immer wieder die Trainerfrage beantworten sollte, sagte Manager Baumann nun endlich mal, er weiß es nicht, ob Nouri beim nächsten Spiel noch auf der Bank sitzen wird. Wenn, so schiene es fahrlässig.

Nun sind nur noch Werder und Köln sieglos, bei Letzteren sah man aber immerhin in Leverkusen so etwas wie großes Bemühen, was Stöger auch weiterhin im Amt halten dürfte.

Der Bundes- Jogi hat sich unterdessen im Sportstudio zu der Aussage hinreißen lassen, Bayern- Trainer zu werden sei für ihn keine Option. Warum sollte das auch so sein? Sein Erfolg beim VfB Stuttgart ist nun auch schon 20 Jahre her und außerdem sind ehemalige Bundestrainer im alltäglichen Spielbetrieb nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Berti und Klinsi lassen grüßen. Letzterer dürfte dem Jogi auch mal erzählt haben, wie das so lief mit ihm und den Bayern. Als er vor lauter umgestalten glatt das Kerngeschäft nach Münchener Maßstäben versemmelte.

Dem BVB- Kollegen Bosz erteilte Jogi dann gleich auch noch die Absolution zu dessen System. Sagte wohl sinngemäß, Bosz habe ja bei ajay gute Arbeit geleistet und dann wird das schon was. Und man braucht ja auch Eingewöhnung. Dann kann ja nichts schief gehen beim BVB – siehe Tottenham und Hannover.

Keine Viertelstunde lang

„Im Vollkampfmodus“ wollte Ralph Hasenhüttl mit seinen RB- Kickern nach München fahren, sagte er vor dem Spiel. Und hinterher? Da hätte er am liebsten die Zuschauer schon zur Halbzeitpause nach Hause geschickt und wäre mit seinem Team auch gern selbst schon früher die Heinreise angetreten.

Nach der frühen und berechtigten roten Karte gegen Leipzigs Kapitän war das Spitzenspiel schnell erledigt und obendrein einseitig. RB beendete damit das dritte von bislang vier Spielen gegen Bayern in Unterzahl. Sicherlich nicht nur zufällig.

München mit Jupp ist damit erstmals diese Saison an der Tabellenspitze. Dortmund verlor in Hannover und wurde dabei einmal öfter stets überspielt. Trainer Bosz sieht darin aber kein Problem der hoch stehenden Verteidigung sondern der Ballverluste in seiner Mannschaft im allgemeinen.

Formulieren wir es mal anders: wer permanent hoch steht, darf sich diese Verluste nicht erlauben. Oder umgekehrt: wer den Ball nicht besser halten kann, sollte vielleicht weniger spektakulär und damit risikoreich spielen lassen. Tottenham, Leipzig und nun Hannover – es sind immer ähnliche Probleme, die da auftauchen. Von Krise ist die Rede. Genau dieses Gerede findet BVB- Schwatzke „krank“.

Aber es ändert nichts daran, daß de BVB seine Tabellengführung los ist. Besieger Hannover ist Vieter.

Und auch Hoffenheim verliert, die Mannschaft 1:3 gegen Gladbach, Trainer Nagelsmann die Conténance. Trifft einen Fan mit einer Plastikflasche. Der saß ein paar Plätze neben seinem Bruder, der die Flasche dann retour warf. Und der Fan wurde vom Trainer gedrückt und alles ward wieder gut. Daß es „dämlich“ war, sagte Nagelsmann hinterher selbst.

Unten eingefunden

Die vielen Unterbrechungen beim Freitagsspiel waren nicht dem Eurosport- Player geschuldet. Nein, der Kick zwischen Mainz und Frankfurt war wirklich zerfahren. 1:1 hieß es am Ende und beide Tore steuerten die Mainzer bei.

Ein Unentschieden könnte man auch zwischen Hertha und Hamburg vermuten. schlichtweg, weil man nicht genau weiß, weshalb eines der beiden Teams gleich alle drei Punkte einfahren sollte. „In den letzten Monaten und Jahren stabil“, lobt HSV- Trainer Gisdol die Berliner. Und sein Statement klang nicht nach feinem Humor – den könnte man ja vermuten angesichts der Sieglosserie von sieben Spielen, wettbewerbsübergreifend.

Hamburg kann da aber mithalten, der gute Saisonstart scheint wie ein Märchen aus der Dino- Zeit zu sein. Und man ist geneigt zu sagen, der HSV ist da, wo er hingehört. So sehr sind die unteren Tabellenplätze schon Gewohnheit für den Beobachter.

Für Wolfsburg gilt es ähnlich. Und es wird wohl wieder ein Übergangsjahr. Wenigstens im Pokal hat Neu- Coach Schmidt einen Sieg geholt. Im Spiel bei Schalke stehen die Aussichten dafür eher schlecht. Tedesco hat seine Königsblauen fast schon unbemerkt an die Verfolgergruppe heran geführt.

Derby- Zeit ist es am Rhein. Köln fährt die paar Kilometer nach Leverkusen und wird bei einer Niederlage die entsprechende Häme mit auf den Heimweg nehmen. Oder war der Pokalsieg bei Hertha schon die Wende für Trainer Stöger? Sechs Punkte hinter dem 15. aus Freiburg muß der FC langsam mal anfangen zu punkten. Leverkusens Völler tritt derweil im Spot der „Toten Hosen“ auf mit einer Kabinenansprache für die alternden Punkrocker. Farbtupfer können in Leverkusen halt nicht nur aus der Fabrik kommen.

Im Schatten dieses Nachmittags findet in der Regionalliga West noch das Derby zwischen Essen und Oberhausen statt. Und selbst, wenn es bei RWE nun so gar nicht rund lief bislang: knapp fünfstellig dürfte die Besucherzahl dennoch sein, da kann in der Nähe fast schon spielen wer will.

Und abends dann der Kick, der in ein paar Jahren ein Klassiker werden könnte…

Aufwärm- Derby

Zur Abkühlung nach dem langen Pokal- Mittwoch hilft wahrscheinlich ein Spiel, das exklusiv bei Eurosport läuft und somit nur wenige aufregen kann 😉 Obwohl es auch Derby- Charakter hat, wenn Mainz und Frankfurt aufeinander treffen. Und letztere für eine Nacht Vierter werden können bei einem Sieg.

Das klingt dann nach den traditionell guten Hinrunden der Eintracht, die aber erfahrungsgemäß eher dazu dienen Punktefutter zu hamstern für das magere Frühjahr mit dem regelmäßigen Gleitflug ins tabellarische Niemandsland.

Mainz hingegen muß erst einmal zusehen, wie man den Adler im Tor ersetzt. Ausreichend Kandidaten gibt es, eigentlich haben die Mainzer sogar zu viele Torleute. Doch von keinem scheinen sie so recht überzeugt zu sein.

Ansonsten ist der Tag dazu da, noch Wunden zu lecken aus dem Pokalfight zwischen Bayern und Leipzig. Schließlich steht die Neuauflage in der Liga an. Und so wird alles sicherlich noch ein weiteres Mal aufgewärmt, erweitert um die DFB- Ermittlungen gegen RB- Ralle. Der aber wird in München wohl kaum von der Tribüne aufs Feld laufen können. Da muß er sich schon gleich zu Hasenhüttl auf die Bank setzen. Der übrigens das Vorgehen vom Ralle nicht guthieß.

Und schon wird spekuliert, ob der Österreicher denn überhaupt seinen Vertrag in Leipzig verlängern würde. Ob Ralle ihn eventuell ein Jahr früher gehen ließe, wenn er eh nicht bleiben wolle und ob Hasenhüttl auch ein Kandidat für die Bayern wäre. Vor den Toren Münchens, in Unterhaching, war er einst gar nicht so erfolglos. Aber das nur am Rande.

Zum Glück gehen diese Spekulationen nicht auch noch in die andere Richtung. Der Jupp wird wieder in den Ruhestand gehen, wenn seine Mission bei den Bayern erfüllt sein wird. Und auf zwei Jahre im Voraus über Leipzig- Trainer zu spekulieren, dazu ist es dann doch noch zu früh und RB auch noch nicht lang genug auf der Landkarte.

Immerhin eint eines beide: man mag sie oder man mag sie nicht, aber alle wollen sehen, wenn sie spielen.  Auch so geht Marketing.

Self- made

Da wird seit Wochen über den Videobeweis gestritten und seine direkte Wiederabschaffung gefordert – und im DFB-Pokal, wo er erst ab dem Viertelfinale kommen wird, scheint er urplötzlich zu fehlen.

Vielleicht auch „fehlen“ in dem Sinn, das sich der pfeifende Schiri insgeheim doch gern auf den Mattscheiben- Kollegen verläßt. Vollen Pfiff voraus, gegebenenfalls wird es ja korrigiert. Und dann steht der Zwayer da allein mit seiner Elfmeter- Entscheidung und niemand spricht mit ihm. Außer sein Assistent an der Linie. Und der Elfer für RB wird zurückgenommen. Fälschlicherweise.

Aber dann kommt ja noch Rasenball- Ralle ins Spiel oder besser: zum Halbzeitpfiff aufs Spielfeld mit seinem Handy. Videobeweis selbst gemacht, will er dem Schiedsrichter Fernsehbilder vor die Nase halten. Angeblich ging das noch im Kabinengang weiter.

Ob es an dieser Bedrängnis lag, daß RB dann im zweiten Durchgang den Elfer zur vorübergehenden Führung zugesprochen bekam, der erkennbar keiner gewesen ist? Wo Außenstehende gern von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen, sind Schiedsrichter ja dazu angehalten, jede einzelne Szene eben auch einzeln zu bewerten. Kein Auf- oder Verrechnen also.

Bayern hielt gegen einen sehr starken RB- Keeper Gulasci die Chance auf ein Triple aufrecht mit dem Sieg im Elfmeterschießen.

Ansonsten war er Pokalabend therapeutisches Kicken für die in der Liga gestrauchelten. Köln siegt in Berlin, Hertha guckt wieder nur zu beim Endspiel. Und Werder besiegt das rotierende Hoffenheim, dessen Trainer und Sportdirektor es „total unverdient“ finden, weil Werders Spiel „mit Fußball nichts zu tun“ habe.

Und sogar Wolfsbugrs Schmidt fuhr seinen ersten Sieg im sechsten Spiel ein. Das Niedersachsen- Derby gegen Hannover wollten aber nur 15000 sehen. Der Rest schraubte an Autos auf Fließbändern herum oder hatte keine Lust auf die angekündigte Rotation beim Gegner. Seltsam, wenn auch diejenigen Vereine im Pokal rotieren, für die der Wettbewerb den einzigen Weg ins europäische (Geld-) Geschäft darstellt.

Schmaddi hadde Calli jesaat

Sowas hat ja jeder in der Verwandtschaft oder am Arbeitsplatz: Leute, denen man besser nichts erzählt, weil es dann bald die ganze Welt weiß. Oder denen man etwas steckt und die Vertraulichkeit betont, weil man genau will, daß es dann die ganze Welt weiß.

Im Fußball macht diesen Job eine ehmalige Werbeikone, der früher sogar mal Manager bei Bayer Leverkusen war: der Calli, nun wieder reduziert auf Experte. Und der fült mit dem Schmaddi, also Jörg Schmadtke, frisch getrennt von und mit Kölle.

Der hat auf Nachfrage des Kicker immerhin auf die Pressemitteilung des Vereins verwiesen, in der was von neuen Impuls setzen gestanden hat. Und nun kommt Calli ins Spiel.

Man darf reine Menschenfreundlichkeit beim Calli vermuten, denn der hat mit Schmaddi telefoniert. Und was Schmaddi ihm erzählt hat, hat der Calli dann gleich weitererzählt. In bester Waschweiber- Manier, also… natürlich als Freund. Oder jemand, der gerne gefragt wird und vor der Kamera steht.

Calli sagt, Schmaddi hat gesagt, er wollte einen neuen Impuls setzen. Calli sagt auch, Schmaddi hat gesagt, er könnte Kölle nun nicht mehr weiter helfen. Und dann hat Calli auch noch gesagt, Schmaddi hat ihm gesagt, er würde mit den Verantwortlichen vom Effzeh jederzeit einen Kaffee trinken gehen.

Dat ist doch jetzt mal echt ’n Ding, oder? Sollte der Schmaddi den Calli nicht kühl benutzt haben, um selbst nichts gesagt zu haben – dann müßte Schmaddi nun mit Calli so schnell keinen Kaffee mehr trinken gehen.

In Düsseldorf, wo Schmadtke gleich mit der Fortuna in Verbindung gebracht wird, dürfte er sich am Fernseher anschauen, wie sein Ex- Verein nach Berlin fährt. Zweite Runde, aber immerhin vielleicht mal wieder ein Erfolgserlebnis für den Geißbock- Verein.

Und am Ende der Runde erwischt es dann noch einen Großen: Leipzig oder Bayern. Das aber gibt es drei Tage später in der Liga ja schon wieder.

Bevor dann der Trainer…

Was bitte sind „unterschiedliche Auffassungen im Hinblick auf die zukünftige sportliche Ausrichtung des Klubs“, wenn dieser Club Tabellenletzter ist und droht, den Anschluß zu verlieren?

So liest sich jedenfalls die offizielle Begründung des 1.FC Köln für die Trennung von Manager Schmadtke. Geht es darum, daß einer der beiden Vertragspartner sagt, er nimmt den Abstieg in Kauf und der andere will dies nicht? Kann ich mir schwerlich vorstellen.  Oder geht es darum, wie langeman am Trainer Stöger festhalten will. Hatte er bei Schmadtke noch Kredit, beim Vorstand des Effceh aber nicht mehr?

Sicherlich ist es ihm nicht gelungen, im Sommer einen Ausnahme- Modeste gleichwertig zu ersetzen. Und offenbar ist auch die Stimmung im Umfeld am Kippen und richtet sich gegen Manager und Trainer. – Und dennoch scheint Schmadtke zu diesem Zeitpunkt eher ein Bauernopfer zu sein, daß zur Beruhigung der Massen herhalten soll.

Denn was hat Köln aktuell davon, wenn man vor dem nächsten Transferfenster auf Managersuche gehen muß, bevor man im sportlichen Bereich nachlegen kann? Oder muß der neue Manager zunächst auf Trainersuche gehen? Gut möglich. Doch das riecht eher nach dem traditionellen Chaos am Dom. Man dachte, das hätte sich in den letzten vier Jahren verflüchtigt.

Ob Köln bereits im Pokal bei Hertha plötzlich Tore schießt, weil der Manager nicht mehr auf der Bank sitzt? Dabei könnte auch Berlin das Duell dazu nutzen, wieder Selbstvertrauen zu bekommen.

Aber erst einmal gilt der Blick dem Derby zwischen Düsseldorf – bei denen manch einer Schmadtke gern sehen würde – und Mönchengladbach. Nach der 1:5- Klatsche ist Borussia zwar von der Ligenzugehörigkeit her Favorit, andererseits war die Leistung gegen Leverkusen dafür zu schwach. Düsseldorf spielte zuletzt aus einem Guß und es sah so aus, als würden sie bald nichts mehr mit der 2.Liga zu tun haben. Da ist der Pokal mal eine gute Probebühne. Bei einer Niederlage wird es analog den Kölnern sicherlich nicht eng für Eberl. Aber der Redebedarf im Team dürfte zunehmen.

 

Nicht voran

Da dachte man schon, es käme eine dieser Geschichten, die nur der Fußball schreibt: Pizarro schießt Kölle gegen Bremen zum ersten Saisonsieg. Und dann meldet sich der Super- Oldie der Liga wenige Minuten vor Beginn des Kellertreffens spielunfähig.

Weder seine aktuellen noch seine ehemaligen Weggefährten waren von dieser Nachricht beflügelt. Köln traf nicht einmal das leere Tor und Werder machte es nicht besser. „Leistungsgerecht“ sagt man dann so schön, trennten sie sich 0:0.

War zuvor noch um die berufliche Perspektive beider Trainer spekuliert worden für den Fall einer Niederlage, so wird nun wohl alles bei den alten Trainern bleiben. In Köln noch eher verständlich als in Bremen.

Auch Wolfsburg hat unter Neu- Trainer Schmidt die Bilanz eines Absteigers, denn fünf Unentschieden in fünf Spielen ergibt nun einmal auf eine komplette Saison hochgerechnet 34 Punkte – und damit bleibt man nicht zwingend in der Erstklassigkeit. Schmidt hat damit jetzt einen Punkt mehrgeholt als Vorgänger Jonker in einem Spiel weniger. Nur daß der Niederländer auch mal eine Partie gewonnen hatte. Über den Effekt des Trainerwechsels muß man nicht lange reden, denke ich.

1:1 spielte Wolfsburg übrigens gegen Hoffenheim, vergab noch einen Elfmeter und freute sich über das Comeback des diesmal nur eingewechselten Gomez.

Das 1:1 zwischen Freiburg und Hertha komplettiert das Bild des Sonntags. Es hilft beiden Clubs nicht weiter. Freiburg stößt Hamburg auf den lieb gewonnenen Relegationsrang, beim HSV reden sie schon lange nicht mehr über den optimalen Start aus den ersten beiden Spielen. Stattdessen wird über die eigene rote Karte und die heftig reklamierende Ersatzbank der Bayern debattiert. Bleibt zu wünschen, daß wenigstens intern nicht alles auf äußere Umstände geschoben wird.

Steigerung

Kann man überhaupt zu sehr motiviert sein? Das wird ja gern dann ins Feld geführt, wenn etwas daneben gegangen ist. Sagen wir, ein Spiel oder auch nur eine Halbzeit – Gladbachs Trainer Hecking nannte es „zu enthusiastisch“. Das zielt ja schon in diese Richtung. Und den „jugendlichen Wahnsinn“, den er bei den jungen Leuten im Mittelfeld ausgemacht haben will, hat er anscheinend so nicht gekannt. Oder sich dahingehend verschätzt.

Jedenfalls bekommt Gladbach nach dem 1:6 in Dortmund nun schon zum zweiten Mal eine ordentliche Abreibung und sollte sich vor dem Pokalderby gegen Düsseldorf baldigst wieder berappeln.

Eine Steigerung bis zum Pokalspiel könnten auch Jupps Jungs gebrauchen. 1:0 bei zehn Hamburgern, die sich aufopferungsvoll gewehrt hatten. Und wer weiß ob es besser gelaufen wäre mit denjenigen, die sich nun im Vorfeld mal wieder zu wort gemeldet hatten. Van der Vaart mit boulevardesk übermittelten Tips und Jansen, der über eine Trainerdiskussion schwadroniert. Jansen? Ja, der hat mal beim HSV gespielt. Fiel aber mehr durch Interviews auf und nicht wenige hielten ihn für den Pressesprecher der Truppe.

Der Sonntag wartet mit dem fast schon herbei gesehnten Elendsgipfel zwischen Köln und Werder auf. Anstoß zur Zweitligazeit, subtile Ironie oder Zufall? Der Verlierer kann sich mal fragen, ob er nächste Saison immer so früh kicken möchte. Oder erst montags.

Freiburg trifft auf Lieblingsgegner Hertha und kann bei einem Sieg Berlin überholen. Die richtige Konstanz haben beide Teams noch nicht gefunden. – Und abends dann noch die Unentschiedenfreunde aus Wolfsburg… Diesmal gegen Hoffenheim, das vom ersten Sieg in der Europa League beflügelt sein sollte und vielleicht auch mehr als nur einen Punkt vom Betriebsklub mitnehmen kann. Der VfL braucht ein Erfolgserlebnis für die Tabelle und für’s eigene Ego vor dem Pokalderby gegen Hannover. Da wird ein Unentschieden nicht weiter helfen.