Unbehelligt

Ja, da schau her, der Franz findet wieder den Weg in die Öffentlichkeit. Neulich noch corona- vermummt, jetzt schon corona- verplexiglast im Stadion. Dank an der Stelle an die Schweizer Justiz, denn seit das Sommermärchen- Verfahren geplatzt ist, kommt die einzige Lichtgestalt wieder an die frische Luft.

Und keiner seiner guten Freunde, die ja eh niemand trennen kann, aus dem VIP- Bereich haut ihm den Ellenbogen in die Rippen und fragt: „Franz, jetzt erzähl doch mal, wie’s wirklich gewesen ist“.

So kann er dann ganz in Ruhe zuschauen, wie Bayern gegen Düsseldorf standes- und pflichtgemäß 5:0 gewinnt. Was eher für die Fortunen interessant sein dürfte, denn ihr Torverhältnis ist nun ungefähr auf dem Niveau der Konkurrenten aus Bremen und Mainz.

Auch auf Schalke profitierte heute jemand vom leeren Stadion: Alex Nübel, demnächst Münchener Zweittorwart, bekam seinen Platz im Tor zurück von Trainer Wagner. Nübels Ersatzmann Schubert hatte auch nicht überzeugen können – nur ist Nübel bei den königsblauen Fans halt unten durch.

Doch wo keine Zuschauer, da auch keine Pfiffe gegen den eigenen Keeper. Und schon konnte man ihm die Kiste wieder überlassen. Verloren hat Schalke trotzdem – 0:1 gegen Bremen. Doch im Umfeld brodelt es bestenfalls, auch das ein Ruhezeichen dieser Tage.

Werder hingegen darf rechnen. Ein Sieg im Nachholer gegen Frankfurt und man wäre zumindest punktgleich mit Mainz und in der Tordifferenz fast dran an den 05ern, die 0:1 gegen Hoffenheim unterlagen.

Frankfurt verschafft sich mit dem Sieg in Wofsburg ein wenig Luft und Hertha punktet weiter unter Labbadia. Zehn Punkte aus vier Spielen nach dem Heimsieg gegen Augsburg. Übrigens einer von nur zwei Heimsiegen in den bisherigen sechs Begegnungen dieses Spieltages.

Dortmund und Leipzig dürften weitere Auswärtsdreier folgen lassen in Paderborn und Köln. Union traut man dies in Gladbach eher weniger zu.

Breites Mittelfeld in Aktion

Allmählich dürfte sich Christian Streich auch nicht mehr so freuen über die Erfolge der gegenerischen Trainer wie noch vor einer Woche bei Werders Kohfeldt. Denn seine Freiburger verdaddeln so ihre Europa- Chancen Spiel für Spiel. Oder ist das beim ja so „etwas anderen“ Verein egal?

0:1 gegen Leverkusen, Havertz traf zum fünften Mal im dritten Geisterspiel und Bayer ist Dritter, erst am Sonntag spielen die Konkurrenten aus Dortmund und Gladbach, Leipzig am Montag.

Der Rest des Spieltags klingt eher so durchwachsen in den Ansetzungen, hat es aber durchaus in sich. Mal abgesehen von Bayern gegen Düsseldorf. Wenngleich die Fortunen am Nachmittag schon weiter unter Druck geraten können, wenn Werder bei Schalke antritt. Ein Abstiegskandidat bei einer Mannschaft, die seit Wochen so spielt, als wolle sie ebenso dringend in die zweite Liga. Ist da einer der Aufbaugegner des Anderen oder wird es schlichtweg Not gegen Elend?

Ob Augsburg gerade bei Hertha Punkte im Abstiegskampf holen wird? Brunos Berliner hätten ja immer noch Chancen auf Europa. Denn Platz sieben ist nur vier Punkte entfernt und reicht aus, falls München oder Leverkusen Pokalsieger werden. In Florida bereitet schon jemand eine Videobotschaft vor… 🙂

Mainz muß sich noch bis 15.30 Uhr entscheiden, ob man Gegner oder Opfer sein will wie im letzten Heimspiel gegen Leipzig. Diesmal kommt Hoffenheim. Das Hinspiel gewann Mainz mit 5:1, aber die TSG ist auswärts diese Saison wesentlich stärker und könnte mit einem Sieg zu Wolfsburg aufschließen, das Frankfurt empfängt.

Wobei die Eintracht zusehen muß, daß diese Saison irgendwie halbwegs mit Anstand zu Ende geht. Sind ja nur noch vier Wochen.

Dann geht der große Fußball weiter mit der Premier League, die erst Mitte Juni den Spielbetrieb wieder aufnehmen will. Da gibt es dann keine Sommerpause am Bildschirm derer, die irgendein Abo abgeschlossen haben.

Alle Anderen schauen die Schnipsel in der Sportschau. Den Soundtrack zur Geisterspiel- Parade liefert zum Beispiel Blogkollege @Sigurd mit seinem Internetradio mit Musik aus der Zeit, in der Fußball noch Fußball und schwarzweiß war.

https://laut.fm/songsauszweijahrhunderten

 

 

Offene Türen

Sehnsucht nach der Relegation – oder wie soll man es beschreiben, daß der HSV nach dem torlosen Spiel gegen Bielefeld nun in Stuttgart verloren hat. 2:3 nach einer 2:0 – Führung, das dritte Gegentor fiel in der Nachspielzeit.

Und damit wackelt der Aufstieg der Hamburger ein wenig mehr als der der Stuttgarter – plötzlich hat sogar Heidenheim Chancen, mal eine lukrative Ehrenrunde durch die erste Liga und die TV- Fleischtöpfe zu machen. Bei Sky dürften sie mit einem Aufsteiger Heidenheim auch endlos jubilieren 🙂

Als Gegner des Zweitliga- Teilnehmers an den Entscheidungsspielen kommen noch eine Handvoll Erstligisten in Frage. Von Düsseldorf bis Union Berlin kann es da auch Frankfurt, Augsburg oder Mainz noch erwischen.

Wobei ich mir eigentlich am ehesten die Fortuna oder Mainz als Drittletzte vorstellen kann. Düsseldorf deshalb, weil der Sieg gegen Schalke zwar wichtig war – aber Schalke in der derzeitigen Verfassung nicht der Gegner ist, der Widerstand auf dem Spielfeld leistet. Heißt: psychologisch war der Erfolg für Düsseldorf gut, aber sie müssen ihn in den nächsten Wochen wiederholen.

Mainz hingegen bleibt eine Wundertüte. Der Trainerwechsel von Schwarz zu Beierlorzer hat effektiv wenig Wirkung erzielt. Es würde vielleicht auch von anderen Dingen ablenken hinzuweisen, daß Beierlorzer zuvor auch schon mit Köln sportlich kaum Erfolg hatte.

Oder ist es doch der Kader der 05er, der nur wenig erstligatauglich daher kommt? Dann müßte Sportvorstand Schröder in den Fokus rücken. Und gleich auch Verantwortung für seine Trainerwahl übernehmen.

Ganz anders verantworten muß sich Union Berlins Stürmer Polter. Der war – wie zunächst angeblich auch andere Spieler – nicht zum Verhaltsverzicht angesichts der Corona- Krise bereit. Nun doch, aber nicht genug, so der Verein. Weshalb Polter freigestellt wird – also trainieren darf, aber nicht mehr spielen wird für Union.

Wobei man in diesem Zusammenhang erfährt, daß die Verhandlungen zwischen Verein und Mannschaft wohl nicht ohne Anwalt abliefen. Den Text der Pressemitteilung kann man daher leicht einordnen. 🙂 Es gehört zu den elementaren Werten des 1. FC Union Berlin, dass wir Unioner eine solidarische Gemeinschaft bilden, in der wir füreinander und für unseren Verein einstehen.“

Unten wird es spannender

Der Sieger heißt schon wieder FC Bayern, denn auch Leipzig gewinnt nicht, bleibt bei neun Punkten Abstand zum designierten alten und neuen Meister. Anders als in Mainz am Wochenende hatten die Nagelsmänner diesmal wieder einen Gegner. Hertha nahm ein 2:2 mit nach Hause. Gegen zehn Leipziger und mit einem erneuten Klops von Keeper Jarstein. Labbadia bleibt damit ungeschlagen seit seiner Amtsübernahme in Berlin.

Weiter im Westen bleibt Schalke hingegen auch im zehnten Spiel in Folge ohne dreifachen Punktgewinn. Ob man die Personalie Wagner in der Sommerpause überdenken wird? Oder doch schon vorher? Denn die Königsblauen haben die Bilanz eines Zweitliga- Kandidaten, zehren über Gebühr lange von einer guten Hinrunde.

1:2 verlieren sie in Düsseldorf, die Fortuna hat Anschluß gefunden an die Nichtabstiegsplätze. An Mainz, Frankfurt, Augsburg und Union. Alle vier kamen nicht über Unentschieden hinaus. (Fünf von neun Spielen hatten diesmal keinen Sieger.)

Das torlose Remis zwischen Augsburg und Paderborn weist wohl auch für den Aufsteiger den Weg zurück in die Zweitklassigkeit. Doch da sieht man es recht entspannt. Das Erstligajahr war von vornherein als lukrativer Versuch betrachtet worden, den eigenen Fußball so weit durchzubringen wie möglich. Scheitern einkalkuliert.

Durch Düsseldorfs Sieg ist Bremen unter Zugzwang geraten, das Nachholspiel in Frankfurt erfolgreich zu gestalten. Derzeit liegt Werder fünf Punkte hinter Platz 16 zurück.

Den spielfreien Tag in der ersten Liga können die Dortmunder nun dazu nutzen, sich und der Öffentlichkeit gegenseitig zu erklären, was wer denn nun wie gesagt hat – und vor allem: wie er es gemeint hat. Favres kryptsiche und Endzeitstimmung suggerierende Aussage nachdem Bayern- Spiel war wieder nur fehlinterpretiert worden. Ist schon klar. Er selbst erklärte es mit den Worten der Pressestelle und Aki gab auch noch seine Deutung der Dinge zum besten. Mal schauen, ob sich seine Aussagen in vier Wochen wiederholen werden oder nicht.

Ein Hauch von erster Liga weht dann am Abend im Unterhaus: Stuttgart empfängt den HSV – und einer der beiden muß sich mit dem Gedanken an die Relegation anfreunden. Erfahren sind da ja beide Altmeister.

Dann halt wieder Bayern

Haben das wirklich wie üblich Leute in Dutzenden von Ländern rund um die Welt gesehen? Dortmund gegen Bayern im leeren Stadion an einem lauen Fast- Sommerabend? Ich fand diese 25 Minuten in der Late Night- Sportschau schon anstrengend genug inclusive der Videobotschaft vom grauen Bastian.

Bayern dürfte wohl die nächste Meisterschaft klar gemacht haben nach dem 1:0 in Dortmund. Kimmich 18 Meter vor dem Tor, Bürki deren vier. Der Bayern lupft, der BVB- Keeper macht sich lang und länger, kommt noch ran, der Ball ist drin. Das war’s.

Für die Bayern mit sieben Punkten Vorsprung in der Tabelle. Und womöglich auch für BVB- Trainer Favre nach der letzten vergebenen Titelchance. Ob beide Seiten wirklich noch das dritte Vertragsjahr miteinander verbringen wollen? Oder kann man börsennotiert nach Corona keine Abfindungen bezahlen? Dann muß halt die KfW mitspielen.

Den Mannschaften dahinter scheint die CL- Quali zu genügen. Da ist der vierte Platz ähnlich viel wert wie die Meisterschaft und die Schale muß man dann auch nicht noch durch die Stadt schleppen. Praktisch, oder?

Gladbach kommt zum 0:0 bei Werder und hat Glück mit dem Kölner Keller. Bremen bleibt auf dem Abstiegsrang. Leverkusen fängt sich von Wolfsburg eine 1:4- Klatsche ein und Freiburgs Streich dürfte sich freuen, daß seine Mannschaft dem Kollegen Hütter noch einen Punkt übrig gelassen hat beim 3:3 in Frankfurt.

Schalke könnte an den Freiburgern vorbeiziehen – aber wer kann sich das vorstellen nach der hundsmiserablen königsblauen Bilanz der letzten Spiele? Verletzungpech? Akzeptiert. Aber da ist offensichtlich noch mehr, das nicht stimmt bei Schalke 04. Hat Trainer Wagner nach einer dreiviertel Saison keine Antworten mehr?

Sein Kollege Rösler ruft das Duell zum Abstiegs- Endspiel aus und könnte bei einem Sieg auch noch Mainz und Union mit in die Verlosung ziehen. Die beiden spielen zeitgleich gegeneinander. Währenddessen kann Leipzig sich Hoffnungen auf die Vizemeisterschaft machen. Desto mehr, falls sie gegen Brunos Berliner Hertha punkten. Aber das wird kein Selbstläufer.

Still um alles

Taugt man mit 22 Jahren schon zu einer Art Nationalheiligtum? Das wird man nämlich unweigerlich als Siegtorschütze eines WM- Finales. So, wie Mario Götze vor sechs Jahren. Nun wird er aussortiert beim BVB und Manager Zorc hatte durch die Bekanntmachung am Wochenende dieses ewig schwelende Thema kurz und unaufgeregt beendet.

Damit wird vor allem Trainer Favre aus der Pflicht genommen, immer wieder neue Fragen um die Nichtaufstellung Götzes beantworten zu sollen. (Obwohl das Beantworten ja derzeit einfach ist wie noch nie – aber das ist eine andere Geschichte.)

Und während nun alle Fachleute Expertisen abgeben, wer einen Mario Götze gebrauchen könnte und wohin sein Spiel passen könnte – heißt es vollen Focus auf das vorentscheidende Duell zwischen Dortmund und München.

Beide sind gut aus der Corona- Pause gekommen – vier Punkte und elf Tore liegt Bayern vor den Dortmundern. Da ist die Ausgangslage klar: ein bayern- Sieg und die Meisterschaft dürfte vorentschieden sein. Dortmund könnte es mit einem Dreier nochmals spannend machen und Leipzig könnte beim Sieg gegen Hertha nochmals ranschnuppern.

Ansonsten warten Fernduelle: Gladbach und Leverkusen um einen Startplatz in der CL, nachdem die Bayer-Boys das direkte Duell für sich entscheiden konnten. Leverkusens Gegner Wolfsburg muß die eigene EL- Teilnahmechance verteidigen gegen Freiburg, das seinerseits nach der Heimpleite gegen Bremen Wiedergutmachung beim Spiel in Frankfurt betreiben sollte.

Die Eintracht hingegen scheint sich im freien Fall zu befinden und ob die Corona- Pause vor Fragen schützt, ob Trainer Hütter den Turnaround hinkriegt? Notfalls wird ihm Kollege Streich beispringen und sämtliche Kritiker als Schwätzer abkanzeln, die gefälligst keine Meinung zu haben haben. So ehrenhaft sein Ansinnen, so seltsam seine Ansicht zu Kritik allgemein. Und die geäußerte „Freude“ über Werders Sieg gegen seine Mannschaft mutet auch befredmlich an, wenn seine Jungs noch Chancen auf Europa haben. Aber Freiburg ist ja „etwas anders“…

Bleibt noch Werder, das theoretisch mit einem weiteren Sieg für eine Nacht auf den Relegationsplatz vorrücken könnte. Dem Vorhaben aber steht Gladbach im Weg.

Krisen und eine Pause davon

Welch ein Schreck, dieses 1:0 von Werder in Freiburg. Zumindest im Verein dürften sie sich jetzt mal wieder im Kurs bestätigt sehen. Doch wofür sie nichts können: von den vier Mannschaften, die vor Bremen liegen, haben drei verloren und eine nur unentschieden gespielt.

Düsseldorf verschenkte den Derbysieg in Köln nach der 88. Minute, gab eine 2:0- Führung her in einem Spiel, in dem die Gastgeber auch ohne Motivation von den Rängen und trotz eines verschossenen Elfers Comeback- Qualitäten zeigten.

Daß Tabellenplätze täuschen können, bewies Schalke 04 einmal mehr. Verliert 0:3 daheim gegen Augsburg. Was ist eigentlich bei den Königsblauen los, einmal jenseits der Dauerbaustelle im Tor, die diesmal aber nicht entscheidend gewesen ist? Bei Schalke klappt nicht mehr viel und der Glanz bei Trainer Wagner dürfte allmählich stumpf werden. In früheren Zeiten hätte man Wetten plaziert, ob er das Saisonende auf der Schalker Bank erleben wird. Aber noch ist der einzige erreichbare EL- Platz theoretisch möglich. Trendwende vorausgesetzt.

Leipzig bleibt oben dran, allerdings war Mainz beim 5:0- Auswärtssieg nun wirklich kein Gegner und zeigte sich erschreckend wehrlos. Dreizehn Gegentore in Hin- und Rückspiel.

Auf immerhin achtzehn Gegentreffer in fünf Spielen bringt es Frankfurt. Damit qualifiziert sich die Eintracht auch für einen spannenden Saisonausklang am unteren Ende der Tabelle. 2:5 in München, das Hinspielresultat fast gedreht, mit dem der Abschwung der Adler begonnen hatte.

Ich finde es noch ein wenig früh für die Theorie – aber sollten wirklich die Mannschaften einen Nachteil bei Geisterspielen haben, die eher auf enge Stimmung im Stadion setzen, auf massive Unterstützung seiten der Fans? Und natürlich konnte die derzeitigen Umstände niemand vorausahnen, aber: wenn fehlende Stimmung fehlende Qualität zum Vorschein bringt, dann hat man doch eher suboptimal gewichtet. Oder anders: sich blindlings auf die Tribüne zu verlassen scheint sportlich fahrlässig.

 

Zwischen zwei Derbys

Ein Derby? Oder doch nur ein Geisterspiel wie viele andere in den nächsten Wochen und vielleicht sogar Monaten? Was wurde vor dem Hinspiel nicht getönt – blau gegen rot, Hertha gegen Union – und nun ist aus dem Klassenkampf ein Spiel unter Ausschluß der großen Öffentlichkeit geworden.

Da kann man es sich dann sogar leisten, die Jungs in den Sonnenuntergang spielen zu lassen. Zugeschaut wird, wenn überhaupt, bei den Freitags- Reste- Versendern von DAZN und schon wieder dem Buchhändler, der technisch daher kommt, als würde er wirklich live aus Amazonien übertragen. Aber vielleicht schaffen sie es ja irgendwann mal mit Bild und Ton. Gut wär’s synchron.

Im Fernduell zwischen Dortmund, Bayern und Gladbach haben die Fohlen wohl die schwerste Aufgabe – unter normalen Umständen jedenfalls. Gegen Leverkusen geht es um die CL- Quali und damit die großen Geldtöpfe der neuen Saison. Da kann es dann noch ein wenig mehr egal sein, ob Zuschauer kommen oder nicht. Die Pappaufsteller tun’s zur Not auch.

Der BVB muß nach Wolfsburg. Das kann ein Stolpersteinchen werden. Andererseits war dazu der Dortmunder Auftritt im Revierderby zu überzeuegend. – Und Bayern? Empfängt Frankfurt. Wir erinnern uns, im Hinspiel schoß die Eintracht die Münchener aus dem Stadion und Ex- Trainer Kovac aus seinem Vertrag bei den Bayern.

Letztlich war es der Beginn der Phase, in der Bayern dann wieder die Tabellenspitze übernehmen sollte. Der Eintracht traut man beim besten Willen keine Überraschung zu.

Werder spielt in Freiburg, Paderborn gegen Hoffenheim. Abstiegskandidaten gegen Europa- Aspiranten. Beim Tabellenletzten hält man sich weitestgehend zurück, beim Vorletzten erzählt Bittencourt via Bild, daß man nicht davon sprechen könne, daß es defensiv einen Qualitätsmangel gibt. Und daß der Mentalcoach die Mannschaft auch auf Niederlagen vorbereiten würde. Der Mann ist sein Geld wert, oder?

Mit dem Derby zwischen Köln und Düsseldorf endet der Spieltag, mal sehen, wer’s mitkriegt.

Einstellung und Anstellung

Was ist das doch für eine edle Einstellung, die da der Keeper der Bayern und vom Jogi an den Tag legt. 🙂

„In den Wochen des Shutdowns als Folge der Corona-Pandemie wollte ich keine Entscheidung treffen, weil niemand wusste, ob, wann und wie es mit dem Bundesliga-Fußball überhaupt weitergeht.“

Ich übersetze das mal ein wenig frei: Jetzt, wo die Kohle weiter fließen wird, meckert niemand mehr über meine Vertragsforderungen. Und daß mein Jahresgehalt von geschätzten 15 Millionen angehoben wurde auf unter 20, wird bestimmt auch nicht diskutiert.

Neuer hat also unterschrieben, bleibt bis zum guten Torwart- Alter von 37 in München und kriegt zwar nicht die gewünschten fünf Jahre, aber wenigstens mehr Geld. Geleimt ist Schalkes Zweitkeeper Nübel, der sich nun auf drei Bankjahre bei den Bayern gefaßt machen kann. Zumal er zuletzt ja keine Argumente geliefert hatte, warum er Neuer ablösen könnte.

Apropos ablösen: das bringt Werder- Legende Bratseth ins Spiel, wenn es um Bremens Trainer Kohfeldt geht. Und der Norweger ist nun wahrlich nicht als jemand bekannt, der auf plakative Schlagzeilen scharf wäre. Fraglich ist allerdings, ob einerseits sich jemand Bratseths Meinung anschließen würde und andererseits, wer den verfahrenen Werder- Karren denn aus dem Schlick steuern sollte.

Die üblichen Feuerwehrmänner sind aktuell nicht auf dem Markt und in der besonderen Situation von acht Geisterspielen mag sich wohl kaum jemand den ersten Werder- Abstieg seit vierzig Jahren in seine Vita schreiben.

Und wen soll Werder denn noch einholen in der Tabelle? Düsseldorf, Mainz oder gar Frankfurt? Die Eintracht machte zwar nach der langen Unterbrechung dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatte. Um aber ganz runter zu rutschen in der Tabelle, ist sie nun bei weitem auch nicht schlecht genug. Dennoch droht Coach Hütter ein wenig vom Glanz der ersten anderthalb Jahre zu verlieren.

Kurzzeitig zu haben

Braucht noch jemand einen Kurzzeit- Trainer? Oder Interims- Manager? Oder wenigstens zweimal Schlagzeilen? Und den Verein auf der letzten Seite der Bild erwähnt statt im Sportteil?

Alles zu haben, Freunde, Effe ist wieder auf dem Markt. Sieben Monate haben er und Drittligist es miteinander ausgehalten. Das ist länger als die Corona- Pause, nun war es aber doch zuviel und man wünscht sich gegenseitig nur das Allerbeste in der entsprechenden Pressemitteilung.

Was hängen bleiben wird, ist ein verunglücktes Trainingslager, das er organisiert und wohl kaum zuvor in Augenscheingenommen hatte. Und was noch?

Aber es ist ja auch kaum zu stemmen für Effenberg. Offiziell immer noch bei einer Bank im thüringischen angestellt. Dazu Fernseh- Experte und gern gefragter Mann, der ja auch immer was zu erzählen zu haben meint. Wann soll der denn seriös als Manager eines Drittligisten arbeiten? Zumal er in jenem Job ja Berufsanfänger ist – Netzwerk hin oder her.

Vielleicht bietet er seinen guten Rat ja fernmündlich an, das ist ökologisch korrekt und in kontaktarmen Zeiten genau richtig. Kann über seine alten Führungsqualitäten mal bei Werder referieren. Oder Schalke erzählen, wie ManU damals ein Spiel gedreht hat. Vielleicht aber auch seine alten Gladbacher dahingehend beraten, wie sie den ersten Titel seit ewigen Zeiten einfahren.

Das wäre wirklich ein dickes Ding, wenn Gladbach nicht nur die CL- Quali hinkriegen würde, sondern am Ende ganz oben stünde. Theoretisch wäre das machbar, wenn sich Dortmund, Bayern und Leipzig gegenseitig die Punkte wegnähmen und das Team von Marco Rose entsprechend Siege einfahren könnte.

Mit der Situation, ohne Fans spielen zu müssen, scheinen die Gladbacher klarzukommen. Natürlich nehmen die – wie andere Teams auch – gern die akustische Unterstützung mit. Andererseits sind sie nicht dermaßen gefühlt abhängig davon wie zum Beispiel Frankfurt oder Union Berlin und so spielen sie ihren Stiefel erfolgreich runter- Und vielleicht laden sie den Effe ja zur Feier am Saisonende ein. Zeit hätte er ja.