Lustfrage

Thomas Müller kann ja alles erzählen und man nimmt es ihm weder medial noch sonstwie übel. Phänomenal, fast schon wie die Lichtgestalt aus Kitzbühel, der blindlings alles unterschreibt.

„We call it a klassiker“, legendäre Worte vom Franz, auf die Müller am Samstag gehustet hat. Im Freundschaftsspiel gehe man schon mal den einen Meter weniger, meint er grundehrlich. Und keiner nimmt es ihm übel, denn alle wissen klammheimlich: der Mann hat ja recht!

Es mutet nur grotesk an, wenn sich bei jeder Qualifikation über die „kleinen“ Gegner beklagt wird, man gerne Setzlisten oder die garantierte Finalteilnahme haben möchte und immer wieder „große“ Gegner fordert. Kommen die dann – wenn auch zum Testkick – so fehlt es den Herren an Motivation oder sie fürchten Verletzungen im Schlußteil der Saison, in dem sie ja ihren Marktwert durch die Champions League steigern wollen oder den Verein unbeschadet wechseln können und dergleichen mehr.

Und da ist es dann eben egal, ob das Publikum das Ticket teuer bezahlt hat oder nicht. Die bloße Anwesenheit soll schon genügen, Engagement wäre zu viel. Richtig?

Warum konnten eigentlich dei Engländer mit ihren drei natioanlen Wettbewerben und entsprechend engen Terminplänen den Test am Samstag ernst genug nehmen, um ein Spiel nach Rückstand mit letzter Energie zu drehen?

Müller jedenfalls wird heute geschont und Götze kann mal sehen, wie es ist, wenn man in Münchens Arena mal auf dem Rasen steht statt auf der Bank zu sitzen. Mal schauen, ob er motiviert genug ist, es geht ja bloß gegen Italien…

Thomas Müller nehme ich seine Offenheit auch nicht übel. Wohl aber seine Inkonsequenz. Hätte er im Vorfeld gesagt, er hat keinen Bock – das hätte mal Gesicht!

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