Heran gerückt

„Ist bemüht, tut sich aber schwer.“ Solch ein Satz paßt irgendwie nicht zu den Bayern, stand aber wirklich nach einer halben Stunde Spielzeit im Ticker- Kicker über das Münchener Star- Ensemble. Im Spiel in Augsburg, das ja eigentlich nur dem Aufwärmen unter Wettkampfbedingungen für den Kick in Liverpool dienen sollte.

3:2 gewonnen haben es die Bayern am Ende, trotz Blitz- Eigentor von Goretzka und am Ende durfte sogar Goldsteakchen Le Franck mitkicken. Der hatte im Vorfeld von einer Liebesbeziehung zwischen sich und dem Verein gesprochen und davon, daß er auch nach der Karriere in München bleiben will. Irgendwas mit Jugend, darf vermutet werden.

Zwei Punkte liegen nun nur noch zwischen München und Dortmund, das erst am Montag den alten Abstand wieder herstellen kann.

Aus der geschlossenen Gesellschaft auf den CL- Rängen spielt Leipzig bei einem von Ralles Ex- Vereinen in Stuttgart, wo man hört, daß Trainr Weinzierl  im Vorfeld wie befreit wirkt nachdem Manager Reschke den Stuhl vor die Tür gesetzt bekam. Sollte der VfB wirklich punkten, werden die Zähler aber sicherlich dem neuen starken Mann, Hitzlsperger, angerechnet.

Drei Punkte gegenüber Augsburg auf Platz 15 sind aufholbar, aber das unglaublich miese Torverhältnis von minus dreißig wirkt wie ein Extra- Punkt. Und von unten droht Hannover zum Überholen anzusetzen, muß allerdings nach Hoffenheim. Wobei es wirklich absurd anmutete, wenn die TSG nach dem tollen Comeback in Dortmund in der Vorwoche ausgerechnet gegen 96 Zähler liegen ließe.

In Rennen um Europa trifft Wolfsburg auf Mainz, wobei auch die 05er gut garan täten, sich keine Ambitionen im Hinblick auf den internationalen Wettbewerb aufschwatzen zu lassen. Auch wenn es nur sechs Punkte auf Rang sechs sind.

Wolfsburg ist da einfach dichter dran, kann mit einem Sieg Leverkusen und Frankfurt zunächst unter Druck bringen. Das könnten auch Hertha und Werder, deren direktes Aufeinandertreffen alle Möglichkeiten des Spielausgangs beinhaltet.

 

Advertisements

Warmlaufen

Die im Vorfeld wieder einmal verbreitete bahnbrechende Erkenntnis hat sich bewahrheitet: in der Ukrainer ist es Mitte Februar bitterkalt. Was aber dreitausend Frankfurter Fans nicht von einem Trip dorthin abhielt – und die brasilianischen Kicker im Trikot von Donezk nicht von einer beherzten Leistung.

Ein 2:2 holt die Eintracht, trotz etwa achtzig Minuten mit elf gegen zehn nach einer schnellen gelb- roten Karte gegen die Gastgeber. Chancen waren ausreichend da für einen Auswärtssieg, jedoch kämpfte Donezk Mitte der zweiten Hälfte, sodaß es ein offener Schlagabtausch wurde. Dennoch ist die Ausgangssituation der Eintracht vor dem Rückspiel gut.

Leverkusen fror ebenfalls in Krasnodar, holte ebenso ein Unentschieden, allerdings torlos. Nichts war es mit Feuerwerk beim Bosz- Team, das nach der Aufholjagd in der Liga plötzlich die Idee hat, ins Endspiel der EL zu wollen.

Vom Finale der CL träumen die Bayern nahezu konstant, innerdeutsche Konkurrenten dürften sie dabei kaum haben. Erst einmal aber heißt es sich Einspielen für das Duell in Liverpool in der kommenden Woche.

Also hält das Spiel in Augsburg als Warm- Up her für Manuel Neuer. Das Hinspiel endete übrigens 1:1 bei dauerhaftem 1 gegen 1 der Augsburger. Und inzwischen kann es ja durchaus sein, daß solch ein Test- Punktspiel auch für Neuer einige Szenen bereit hält, in denen er Selbstvertrauen gewinnen kann für Anfield. Es hat also dirchaus etwas für sich, wenn die Innenverteidigung nicht mehr die Qualität hat wie in der Vorsaison.

Eine große Rückkehr kann es auch in Liga 2 geben. Anthony Modeste ist spielberechtigt und kann seinen Kölnern am Abend in Paderborn möglicherweise weiter helfen. Das Hinspiel hat Köln übrigens 3:5 verloren, da ist noch eine Rechnung offen. Falls sie aber offen bleiben sollte, wäre Paderborn plötzlich im Rennen um den Aufstieg.

Zu zweit auf den Leuchtturm

Da wird doch wohl neben der CL noch ein bißchen Platz sein für die vermeintlich wahren und tatsächlich verhinderten Champions vom DFB. Schließlich gibt es gerade nichts zu feiern, keine Vorstandssitzung in Übersee im Wert eines Einfamilienhauses. Und auch keinen Funktionärs- Geburtstag, dessen Ausrichtung man fünfstelling bezuschußt.

Nein, der Olii hatte geladen, der oberste Projektleiter und zuständig für alles: die DFB- Akademie, derzeit eine Baustelle und auch für die Baustelle Nationalmannschaft (und Werbeverträge).

Jogis oder auch Nach-Jogis Jungs sollen beim Leuchtturm- Wettbewerb 2024… ja, was schon?! Leuchten sollen sie, also strahlen, mit Pokal in der Hand wie der Olli anno ’96. Der die EM im eigenen Land halt als „Leuchtturm“ nennt. Volksnah, wie er nun einmal ist und frei von Marketing- Sprech.

Als Konsequenz aus dem Rußland- Abenteuer des letzten Sommers hat man sich nun überlegt, daß Kindern wieder mehr Spaß am Fußball vermittelt werden könnte. Worauf man nicht kommt: mittels Jogi und Olli geht das eh nicht. Denn erstens ist die Truppe nicht gut genug und zweitens sind Kinder im Bett, wenn die Jungs kicken und Jogi Fingernägel kaut.

„Freigeister“ sollen auf dem Feld heranwachsen, heißt es bei der Vorstellung über die zukünftige Jugendarbeit. Und daher kommt vielleicht auch der Gedanke, daß man Platz schafft auf dem Feld und die Spiele „sieben gegen sieben“ durch „zwei gegen zwei“ ersetzen möchte. Das soll den „Straßenfußball“ fördern, wobei der DFB aber nichts „von oben herab“ vorgeben will, was passieren soll.

Na denn mal los, da sehe ich schon das DFB- Mobil zu den kleinen Vereinen rotieren. – Doch vielleicht wäre es auch eine Überlegung wert, an beiden Enden der Fahnenstange zu arbeiten: einerseits an der Basis und jenseits aller Kampagnen mal schauen, was dort mit welchen Mitteln versucht wird auf die Beine zu stellen.

Und dann auch ganz weit oben – bei denjenigen, über die sich Trainer- Routinier Funkel neulich wunderte, daß sie vor dem Spiel erst noch vor dem Spiegel stehen und sich vielleicht noch am Haarspray vergreifen. Genau da käme dann wieder der Olli ins Spiel.

 

 

Aufsicht und Durchblick

Man wird kaum je wieder was von Thomas Grethlein bundesweit hören. Der ist Chef des Aufsichtsrates vom 1.FC Nürnberg. Und lieferte nach der – ganz richtigen – Trennung von Sportchef Bornemann und Trainer Köllner folgendes Bonmot:

„Wir können gar nicht beurteilen, was ein guter Trainer ist.“

Das ist das Dilemma in vielen Aufsichtsräten, auch und gerade im Profifußball. Und mit der Aufsicht klappt es oftmals ja auch nicht so richtig.

Aber grad nochmal Nürnberg. Sie können nicht beurteilen, was ein guter Trainer sei. Doch einig darin, Köllner zu entlassen, waren sie sich durchaus. Wahrscheinlich wissen sie auch nicht, was ein schlechter Trainer ist, aber wenn es nicht mehr weiter nach unten geht in der Tabelle, ist das ein signifikantes Indiz, hm?

Und obwohl man sich einig war in Sachen Köllner, konnte ihn der Aufsichtsrat nicht entlassen. Nur der Sportvorstand. Was der aber nicht wollte, weshalb man ihn des Amtes enthob. Was man eigentlich nicht wollte, aber tun mußte, damit der Trainer fliegt, den man nicht beurteilen kann…

Daher machte man den Marketingonkel des Clubs zum kommissarischen Sportvorstand, damit der dann den Trainer feuert, über den wahrscheinlich auch er nicht urteilen… Das ist ja mal wieder ein Stück 1.FC Nürnberg vom Feinsten.

Und während man sich als Außenstehender darüber königlich amüsieren kann, vergißt man beinahe, daß die Champions League ihr auseinander gefleddertes Achtelfinale beginnt. Irgendwo im Abo- Teil des Fernsehprogramms.

Rom und PSG haben Siege eingefahren und Dortmund wird am Abend die deutsch- englischen Vergleiche eröffnen mit dem Spiel in Wembley gegen Tottenham. Ohne Weigl, Reus und Joker Alcacer ist der BVB sicherlich kein Favorit.

Aber es kommt nach der schlecht verlaufenen letzten Woche auch sicherlich auf den Gesamtauftritt an. Sonst droht den Schwarzgelben mehr als nur ein Schnupfen, wenn es um die Meisterschaft geht. Favre wird, wieder genesen, schon am passenden Rezept basteln.

 

Nur noch ein Doppel auf Bewährung

Da erzählt der Robin Dutt in Kicker- Interview so schön darüber, daß zu viele Trainer dazu gebracht würden, kurzzeitig zu denken. Etwa 18 Monate, das hat man heraus gefunden, dauert ein Trainer- Engagement in der Bundesliga.

Dabei zeigt gerade Dutts Ex-Club Stuttgart, daß es durchaus schneller gehen kann. Noch schneller, denn der nächste Trainer, den Manager Reschke verpflichten wird, ist dann „sein“ Vierter. Dabei ist er selbst noch gar nicht so lange dabei.

Aber erst einmal darf Weinzierl noch ein wenig weiter machen, gegen Leipzig und in Bremen sollen er und/oder eine Übergangslösung her. Damit der Nächste nicht mit Niederlagen startet wie Weinzierl selbst. Sicherlich nachvollziehbar, aber es spricht auch nicht für großes Vertrauen in die Mannschaft, schnell die Handschrift eines Nachfolge- Trainers umzusetzen.

Und vielleicht sitzt auch ein Kandidat wie Gisdol am längeren Verhandlungs- Hebel. Denn nach dem Werder- Spiel sind es für den VfB neun Tage Pause bis zum Heimspiel gegen Hannover.

In Nürnberg wird auch hinter den Kulissen über Trainer Köllner beraten. Doch es müßte wohl auch Sportvorstand Bornemann einer Freistellung zustimmen und das will er anscheinend nicht. Stattdessen überbietet er sich mit dem Coach darin, sich schützend vor und hinter die Mannschaft zu stellen beziehungsweise aus Prinzip die Realität auszublenden.

Und die sieht nun einmal eine überforderte Mannschaft, die kaum verstärkt wurde und heftigst durchrotiert. Ergo nicht eingespielt ist. Eigentlich eine klare Angelegenheit: man versucht sein Bestes, aber das reicht von Vornherein nicht um die Klasse zu halten.

Erfahrung sammeln, Fernsehgelder mitnehmen und in der 2. Liga wieder beziehungsweise weiter aufbauen. – So hätte ein Konzept aussehen können.

Wenn nun aber stets kommuniziert wird, der Club habe halt keine Lobby, die Schiedsrichter sind schuld und der Manager sogar von einer „Bombenmannschaft“ spricht. Dann wird es höchste Zeit, daß es in Nürnberg scheppert und beide die Papiere kriegen: Bornemann und Köllner. Denn Phantasten braucht es auch beim Neuaufbau nicht.

Update: und dann hat man über Nacht Nägel mit Köpfen gemacht und sucht nun nach einem neuen Vorstand und einem neuen Trainer in Nürnberg.

 

Aufgeschreckt

Hach, das kam jetzt aber völlig unvermittelt und beim VfB Stuttgart scheint man es auch erst in den letzten Tagen gemerkt zu haben: Markus Weinzierl ist punktemäßig der schlechteste aller VfB- Bundesligatrainer. Schon vor dem 0:3 beim Aufsteiger in Düsseldorf, dessen Routinier auf der Bank zum achthundertsten Mal ein Erstligaspiel als Spieler oder Trainer erlebte. Und hätte Funkel nicht mal ab und zu in der 2.Liga gearbeitet…

Dorthin könnte es die Stuttgarter erneut verschlagen, ob mit dem angezählten Weinzierl oder ohne. Natürlich geht er davon aus, im nächsten Spiel noch auf der Bank zu sitzen. Dann kommt Rasenball- Ralle, stets hoch motiviert gegen seine Ex- Vereine.

Nun scheint aber Weinzierl lediglich die am leichtesten zu korrigierende Personalie zu sein. Doch schlechter hätten die Stuttgarter auch mit dem Korkut-Kick kaum abgeschnitten und sich eine Abfindung gespart. Immerhin brächte sich ManagerReschke mit einer Freistellung des Trainers zunächst aus der Schußlinie, danach aber in Erklärungsnot. Was also tun? Die doppelte Demission?

Und wie neuerdings wieder häufiger, wird Sportfreund Magath als Feuerwehrmann gehandelt. Dem dürfte es von Herzen wurscht sein, ob er nach dem Geld von VW damals nun die Kohle von Daimler über die Wupper bzw. den Neckar bringt.

Apropos Geld: da sagt der Didavi dann hinterher plakativ, „eigentlich müßten wir den Fans das Geld zurückzahlen.“ – Ja, dann macht es doch einfach mal. Gegen Vorlage der Eintrittskarte, plus Spritgeld – und gut wär’s.

Bei Weinzierls Ex- Verein in Augsburg dürften sie sich über die VfB- Pleite gefreut haben. Gar nicht mal aus Schadenfreude, aber aus Eigennutz. Drei Punkte bleibt der FCA vor Stuttgart auf dem sicheren 15. Platz, dazu das richtig gute Torverhältnis von minus 8 gegenüber minus 30 (VfB).

Das 0:4 Augsburgs in Bremen war ähnlich einseitig, auch wenn nicht der neue Co- Trainer Lehmann im Kasten gestanden hat. Aber für Niederlagen kann man ja auch besser den Cheftrainer verantwortlich machen. Wie gut, daß man den Baum (noch?) hat!

Drei gewinnt – auch nicht immer

Mit drei Toren kann man in der Regel ja schon eine Menge anfangen. Heißt aber, es gibt auch Ausnahmefälle. Und beides zeigte der Spieltag bislang.

Da sind erst einmal die Bayern, die im Vergleich mit Vizemeister Schalke 3:1 gewannen und den Rückstand auf den BVB auf fünf Punkte verkürzen konnten. Während Lewandowski seinen erfolgreichen Abend mit Tor und Vorlage feiern konnte, standen auf Seiten der Schalker zwei Namen im Mittelpunkt:

Kutucu, der Neue aus der Jugend mit Startelfdebut und dem zwischenzeitlichen Ausgleich. Und Sebastian Rudy, von München zu den Königsblauen gewechselt. Und immer noch nicht dort angekommen. Sicher kann man den Gedanken haben, ein Auftritt in alter Umgebung könnte ihn pushen. Tat es offensichtlich nicht und nach gut einer halben Stunde nahm Tedesco ihn vom Feld. Vorführung! Höchststrafe!

Konkurrent Dortmund schoß ebenfalls drei Tore gegen Hoffenheim – verschleuderte aber seinen 3:0- Vorsprung noch in der Schlußviertelstunde gegen Hoffenheim. Da konnte auch der vergrippte Coach Favre per Handy aus dem Hotelbett nichts mehr retten.

Die Nagelsmänner werden es zu verkraften wissen, daß es erneut ein Unentschieden auswärts geworden ist. Denn der Punkt kann wichtig sein, da Wolfsburg 3:3 in Freiburg gespielt und somit gepunktet hat.

Und Hertha einen überraschenden 3:0- Auswärtserfolg in Gladbach feierte. Damit verpassen die Borussen den 13. Heimsieg in Serie. Tags zuvor listete die Rheinische Post noch Gründe für eine Gladbacher Meisterschaft auf – das Berlin- spiel lieferte Gegenargumente.

Im Abstiegskampf gewann Hannover gegen über achtzig Minuten dezimierte Nürnberger und kann nun glauben, ein Trainereffekt habe eingesetzt. – Beide dürften am Abend Fortuna Düsseldorf die Daumen drücken für einen Sieg gegen Stuttgart, damit der Relegationsplatz noch in Reichweite bleibt. Es ist ja ohnehin ungewöhnlich, daß all diese Mannschaften überhaupt noch Chancen auf den Verbleib in der Erstklassigkeit haben.

Werder muß ggen Augsburg nachlegen und die Pokalbegeisterung mitnehmen. Zehnter bleiben sie ohnehin vorerst, aber ein Sechs- Punkte- Rückstand im Falle einer Niederlage wäre dann doch noch schwer aufzuholen. Das hehre Ziel, das Trainer Kohfeldt vor der Saison  ausgegeben hat, scheint sein Team derzeit kaum nachhaltig zu beflügeln.