Schwer verdaulich

Das sind Zahlen, von denen manche Fußballübertragung nur träumen kann: nicht ganz vier Millionen Abonnenten hat Bayerns Gold-Franck allein bei Insta und gibt ihnen das befremdliche Glück, an seinem Leben teilzuhaben. Rhetorische Frage: ist das ein privater Kreis oder Öffentlichkeit?

Hatte Trainer Kovac vor der Franckschen Pöbelei noch von „Demokratie“ angesichts der Menüwahl gesprochen – zwischengefragt: ist Essen ein politischer Akt? – so überläßt der FC Bayern den Nachgang dieser unappetitlichen Geschichte dann einem Sprecher.

Und der erklärte laut „Sportbild“, „dass die Münchner den Wortlaut der Botschaft, die sich gegen französische Journalisten richte, nicht billige. Allerdings handele es sich um eine „private Angelegenheit“. Ribéry habe das Steak zudem nicht selbst gezahlt und sei eingeladen worden.“ Intern würde noch geklärt, „ob und wie“ Ribéry bestraft werde.

Das muß man sich mal butterweich auf der Zunge zergehen lassen, hm? Eigentlich dürfte es doch keine zwei Meinungen darüber geben, daß die widerwärtige Wortwahl sanktioniert gehört. In jedem anderen Laden wären die Papiere schon längst ausgestellt worden, würde man Ribérys Ausraster dankbar als Aufforderung zur Kündigung annehmen.

Und die Bayern lassen das „ob“ offen? Zudem läßt die Einordnung als private Angelegenheit ein elendes Herumeiern vermuten. Vielleicht sogar die Hoffnung, daß in zwei Wochen beim Rückrundenstart in Hoffenheim Gras über die Sache gewachsen sein wird?

Sollten die Münchener das wirklich mit ihm durchziehen wollen, so sollte wenigstens jemand den Mumm haben, ihn vor dem nächsten Ligaspiel allein zum Warmmachen auf den Platz zuschicken. Reine Utopie, ich weiß, obwohl das Stimmungsbild dann ja auch wiederum als Demokratie interpretiert werden könnte.

Alternativ sollte jemand der strategischen Partner, so heißen ja die größten der Geldgeber, seinen Einfluß geltend und entsprechend Druck auf die Führung machen.

Wie lange wohl Kalle und Uli brauchen werden, um zu einer eigenen Meinung in der Angelegenheit zu finden? Oder hat dann etwa der blasse Salihamidzic endlich seine erste große Sprechrolle im Amt? Dann wäre es gleich am besten, man macht es wie beim Schnitzel dahoam – und schlägt ein Ei drüber.

 

 

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8 Gedanken zu “Schwer verdaulich

  1. Diese ganze leidige Angelegenheit rund um Ribéry zeigt einmal mehr, dass sich das Management der Bayern die eigenen „Regeln“ so zurechtlegt, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Ich gehe z.B. jede Wette ein, dass hätte ein anderer Bayernspieler – sagen wir mal Kingsley Coman sich so verhalten und kulinarisch dekadent gespeist, die Strafe auf dem Fuße gefolgt wäre und medial nach außen getragen worden wäre. Was denkst du? Das Ganze Verhalten der Herren Hoeneß, Rummenigge & Co. ist einfach nur noch lächerlich hoch zehn.

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  2. Vielleicht vergoldet der Uli sein(e) Würstchen auch. Weiß man’s? Wer sich und seine Dekadenz öffentlich in den sozialen Medien preisgibt, muss mit negativen Kommentaren rechnen. Wer nicht mit Kritik umgehen kann, sollte sich von Instagram und co fernhalten. Ich kann verstehen, dass ein Ribery über die Berichterstattung „erzürnt“ ist. Die Presse stürzt sich nur auf das negative, stellt ihn als schlechten Menschen hin (blablabla). Seine Wortwahl ist aber unter aller Sau. Wäre es spontan und im Interview passiert, hätte ich einen Hauch von Verständnis. Aber er hat sich damit Zeit gelassen und konnte seine Worte überdenken… Ganz arm.

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    1. Das ist ja der Punkt: andere gönnen sich bestimmt auch irgendwas, aber tun dies halt für sich.
      Und die eigentliche Berichterstattung übernehmen die Jungs ja inzwischen selbst mit ihren Postings. Die Presse „teilt“ ja lediglich seine Veröffentlichung und berichtet dann über die Reaktionen.
      Im Interview wäre das nicht passiert, da hat er dann – vielleicht sogar mehrere – Aufpasser dabei, die zur Not reingrätschen und ein Interview nicht freigeben. Das bestimmen Spieler nicht selbständig. „Freie Berichterstattung“…

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  3. Herr @Ballblog, ich finde Ihre Berichterstattung respektlos und das wird sich der FC Bayern München mit seinen hohen moralischen Werten nicht mehr bieten lassen.

    Sie verstoßen hier eklatant gegen den Paragrafen 1 des bayerischen Grundgesetzes. Die Würde der Bayern-Spieler und Bayern-Verantwortlichen ist unantastbar.

    *Ironie aus*

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